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Nationalspieler im Stress-Test: Wer wird Millionär?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Man kann Mario Götze zu seinem Entschluss nur gratulieren. Der We
 

Fever Pit’ch

7. Oktober · Ausgabe #431 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Man kann Mario Götze zu seinem Entschluss nur gratulieren. Der Wechsel zu PSV Eindhoven verrät ein Höchstmaß an Einsicht, dass das Warten auf einen noch größeren Klub des internationalen Fußballs nicht sinnvoll gewesen wäre. Zum absoluten Top-Niveau reicht’s bei ihm nicht mehr.
Seine beste Zeit ist einfach vorbei. Mit 28 Jahren darf der Weltmeister von 2014 froh darüber sein, zumindest im Dunstkreis der europäischen Elite einen bestens aufgestellten Arbeitgeber gefunden zu haben. Die Champions League wird er nicht gewinnen. Aber darum kann es ihm nicht gehen.
PSV Eindhoven wird von Roger Schmidt trainiert, einem deutschen Trainer, der hierzulande etwas in Vergessenheit geraten ist und deshalb unterschätzt wird. Was er zu leisten imstande ist, hat er bei seinem China-Abenteuer gezeigt - er formte aus dem Nichts eine Spitzenmannschaft in Peking.
Gleiches hat Roger Schmidt in Eindhoven vor. Der Traditionsklub stand zuletzt im Schatten von Ajax Amsterdam, was einerseits die Rivalität zur Hauptstadt erhöht, andererseits die Erwartungshaltung fördert. Schmidt wird genau wissen, was ihm die Spitzenpersonalie Götze bringen muss.
Mario Götze ist sein Königstransfer, und so wird er seinen Star behandeln. Es ist ja kein Geheimnis, dass der einstige Publikumsliebling unter dem Liebesentzug bei Borussia Dortmund gelitten hat; bei Lucien Favre bekam er selten eine echte Chance, um das alte Level spielerisch zu erreichen.
Wenn Götze also tatsächlich Ambitionen auf die Rückkehr in den großen Fußball hegt, ist er bei PSV Eindhoven an der richtigen Adresse. Die Wahl offenbart, siehe oben, einen ausgeprägten Realitätssinn. In London, Paris oder Mailand hätte ihm die Ersatzbank gedroht. Bei PSV ist er gesetzt.
Es ist für keinen Weltstar eine Schande, in der Karriere einen Zwischenstopp einzulegen, womöglich das Karriere-Ende einzuleiten. Das haben schon Karl-Heinz Rummenigge in Genf oder Lothar Matthäus in New York so gemacht. Man muss nur den richtigen Zeitpunkt finden. Das hat Mario Götze offenbar.
Einen durchgelüfteten Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

Nationalspieler im Stress-Test: Wer wird Millionär?
Günther Jauch, kein Nationalspieler
Günther Jauch, kein Nationalspieler
Eine Sensation? Günther Jauch stellt Quiz-Fragen
Von Alex Steudel
Heute finden überall packende Fußballspiele statt. In der Regionalliga Nord trifft Altona 93 auf Ottensen, in St. Gallen testet die Schweiz gegen Kroatien, in Bremen empfängt Werder den FC St. Pauli. Das höchste Niveau verspricht der FC Bayern: Da ist Training.
Der Höhepunkt des Tages findet trotzdem woanders statt: Um 20.45 Uhr tritt in Köln eine Auswahl von Teilnehmern der Sendung “Wer wird Millionär?” gegen die türkische Nationalmannschaft an. 
TV-Sender RTL berichtete gestern auf seiner Homepage von einer “Sensation”, meinte aber nicht das Spiel selbst. Das läuft heute auf RTL, doch die Paarung ist von einer Sensation so weit entfernt wie die Türkei vom deutschen Grundgesetz. Nein, als Sensation gilt laut RTL, dass deutsche Nationalspieler außerdem bei Günther Jauchs Wissenssendung WWM mitmachen.
WM 2014, WWM 2020 – sechs Jahre nach dem letzten Titel liefert der DFB endlich wieder positive Schlagzeilen. Vier DFB-Profis sind Gast der Show, die heute aufgenommen wird, und bei der Übertragung am kommenden Montag sehe dann, so der Plan, die ganze Welt, “dass wir nicht nur Fußball im Kopf haben, sondern unglaublich interessante und intelligente Spieler, die viel auf dem Kasten haben” (O-Ton DFB auf Twitter).
Ich bin da ein bisschen skeptisch. Aber gut: Bundestrainer Joachim Löw hat drei Torhüter nominiert, insofern haben sie beim DFB schon mal sicher drei Spieler im Kasten.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Ich erinnere mich sehr gut an eine “Wer wird Millionär?”-Episode beim FC Bayern. Muss Anfang des Jahrtausends gewesen sein. Der Spieler Hasan Salihamidzic hatte die Sendung auf seinem Zimmer gesehen; jetzt saß an der Bar des Hotels, in dem ich, damals Reporter, auch wohnte, und lachte sich kaputt. Die Millionenfrage sei irgendwas mit Schriftstellern gewesen, sagte er den Umsitzenden. Die Lösung: “Max Frisch”.
“Max Frisch!” Brazzo rief den Namen halb amüsiert, halb fassungslos, ein zweites Mal in die Runde. “Wer ist das überhaupt? Ich kenne den Typen gar nicht!” 
Lustigerweise musste ich jüngst zweimal an diese Aussage denken: Jetzt beim Schreiben dieser Kolumne und zuvor am Montag, als ich las, dass Salihamidzic den Franzosen Bouna Sarr verpflichtet hat.
Es ist aber nur ein Klischee, dass Fußballer nicht intelligent sind. Ich habe schon einige sehr schlaue Profis getroffen. Mit Abitur. Studium. Ich nenne vorsichtshalber ihre Namen nicht, damit sie in der Branche keine Probleme bekommen. 
Ich weiß jedenfalls aus zuverlässiger Quelle, dass sich das WWM-Team vorsichtshalber sehr einfache Fragen ausgedacht hat. Keiner der Spieler soll sich blamieren können.
Wofür steht das „BV“ in BVB? 
A) Fußballklub B) Arminia C) Spielvereinigung D) Ballspielverein
Und:
Wann genau in den Fünfziger Jahren wurde Schalke 04 zuletzt Meister?
A) 1932 B) 1984 C) 1958 D) 2001
Gestern wurde übrigens viel Spott verbreitet, weil die Sendung “Wer wird Millionär?” heißt, die Teilnehmer aber schon als Millionäre anreisen. Dafür gibt es eine Erklärung: Die hereingeratene Summe soll natürlich nicht an die Spieler, sondern an DFB-Stiftungen gehen. Und auch “anderen wohltätigen Zwecken”, so der DFB, komme das Geld zugute.
Wie schön. Der HSV kann die Kohle gut gebrauchen. 
Vier Nationalspieler machen bei "Wer wird Millionär?" mit Vier Nationalspieler machen bei "Wer wird Millionär?" mit
Heute im Fernsehen
DFB-Test gegen die Türkei: Fußball im Zwangskorsett DFB-Test gegen die Türkei: Fußball im Zwangskorsett
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Der Löw-Plan im Spiel gegen die Türkei
Ein Länderspiel vor maximal 300 Zuschauern
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Was sonst noch so los ist
Das Spardiktat in der Bundesliga Das Spardiktat in der Bundesliga
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Alle mal herhören!
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