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Neuer & Nübel: Bayern zeigt, wie man's richtig macht

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Wie bekommt man den Profifußball wieder flott? Auf meine scheinba
 

Fever Pit’ch

22. Mai · Ausgabe #376 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Wie bekommt man den Profifußball wieder flott? Auf meine scheinbar harmlose Frage bekam ich eine Vielzahl von Zuschriften. Die wichtigsten Vorschläge will ich hier ungefiltert wiedergeben:
  • Gleiches TV-Geld für alle Bundesliga-Vereine.
  • Transparente Verträge in Verbindung mit einer Gehaltsobergrenze.
  • Kader aller Profi-Manschaften auf maximal 20 Spieler begrenzen. Aufstockung durch Amateure und Jugendspieler bei Verletzungen erlaubt.
  • Keine Bundesliga-Lizenz mehr erteilen, wenn in drei Jahren noch immer Schulden vorhanden sind.
  • Den Bundesliga-Spielplan nicht durch langweilige Freundschaftsländerspiele bzw. Nations-Cup unterbrechen.
  • Jede Mannschaft in den drei Profiligen muss in der Startelf immer minimum zwei Spieler haben, die im Bereich U19/23 mindestens zwei Jahre im eigenen Verein ausgebildet worden sind.
  • Aufstockung der ersten und zweiten Liga auf 20 Teams mit Aufstiegsrunden für die Tabellenplätze 3 bis 6.
Die Liste ist sicherlich diskutabel und nicht vollständig. Es soll aber niemand sagen, dass es an guten Vorschlägen mangelt.
Ein fernsehgerechtes Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Neuer & Nübel: Bayern zeigt, wie man's richtig macht
Künftig gemeinsam: Manuel Neuer und Alex Nübel. Foto: Imago / Sven Simon
Künftig gemeinsam: Manuel Neuer und Alex Nübel. Foto: Imago / Sven Simon
Und für Alex Nübel läuft alles nach Plan
Von Pit Gottschalk
Als Manuel Neuer seinen Arbeitsvertrag beim FC Bayern vorzeitig bis 2023 verlängert hatte, traf seinen künftigen Kollegen Alexander Nübel die gesammelte Häme aus den Sozialen Netzwerken. Drei Jahre Ersatzbank oder doch Leihgabe, in jedem Fall: Eine düstere Zukunft wurde dem Schalker Torwart prophezeit. Ein Leben im Schatten der Bayern-Legende.
Was bei der Argumentation vergessen wurde: Nübel wusste, als er seinen Wechsel zum FC Bayern München Mitte Dezember bekannt gab, dass die Wahrscheinlichkeit einer Banklehre hoch ist. Niemand hatte ihm in Aussicht gestellt, dass er vom ersten Tag an Stammspieler wird. Sondern nur: dass ihm die Zukunft gehört und er eine überschaubare Zahl von Spielen macht.
Vertragslaufzeit wirft Fragen auf
Das sind die Gründe für den neuen Vertrag
Der Meister leistet, der Lehrling lernt: Entspricht dieses Modell nicht exakt jenem Vorschlag, wonach man den Fußballnachwuchs behutsam auf das nächsthöhere Level heben soll? Bayern konnte nichts Besseres passieren: Die Qualität im Tor ist gesichert, der mögliche Nachfolger kann sich bewähren, das Risiko bleibt bei einem ablösefreien Transfer überschaubar.
Nübel selbst, erst 23 Jahre alt, kann nach 40 Bundesliga-Spielen für Schalke noch keine höheren Ansprüche stellen. Er wusste sogar: Kein Bayern-Boss wird ihm die Garantie geben, dass er die Qualität entwickelt, um Nachfolger von Manuel Neuer zu werden. Er geht eine Wette auf die Zukunft ein. Die Alternative wäre gewesen: zu kneifen und sich mit Mittelmaß zu begnügen.
Oan Neuer
Der FC Bayern und Trophäen aus Papier
Neuer dagegen, inzwischen 34, genießt mit der Vertragsverlängerung das Vertrauen aus der Chef-Etage, dass seine Dienste beim Rekordmeister bis auf Weiteres gefragt sind. Ein vorzeitig abgeschlossener Vertrag bedeutet nämlich auch, dass die Bezüge vorzeitig angehoben werden und in der Addition bis 2023 ein prächtiges Sümmchen vor dem Karriere-Ende ergeben.
So viel Weitsicht in der Kaderplanung wünscht man sich bisweilen in den anderen Bundesliga-Mannschaften. Man braucht nicht viel Geld, um dem Stammpersonal ein gutes Gefühl zu vermitteln und dem Nachwuchs eine Perspektive aufzuzeigen. Man muss ja nur nach Schalke schauen, wie das mit Fährmann, Nübel und Schubert im Tor gelaufen ist - ein einziges Chaos.
