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Nach Abwehr-Chaos: Umbruchstimmung beim BVB

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Kürzlich war Friedhelm Funkel noch gefeierter Held bei Fortuna Dü
 

Fever Pit’ch

24. Januar · Ausgabe #327 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Kürzlich war Friedhelm Funkel noch gefeierter Held bei Fortuna Düsseldorf. Der Kulttrainer hatte seine Mannschaft vor dem Abstieg bewahrt, erreichte sogar Platz 10 in der Bundesliga und startete mit einem besser dotierten Vertrag in die neue Saison. Nun dümpelt die Fortuna nach 18 Spieltagen dort, wo man sie längst erwartet hatte: auf einem Abstiegsplatz. Es war nur eine Frage der Zeit, wann die Trainerdebatte beginnen würde. Sogar von einem Ultimatum war die Rede. Funkel dementierte sofort. Das wäre auch nicht weiter verwunderlich, wenn derselbe Trainer nicht in den vergangenen Wochen immer und immer wieder in Interviews die Situation in anderen Vereinen angesprochen und diskutiert hätte. Da sollte man lieber schweigen, wenn man selbst Gegenstand öffentlicher Gespräche wird. Er ist ja schon seit 40 Jahren im Geschäft. Er muss wissen, dass Trainerfragen auch vor ihm nicht haltmachen, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Und das tun sie nicht - da kann er widersprechen, wie er will. Er als Trainer wird als Letzter erfahren, wie es um seine Person im Klub wirklich steht. Erst recht in Düsseldorf.
Ein folkloristisches Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Nach Abwehr-Chaos: Umbruchstimmung beim BVB
BVB bei der Abwehrarbeit im Training. Foto: Imago / Team2
BVB bei der Abwehrarbeit im Training. Foto: Imago / Team2
Kann Borussia Dortmund endlich überzeugen?
Endlich eine gute Nachricht für die leidgeprüften BVB-Fans: Dortmund ist vor dem Spiel gegen Köln gar nicht Liga-Vierter, sondern Zweiter. Die schlechte: Es geht um die Tabelle, die individuelle Fehler vor Gegentoren aufzählt. Schon neun Mal ist dieser Fauxpas der Mannschaft von Trainer Lucien Favre in dieser Saison unterlaufen, das ist gar nicht gut.
Nur Freiburg (11) war bisher anfälliger. In den vergangenen drei Spielen kam’s ganz schlimm, da leistete sich Dortmund drei solcher Patzer: zwei gegen Leipzig, einen gegen Augsburg.
Und das soll für den Titel reichen? Die Antwort lautet: Nein. Hinten ist der Wurm drin, aber niemand findet ihn. 27 Gegentreffer nach 18 Partien sind ein klassischer Mittelmaß-Wert. Und einer, den – bitte festhalten – der BVB in der gesamten Meistersaison 2011/12 nicht erreichte. Damals blieb es von August bis Mai bei 25 Gegentoren.
BVB denkt über Emre Can nach - doch die Hürden sind hoch BVB denkt über Emre Can nach - doch die Hürden sind hoch
Die Lage ist also kritisch, und die handelsüblichen Ausreden gelten nicht. Schließlich hat der BVB im Sommer für zwei neue Abwehrspieler (Mats Hummels und Nico Schulz) insgesamt 56 Millionen Euro gezahlt. Da wird man doch ein bisschen Gegenleistung verlangen dürfen. Darf man aber nicht: Wenn die These, dass Geld keine Tore schießt, je gestimmt hat, dann zeigt das Beispiel Dortmund deshalb jetzt – Geld verhindert auch keine.
Die Lage ist dermaßen kritisch, dass sich die Klubführung außergewöhnlich deutlich äußert. Sportdirektor Michael Zorc malte öffentlich ein düsteres Zukunftsbild: Das Abwehrverhalten sei “alles andere als gut”, was ihm “Sorgen” bereite. “So können wir unsere Ziele nicht erreichen.”
Paco Alcácer auf dem Sprung nach Spanien Paco Alcácer auf dem Sprung nach Spanien
Ein klarer Appell an den Trainer, der jedoch nicht fürs Ruderrumreißen bekannt ist, und an Abwehrboss Mats Hummel, den Laden endlich in den Griff zu bekommen. Aber letzterer bekommt ja, das beweisen die Zahlen, sich selbst nicht in den Griff – nur Dan Axel-Zagadou weiß unter den Innenverteidigern zu überzeugen, er hat ligaweit der fünftbesten Wert zu bieten (72 % gewonnene Zweikämpfe). Mit deutlichem Abstand folgen: Hummels (62 %) und Manuel Akanji (60 %), der gehen darf.
