Profil anzeigen

Nicht Bayern-like: Matchpoint vergeben gegen RB Leipzig

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Seit 25 Jahren bin ich Abonnent von Sky (das damals Premiere hieß
 

Fever Pit’ch

10. Februar · Ausgabe #338 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Seit 25 Jahren bin ich Abonnent von Sky (das damals Premiere hieß). Seit 25 Jahren genieße ich die Art, wie die Bundesliga präsentiert wird: fachlich fundiert, manchmal ein bisschen zu laut, aber immer hochprofessionell und meistens spannend. Darum gehöre ich zu jenen, die einen angemessenen Preis für den Blick ins Pay-TV gerne zahlen. Aber: Umso mehr ärgert mich, was ich zuletzt beim Bundesliga-Sender Sky erlebte.
Als ich kürzlich mein Sky-Abonnement verlängerte, überraschte mich die Abbuchung auf dem Kontoauszug: Der Betrag war um fünf Euro höher als vereinbart. An der Telefon-Hotline spielte man das Problem herunter: Die HD-Option sei zweimal gebucht worden, alles nur ein Versehen. Ich fragte mich: Wie kann eine doppelte Buchung bei einer Vertragsverlängerung online passieren? Schon da glaubte ich nicht an einen Zufall.
Ein paar Tage später im Bekanntenkreis. Mitten im Abo-Jahr waren plötzlich alle vereinbarten Rabatte storniert. Ohne Ankündigung wurden 120 statt 30 Euro vom Konto abgebucht. Wieder Rückfrage bei der Sky-Hotline, wieder dieselbe Erklärung: alles nur ein Versehen. Die Verrechnung erfolge als Gutschrift bei nächster Gelegenheit, sprich: im nächsten Monat. Nun wollte ich endgültig nicht mehr an einen Zufall glauben. Ich begann zu rechnen.
In meinem Fall kalkulierte ich: Wenn nur 200.000 unter den angeblich fünf Millionen Sky-Abonnenten einen solchen Fehler nicht bemerken oder aus Bequemlichkeit nicht reklamieren (die Warteschleife in der Hotline ist nervig), dann bedeutet die Differenz von fünf Euro am Ende: jeden Monat eine Million Euro Umsatz extra für Sky. Noch drastischer fällt die Rechnung im anderen Fall mit den 90 Euro Differenz aus.
Selbst wenn die 90 Euro später zurückgezahlt werden, bedeutet so ein Fehler, dass Sky einen Monat lang ein zinsloses Darlehen bekommt. Bei 200.000 Abonnenten, denen so etwas passiert, betrüge dieses zinslose Darlehen immerhin 18 Mio. Euro im Monat. Mir liegen keine Hinweise dafür vor, wie viele Rechnungspatzer bei Sky passieren. Aber dass zwei Fälle allein in meinem Umfeld auftreten, ist schon sehr auffällig.
Einen gut kalkulierten Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Nicht Bayern-like: Matchpoint vergeben gegen Leipzig
Robert Lewandowski trifft den Ball nicht. Foto: Imago / Minkoff
Robert Lewandowski trifft den Ball nicht. Foto: Imago / Minkoff
Der FC Bayern München am Rande einer Niederlage
Von Matthias Becker
Eigentlich ist das Prozedere gut bekannt: Die Konkurrenz patzt, der FC Bayern setzt sich ab. Immer dann, wenn es drauf ankommt, ist er da, der Serienmeister. Kleine Schwächen werden den möglichen Titel-Konkurrenten nicht verziehen – nur so kommt ein Klub auf die Liga entmutigende Serie von sieben Meisterschaften am Stück.
Auch an diesem Sonntag hätte es eigentlich wieder heißen müssen: “Same procedure as every year”. Borussia Dortmund bekommt die Schotten nicht dicht und vergeigt eine zweimalige Führung in Leverkusen. Borussia Mönchengladbach muss sich Sturmtief “Sabine” beugen, und RB Leipzig gastiert in der Allianz Arena. Mit einem Sieg hätten die Bayern die zuvor teilweise deutlich enteilte Konkurrenz auf vier (Leipzig), sechs (BVB) und sieben (Gladbach) Punkte distanzieren können.