Wegen Manuel Neuer: Nübel-Berater legt sich mit Journalist an Wegen Manuel Neuer: Nübel-Berater legt sich mit Journalist an
Martin Herms
Eine nachvollziehbare Entscheidung, die Alexander Nübel ganz schlecht aussehen lässt. Sein „Berater“ durfte sich immerhin die Taschen voll machen. #Neuer2023 https://t.co/KqvOh6O5XO
3:37 PM - 20 May 2020
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Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
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Florian Kohfeldt in Bremen: Das Ende in Sicht
Von Alex Steudel
Kleopatra und Cäsar. Brad und Angelina. Thomas Anders und Dieter Bohlen. Selbst für die tollsten Paare der Weltgeschichte ging es irgendwann nicht mehr weiter.
Donald und Ivana. Franz Beckenbauer und seine Brigitte. Und seine Diana. Und seine Sibylle. Nichts hält ewig. Leider.
Irgendwann wird es also auch den SV Werder und Florian Kohfeldt, das Traumpaar der Zehnerjahre, erwischen.
Und zwar am besten nicht so spät.
Dass Beziehungen zu Ende gegen, hat sehr oft mit Kommunikation zu tun. Du glaubst, dass du super kommunizierst, merkst aber nicht, dass das gar nicht mehr so ist. Weil der andere ja auch glaubt, dass er noch super kommuniziert. Und während beide Partner dasselbe denken, geht alles in die Grütze. Fast immer kommt eine Trennung deshalb zu spät. 
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Ich finde es ungehörig, eine Trennung zu fordern. Ich habe das auch nicht bei Erich Ribbeck gemacht, und der hat ja damals beinahe täglich selbst neue Argumente für eine solche Forderung geliefert, als er die Nationalmannschaft trainierte. Bei Kohfeldt tue ich das jetzt auch nicht.
Nein, nein, ich empfehle lediglich. Also mit dem größtmöglichen Respekt. Ich glaube nämlich, Kohfeldt ist ein super Trainer und kann noch sehr erfolgreich sein. Nur in Bremen halt nicht. Da sieht doch jeder.
Jeder außer Bremens Sportdirektor. Frank Baumann ist ein netter Typ, und das meine ich nicht abwertend. Wenn ich ihn über Werder und Kohfeldt reden höre, habe ich aber das Gefühl, da macht gerade jemand nicht seinen Job, sondern Paarberatung.
Es gibt im Fußballgeschäft viele Menschen, die glauben, als Sportdirektor darfst du alles sein, nur nicht ein netter Typ. Manchmal brauchst du eben im Fußball Leute an der Macht, die in schwierigen Situationen nicht lange herumdifferenzieren und abwägen, sondern erkennen, was Sache ist, und den Finger mit Wucht in die Wunde stecken. Am besten streuen sie vorher Salz auf den Finger.
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In Bremen passiert nicht viel, also ergebnis- und wundentechnisch. Sie hangeln sich dort von Spieltag zu Spieltag und von Schlappe zu Schlappe. Auch die Coronapause hat nicht weitergeholfen. Sie führte nur zum nächsten Desaster: dem 1:4 beim Re-Start gegen Bayer Leverkusen. Das war eine Bankrotterklärung. Nur ist Bremen nicht bankrott, sondern Vorletzter. Und all die wertvolle Zeit blieb ungenutzt.
Ich habe in der Coronapause die Doku “24/7 FC” über den 1. FC Köln gesehen. Besser als diese Realität kann kein Lehrfilm zeigen, warum ein Trainerwechsel manchmal das Beste für alle Seiten ist.
Obwohl beim FC zu Saisonbeginn alle sehr nett zueinander sind, beschleicht dich als Zuschauer relativ schnell das Gefühl: Achim Beierlorzer passt einfach nicht zu dieser Mannschaft. Er muss dann auch relativ schnell gehen – und wird sofort in Mainz sehr erfolgreich. Der misstrauisch beäugte Markus Gisdol wiederum kommt nach Köln und ist schlagartig brutal erfolgreich.
Du siehst es und fragst dich: Wie kann das denn alles sein?
Ganz einfach: Es hat nichts mit Fachwissen zu tun, es hat mit Chemie und Kommunikation zu tun und mit einem Gespür für die Situation. Und damit, dass irgendwer rechtzeitig den Finger in die Wunde gelegt hat.
Alle mal herschauen!
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