Profil anzeigen

Neue Klub-WM macht die Bayern noch mächtiger

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Beim Nordderby vor einer Woche saß ich direkt hinter Max Kruse au
 

Fever Pit’ch

18. März · Ausgabe #105 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Beim Nordderby vor einer Woche saß ich direkt hinter Max Kruse auf der Südtribüne und sah, wie der Werder-Stürmer - privat - das Spiel erlebte: wie ein ganz normaler Fußballfan. Ohne Allüren, ohne Sonderwünsche, mittendrin im Publikum. Er machte Fotos von der Choreografie, erlaubte Selfies und stand hinterher in der Schlange wie jeder andere auch. Ich halte diese kurze Schilderung für erwähnenswert, weil sie mit dem Vorurteil aufräumt, alle Fußballstars seien abgehoben. Max Kruse ist, bei allen Spinnereien, die er sich manchmal gönnt, eben nicht abgehoben, sondern genau das: ein Typ. Ich wünsche der Bundesliga im Allgemeinen und Werder Bremen im Besonderen, dass er seinen Vertrag verlängert. Sicher ist das offenbar nicht. Dabei muss die Bundesliga gerade höllisch aufpassen.
Einen aufgeräumten Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Neue Klub-WM macht die Bayern noch mächtiger
Fifa-Präsident Infantino kämpft um seine Mega-Projekte Fifa-Präsident Infantino kämpft um seine Mega-Projekte
6:0 gegen Mainz und davor 6:0 gegen Wolfsburg: Mit einem Zwischensprint geht Bayern München als Tabellenführer in die Länderspielpause. Die zwei Kantersiege waren eine Machtdemonstration: Während Borussia Dortmund als Verfolger inzwischen jeden einzelnen Bundesliga-Erfolg “erarbeiten” muss, wie Sportdirektor Michael Zorc zugab, tänzelt der Titelverteidiger durch die Abwehrreihen seiner Gäste in der Allianz-Arena.
Das ist auch kein Wunder. Die Bayern haben sich ihre Überlegenheit, das muss man anerkennen, über Jahre verdient. Mit den sechs Meisterschaften in Folge flossen Hunderte von Euro-Millionen in die Ausstattung dieser Mannschaft. Bundesliga-Vermarktung, Champions League, Großkaliber als Sponsoren: Wer als Branchenprimus großzügig kassiert, zögert nicht lange, wenn junge Nationalspieler auf dem Markt zu haben sind.
Nun verspricht Gianni Infantino das noch größere Geld: 100 Mio. Euro soll allein die Siegprämie bei der Klub-WM betragen, die der Fifa-Präsident und seine dubiosen Geldgeber ab 2021 ausschütten wollen. Es geht um nicht weniger als ein Vermächtnis: Infantino will einen Wettbewerb in seinem Namen schaffen, der den Klubfußball, wie wir ihn kennen, auf Jahre verändern und womöglich zerstören wird.
Die Klub-WM mit 24 Teams kommt - und so berichtet das ZDF-Sportstudio
Wie Gianni Infantino die Fußballwelt umbaut
Noch sperrt sich der europäische Kontinentalverband Uefa gegen diese Klub-WM mit 24 Teilnehmern und will keine acht Mannschaften entsenden. Man kennt das offizielle Argument: Man wolle die Spieler nicht zusätzlich in den Sommermonaten belasten. Die Wahrheit ist: Natürlich stört die Uefa vor allem, dass sich der Weltverband in die Belange der Vereine einmischt. Das war in Europa bisher immer Sache der Uefa.
Uefa-Präsident Alxeander Ceferin aber wird größte Mühe haben, die Phalanx der europäischen Vereine gegen die Fifa-Pläne geschlossen zu halten. Die ersten deutschen Klubrepräsentanten, Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke, äußerten inzwischen vorsichtig ihre Sympathie mit dem Vorstoß auf dem Fifa-Council in Miami. Gebannt schaut man auf die europäische Klubvereinigung: Wann knickt die ECA ein?
“Mit tollen Mannschaften alle vier Jahre, wunderbar. Her damit, hoffentlich schnell.” Uli Hoeneß über die Klub-WM