Zwei Halbzeiten, zwei andere Spiele
"Keine Frage, den muss ich machen"
Die Bayern haben es nicht getan. Und das ist nicht Bayern-like. Es sollte der angesprochenen Konkurrenz neuen Mut schenken. Wenn diese Bayern einmal nicht Meister werden sollten, dann muss es eigentlich dieses Jahr sein, in dem sie solche Großchancen wie an diesem 21. Spieltag liegen lassen. Indem sie ständig durch Nebenkriegsschauplätze von Müller über Neuer bis Nübel abgelenkt werden.
RB Leipzig hat vor allem in der zweiten Halbzeit bewiesen, was die Marschroute der Bayern-Jäger für den Rest der Saison sein muss: Mutig bleiben! Die eigenen Stärken nutzen und nicht vor der schieren sportlichen Übermacht einknicken. Der Verfolger hat das Spitzenspiel in der zweiten Hälfte zu einem solchen gemacht, weil man den Weg nach vorne gesucht hat. Daran müssen sich der auch der BVB, Gladbach und sogar Leverkusen (nur noch sechs Punkte zurück) ein Beispiel nehmen.
"Hatten nicht mehr den absoluten Siegeswillen"
Liga-Druck kann Bayern sogar helfen
Die Dortmunder müssen dafür aber erstmal den eigenen Laden in den Griff bekommen (schon 32 Gegentore kassierte der BVB). Die Laune nach dem unnötigen 3:4 in Leverkusen war nicht nur bei Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl im Keller. Der Borussia hätte sich die Chance geboten, richtig Druck aufzubauen. Der dreimalige Meister Kehl hat offenbar ein Gespür dafür: wenn wir sie kriegen können, dann dieses Jahr. Dafür bleiben jetzt noch 13 Spieltage. Das 0:0 von München am Sonntag hat die Tür zumindest einen Spalt breit offen gelassen.
Vielleicht ändert sich das Prozedere ja doch mal.
"EM? Mich interessiert dieses Wappen"
Prominenter Spion: José Mourinho in München
Philipp Kessler
.@David_Alaba: „Wenn man sich das ganze Spiel anschaut, fühlt es sich schon irgendwie wie eine Niederlage an. Aber ich denke, dass es im Großen und Ganzen ok ist. Ist ja nicht viel passiert. Wir sind noch immer da, wo wir sein wollen. Ist aber noch ein weiter Weg.“ #FCBRBL
8:58 PM - 9 Feb 2020
Auslosung DFB-Pokal
Schalke 04 gegen FC Bayern im Viertelfinale Schalke 04 gegen FC Bayern im Viertelfinale
Heute im Fernsehen
Was sonst noch so los ist
Werder Bremen: Frank Baumann geht auf die Spieler los Werder Bremen: Frank Baumann geht auf die Spieler los
Union: Neun Punkte Abstand, aber nichts erreicht
Timothy Chandler in Zaubertrank gefallen
FC Augsburg: Schon 44 Gegentore
Schalke 04: Abhängig von Amine Harit
"Der Matchplan war, zu gewinnen"
Hertha BSC: Der Aufbau gerät ins Stocken
"Ich war das Gesicht von Fortuna Düsseldorf"
Gladbach gegen Köln: Schwierige Terminsuche
Illstration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illstration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Ich bin Dortmund
Von Alex Steudel
Am Samstagabend war die Bundesliga 90 Minuten lang genauso zusammengesetzt, wie ich mir das schon immer gewünscht habe:
64 % Spektakel, 29 % Emotionen, 7 % Fehler – Produkt kann geringe Spuren von Schiedsrichtern enthalten. 
