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Nur 1:1! Deutschland sehr, sehr unentschieden

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Zwischenzeitlich lag mein Buch "Kabinengeflüster - meine verrückt
 

Fever Pit’ch

21. März · Ausgabe #108 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Zwischenzeitlich lag mein Buch “Kabinengeflüster - meine verrückten Erlebnisse als Fußballreporter” auf Platz 1 in der Amazon-Bestsellerliste (Kategorie Fußballbücher). Die Resonanz ist durchweg positiv. Umso erstaunter bin ich über Rezensionen, die ich bei Amazon lesen darf. Ich kann sehr gut damit leben, wenn ein Leser meint, das Buch biete ihm zu wenige Sensationen - die wollte ich zwar nie liefern, aber das ist okay. Er hat einen verifizierten Kauf getätigt und hat das Recht, nur zwei Sterne zu vergeben.
Was mich mehr verwundert: dass außerdem bei Amazon Trolle unterwegs sind und anonym Mist verzapfen. Die Vorwürfe von zweien klingen schon hart, und es gibt keinen Hinweis, dass diese beiden überhaupt das Buch gekauft oder gelesen haben. Ich meine: Der Fußball bietet genügend Anlässe, herzhaft miteinander zu diskutieren oder sogar zu streiten. Davon lebt der Sport ja. Ist meine Erwartung zu hoch, dass man für seine Meinung, wenn sie persönlich wird, einsteht und Gesicht zeigt? Verkümmert die Gesellschaft nicht, wenn alles hinterrücks passiert?
Nun sind Buchrezensionen etwas Harmloses. Ich nehme Kritik keinesfalls persönlich. Heute, am Internationalen Tag gegen Rassismus, stelle ich mir nur vor, wie dieselben Trolle in ihrer Anonymität mit Menschen umgehen, die eine andere Hauptfarbe haben, eine andere sexuelle Neigung oder einfach nur anders sind. Man bekommt eine Vorstellung, wie rücksichtslos Teile unserer Gesellschaft geworden sind. Sorry, ich musste das loswerden.
Einen vorurteilsfreien Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Deutschland noch sehr, sehr unentschieden
Leroy Sané enteilt beiden Nikolas: Maksimovic und Milenkovic (r.). Foto: Imago/MIS
1:1 gegen Serbien: Holpriger Neustart für die junge Löw-Truppe
Noch im Sommer wäre es undenkbar gewesen, dass Ilkay Gündogan, der in London gerade den türkischen Präsidenten Erdogan getroffen hatte, die Kapitänsbinde der deutschen Nationalmannschaft trägt. Hat er aber getan beim 1:1 im Länderspiel gegen Serbien am Mittwochabend.
Noch im Sommer wäre es undenkbar gewesen, dass Bundestrainer Joachim Löw seinen Arbeitsplatz in Abhängigkeit von Leroy Sané bringt. Ihm war der Schlendrian des Jungstars suspekt, also sortierte er ihn aus. Jetzt kommt Sané mit aufreizender Jacke zum Länderspiel, und Löw lässt ihn durchspielen.
Noch im Sommer wäre es undenkbar gewesen, dass Torwart Manuel Neuer infrage gestellt wird. Er war sofort Stammspieler, als er seine Fußverletzung nach einem Jahr Pause auskuriert hatte. Nun darf auch Marc-André ter Stegen ins Tor. Womöglich spielt er am Sonntag gegen die Niederlande.
Der neue Weg wird kein leichter sein
Man könnte jetzt ins Grübeln kommt, ob der Bundestrainer seine Prinzipen grundsätzlich über Bord geworfen hat, um den Neubeginn des deutschen Fußballs zu starten, einfach opportun ist oder schon immer anpassungsfähig gewesen ist. Sicher ist: Man weiß gerade nicht, woran man ist.
War das 1:1 gegen Serbien jetzt eine Enttäuschung, weil Deutschland gegen Mittelmaß, zumal zu Hause, immer gewinnen muss? Oder ein Mutmacher, weil die Mannschaft nach der eher hilflosen ersten Halbzeit mit Rückstand zurück ins Spiel fand, Torchancen erarbeitete und den Gegner dominierte?
Sehr, sehr unentschieden” nennt die Süddeutsche Zeitung den Auftritt im ersten Länderspiel des Jahres und trifft den Nagel auf dem Kopf: Nichts Genaues weiß man nicht. Dass Leon Goretzka mit einer schönen Finte am Strafraum den Ausgleich erzielte, sagt ja nichts Grundlegendes aus.
"Sind immer noch Deutschland, das war zu wenig"
Was man aber sagen kann: Ohne Leroy Sané und Marco Reus läuft im Angriff gar nichts. Timo Werner ist nicht der Mittelstürmer, wie ihn ein Klasse-Team als Vollstrecker braucht; einen besseren gibt es nur nicht. Also müssen die Torchancen spielerisch erarbeitet werden. Das Goretzka-Tor zeigt das.
Im ersten EM-Qualifikationsspiel am Sonntag gegen die Niederlande wird Löw nicht das Glück haben, dass der Gegner zaghaft seine Torchancen vermasselt. Dann muss die junge Nationalmannschaft Farbe bekennen, nicht nur auf der Jacke, wie viel Mumm in ihr steckt.
Goretzka und Reus gingen sehr selbstkritisch mit der eigenen Spielweise um. In einem Prozess der Erneuerung ist diese Haltung sehr wichtig: Man nimmt nicht jeden kleinen Fortschritt als epochale Errungenschaft wahr. Noch im Sommer wäre das undenkbar gewesen.
TV-Kritik zum Debüt von Jürgen Klinsmann
Thomas Poppe
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5:45 PM - 19 Mar 2019
„Der DFB hat nur auf das Geld geschaut“
Heute im Fernsehen
Was sonst noch so los ist
"Du? Profi? Unmöglich!" "Du? Profi? Unmöglich!"
"Und plötzlich gibt es keine Talente mehr?"
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