Man darf sich nichts vormachen: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Bayern München und andere Großklubs wie Real Madrid und Juventus Turin irgendwann jeden Widerstand aufgeben und dem Lockruf des Geldes folgen. Im Fall des deutschen Meisters ist der Gedankengang, so sehr es schmerzt, nachvollziehbar. Eine Bundesliga, in der Rivalen serienmäßig mit einem halben Dutzend Toren abgefertigt werden, verliert ihren Reiz.
In der Champions League, und das zeigt das 1:3 gegen Liverpool unter der Woche, spielt der FC Bayern aber die zweite Geige. Besserung ist nicht in Sicht: International erschleichen sich Großklubs mit staatlicher Hilfe (PSG) oder TV-Milliarden (FC Liverpool) einen Vorsprung, wie es Bayern umgekehrt in der Bundesliga schafft. Wenn Bayern den Rückstand verkürzen will, kann eine Klub-WM eine willkommene Geldquelle sein.
Klub-WM, Mega-WM: Das sagt Uli Hoeneß
Oder meint irgendjemand wirklich, dass Bayern-Präsident Uli Hoeneß jetzt tatenlos zuschaut, wie die Premier League die Champions League erobert und sein FC Bayern das Nachsehen hat? Er wird, man kann es ihm nicht verdenken, jede Chance nutzen wollen. Dazu gehört eine Schamfrist, in der man über den neuen Wettbewerb fachsimpelt - und am Ende dankend teilnimmt. 100 Mio. Euro alle vier Jahre: macht 25 Mio. Euro extra per anno.
Hier beginnt die Gefahrenzone für die Bundesliga. Schon jetzt kassiert der FC Bayern dank Champions League und einer ungerechten Geldverteilung in der Bundesliga so viel mehr Cash als die deutsche Konkurrenz, dass eine Klub-WM den Vorteil potenziert. Kein anderer Klub sollte sich Hoffnung machen, dass er teilnehmen darf. Ein globaler Wettbewerb mit globaler Vermarktung will globale Marken. Das erfüllen nur Bayern und bedingt BVB.
Von einem DFB-Präsidenten, der Reinhard Grindel sein will, würde man sich jetzt Statur erhoffen: glasklare und unverrückbare Stellungnahmen, einen orchestrierten Schulterschluss in aller Öffentlichkeit, eine breite Front, die der weltweit größte Fußballverband gegen die WM-Pläne organisiert und zum Erfolg führt. Damit man als Deutscher das Gefühl gewinnt: Da kämpft einer im Sinne des Fußballs. Zugegeben, der Gedanke klingt lächerlich.
Das Wort zum Sonntag
Uli Hoeneß schießt gegen die Kritiker des FC Bayern Uli Hoeneß schießt gegen die Kritiker des FC Bayern
Endlich nur noch Bundesliga
"Einen van Dijk zu finden wäre Bayerns Auftrag"
Bundesliga aktuell
Max Kruse schießt Werder Bremen zum Sieg in Leverkusen Max Kruse schießt Werder Bremen zum Sieg in Leverkusen
Ohne Europa keine Kruse-Zukunft?
Eintracht Frankfurt siegt dreckig, aber verdient
Heute im Fernsehen
Was sonst noch so los ist
"Ich kann kein Schalke-Fan sein" "Ich kann kein Schalke-Fan sein"
Darum wirft Huub Stevens Nabil Bentaleb raus (+)
Axel Witsel hofft auf Comeback gegen Bayern
Vedad Ibisevic entschuldigt sich beim BVB
Fortuna-Trainer Funkel kritisiert seine Spieler
Der chinesische Traum
Um Gottes Willen
„Das ist aus politischer Sicht bedauerlich“ „Das ist aus politischer Sicht bedauerlich“
DFB-Präsident setzt seinen Zickzack-Kurs fort
Alle mal herhören!
Giovanni Trapattoni 80! So kam es damals zu seiner Wutrede Giovanni Trapattoni 80! So kam es damals zu seiner Wutrede
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Wenn Du keine weiteren Ausgaben mehr erhalten möchtest, kannst Du den Newsletter hier abbestellen.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
https://pitgottschalk.de/impressum-disclaimer/