Wenn ich Chef der DFL wäre, hätte ich den Dortmundern gleich am Sonntagmorgen eine Mail geschickt und herzlich gratuliert: “Danke für alles, was ihr in letzter Zeit für die Bundesliga getan habt”, hätte ich geschrieben. Und: “Macht bitte weiter so, ändert bloß nichts!”
Was der BVB leistet, ist tatsächlich sensationell. Werbung für den deutschen Fußball. Tore vorn, Tore hinten – sieben Stück am Samstag, großartig! Welche Mannschaft kann schon von sich behaupten, dass sie Menschen sogar bei eigenen Gegentreffern begeistert? Ich hatte nach dem Leverkusen-Spiel jedenfalls Muskelkater vom vielen Aufspringen und wieder Hinsetzen.
BVB-Sollbruchstelle macht Lucien Favre ratlos
Wäre ich BVB-Fan, würde das anders aussehen. Ich würde durchdrehen und mich fragen: Wieviele Spiele dauert es noch, bis die ersten Zuschauer mit Harlem-Globetrotters-Trikot-Aufbüglern ins Stadion kommen? Oder stand in der letzten Regelauslegung des DFB vielleicht auch was über Gelbe Karten für Spieler, die zu oft den Ball erobern?
BVB-Trainer Lucien Favre versucht natürlich alles, um die spektakulär schwache Defensive auf ein Level mit der spektakulär starken Offensive zu bekommen. Er schreckt dabei vor unkonventionellen Maßnahmen nicht zurück. Läuft’s zum Beispiel mit der Dreierkette super (7 Siege in den letzten 10 Spielen), stellt er wie jetzt in Leverkusen einfach auf Viererkette um. Also die, mit der es vor der Dreierkette nicht lief. Das nennt man antizyklisches Verhalten, Favre will den Gegner damit verwirren. Das Problem ist, dass der Gegner nicht annähernd so verwirrt ist, wie es die eigenen Spieler sind.
Das ist gefährlich für die Stimmung. Und wenn sich dann auch noch ein Emre Can, obwohl ganz neu in Dortmund, auch nach dem Spiel in Szene setzt und vor der Kamera darüber doziert, was “diese Mannschaft noch lernen muss”, schnalzen Experten mit der Zunge. Sie wissen: Die Mitspieler finden sowas bestimmt super. Jetzt sind alle Zutaten für aufregende Wochen im Topf.
22 Gegentore in elf Auswärtsspielen
Im Doppelpass wurde schon gestern hitzig darüber diskutiert, wer schuld ist. Der Trainer, weil er seine Philosophie nicht in die Köpfe der Spieler reinbekommt, oder die Spieler, weil sie die Philosophie des Trainers nicht kapieren. Eigentlich ist das aber egal, es kommt ja doch immer dasselbe dabei raus: nichts. Mit 32 Gegentoren in 21 Spielen wäre sogar ein Guardiola, Hitzfeld oder Trapattoni nicht Meister geworden.
Die Lage ist vertrackt. Aber zugegebenermaßen unterhaltsam. Auf der einen Seite trotzt Favre der Situation mit kompromissloser Sturheit, was mich sehr beeindruckt. Auf der anderen Seite identifiziere ich mich mit den abwehr-unfreudigen BVB-Spielern, und das hat persönliche Gründe: Meine Kumpels aus Studienzeiten verpassen noch heute keine Gelegenheit, mir vorzuhalten, dass ich damals nie mit zurückgerannt bin, sondern meinen bierdeckelgroßen Aktionsradius im gegnerischen Strafraum bis zum Abpfiff verteidigt habe. Also auch dann, wenn auf der anderen Seite längst eine Abwehrschlacht tobte. Tja, irgendwie bin ich ja wohl selbst ein bisschen Dortmund.
Alle mal herschauen!
Derby in Mailand: Inter schaut nach oben, Milan nur zurück Derby in Mailand: Inter schaut nach oben, Milan nur zurück
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Wenn Du keine weiteren Ausgaben mehr erhalten möchtest, kannst Du den Newsletter hier abbestellen.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
https://pitgottschalk.de/impressum-disclaimer/