Da kommt der 1. FC Köln zur Unzeit. Das Team von Trainer Markus Gisdol hat die letzten vier Spiele gewonnen und dabei zehn Tore geschossen ­– auf Dortmund neuen Wunderstürmer Erling Haaland kommt viel Arbeit zu.
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Das Odriozola-Beben
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
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Von Alex Steudel
Menschen, die keine Ahnung von Fußball haben, glauben, dass mit dem Transfer eines Spielers das Thema für den aufnehmenden Verein erledigt ist. Es ist aber ganz anders.
Nehmen wir das Beispiel Alvaro Odriozola, der diese Woche auf Leihbasis von Real Madrid zum FC Bayern wechselte. Oberflächlich gesehen haben die Münchner jetzt lediglich einen neuen Defensivmann. Innenflächlich gesehen ist der Wechsel Teil eines Masterplans, der den ganzen Rekordmeister durcheinanderschütteln wird. Es geht dabei um Ängste, Neid, Tattoos, die Meisterschaft und sogar den Busfahrer.
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Der Reihe nach. Odrioziola ist ursprünglich rechter Offensivspieler. Das heißt: Zunächst mal fragen sich jetzt Serge Gnabry und Thomas Müller, was der Mist soll. Ihre Social-Media-Teams und Spielerberater machen bereits mobil und bereiten kämpferische Posts und Interviews vor. Die Ankündigung des Vereins, Odrioziola als Rechtsverteidiger spielen zu lassen, trägt wenig zur Beruhigung bei, im Gegenteil: Denn jetzt werden auch noch Benjamin Pavard, Jerome Boateng, Lucas Hernandez und Niklas Süle nervös.
Vor allem aber Pavard, weil er ja gerade selbst rechts spielt und nun in den Mehrkampf der Innenverteidiger getrieben wird. Und Boateng, weil er Innenverteidiger ist und null Lust auf die einrückende Nervensäge Pavard hat, der ihm mit seinem amtierenden Weltmeister-Gerede sowieso auf den Zeiger geht. Boateng, selbst Weltmeister 2014 (da war Pavard noch im Kindergarten), fragt sich jetzt, was er in der Rückrunde machen soll: in England spielen, mehr Schmuck kaufen, eine neue Tätowierung bestellen oder noch ein Lifestylemagazin gründen.
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Kurz: Bei Bayern bebt’s. Manuel Neuer war der erste, der glasklar erkannte, wo der Hase läuft. Der Transfer dient ausschließlich dem Zweck, ihn endgültig wegzumobben. Die Veränderungen bringen nämlich dermaßen viel Unruhe in seine Abwehr, dass Bayern in der Rückrunde hinten total instabil steht, was zur Folge hat, dass Neuer mehr Tore kassiert und der Klub nicht Meister wird. Dieses Opfer bringen die Münchner gern, denn es öffnet dem Noch-Schalker Alexander Nübel Tür und Tor und löst alle Torwartpositionsdoppelbesetzungsprobleme.
Odrioziolas Transfer bedeutet also nicht mehr und nicht weniger als das: Neuer gibt endlich auf, er geht im Sommer nach Madrid. DAS ist der wahre Hintergrund des Deals mit den Spaniern – ein Tauschgeschäft. Ganz schön geschickt eingefädelt von Sportchef Salihamidzic – könnte man meinen.
Denn es geht noch weiter. Neuer hat eine Bedingung an die Bayern gestellt: Er will seine Möbel von Bayern-Busfahrer Michi, genannt “Die Kurve”, nach Spanien bringen lassen und ihn dann gleich behalten, weil er für das Team seit jeher eine Art Ratgeber und Psychologe ist und ihm durch die schwere Neusinglezeit helfen kann. Neuer hat das Karl-Heinz Rummenigge gestern in einem Telefonat gesagt, und der Klubchef hat sofort eingewilligt und beim Auflegen breit gegrinst, wie mir bestätigt wurde – denn damit passt nun auch das letzte Mosaiksteinchen seines Super-Plans mit Odrioziola: Neuer weg, Boateng weg, Problem Nübel gelöst. Und noch eine Riesenbaustelle wird damit geschlossen: Die Position des Busfahrers übernimmt künftig derjenige im Verein, dafür hat sich Rummenigge beim Aufsichtsrat am späten Donnerstagabend das Okay geholt, der auf seiner jetzigen Position am wenigsten gebraucht wird: Brazzo.
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