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Nur 3:3 nach 0:3! BVB-Trainer Favre hat fast fertig

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Da hat mir Peter Müller aber was eingebrockt. Der Sportchef der F
 

Fever Pit’ch

23. November · Ausgabe #292 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Da hat mir Peter Müller aber was eingebrockt. Der Sportchef der Funke Mediengruppe in Essen, mein Nachfolger, hat mich zu einem munteren Twitter-Spiel aufgefordert. Ich soll jeden Tag das Cover von einem meiner zehn liebsten Fußballbücher twittern. Zehn Tage, zehn Bücher, nur das Cover, kein Kommentar - so lautet die Vorgabe.
Beim ersten Buch musste ich nicht lange überlegen: “Helmut Schön - Fußball” heißt das Werk und war ein Geschenk meines viel zu früh verstorbenen Kollegen Bernd Wieland. Auch die nächsten drei, vier Bücher, die sein müssen, fallen mir spontan ein. Dann muss ich eine Auslese vornehmen. Auf welche Bücher sollte ich keinesfalls verzichten?
Einen ausgelesenen Samstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Dortmund: Trainer Favre verliert 3:3 gegen Paderborn
Das große Schämen Das große Schämen
Von Pit Gottschalk
Borussia Dortmund muss sich nichts mehr vormachen. Trainer Lucien Favre hat allen Kredit verspielt. Die “Favre raus!”-Rufe aus dem Publikum waren zur Halbzeit, als die Mannschaft mit 0:3 gegen den Bundesliga-Letzten SC Paderborn hinten lag, nicht zu überhören. Die Aufholjagd mit dem späten Ausgleich zum 3:3 ändert so wenig an seiner Situation wie die Nibelungentreue von Kapitän Marco Reus: Der Trainer hat fast fertig.
Seit elf Monaten schon hangelt sich Dortmund von einer Ausrede zur nächsten, klammert sich jedesmal an der dünnen Hoffnung auf Besserung, wenn zwischendurch ein überzeugender Sieg gelingt, und will mit vereinten Kräften die Wahrheit ignorieren. Diese Mannschaft braucht einen Trainer, der sie entfesselt und nicht bändigt, einen, der die eigene Stärke propagiert und nicht die des Gegners. Einen Hasenfuß braucht der BVB nicht.
3:3 nach 0:3! Rettet die Aufholjagd Trainer Lucien Favre? 3:3 nach 0:3! Rettet die Aufholjagd Trainer Lucien Favre?
Kapitän Reus sagt, der Trainer stelle die Mannschaft “super” ein. Das kann nicht sein. Sonst würde diese Mannschaft keinen Nichtangriffspakt vorm Bayern-Spiel schmieden und nicht tölpelhaft in Paderborns Konterfallen tapsen. Von diesem Aufsteiger weiß man: Seine beste Waffe ist das Umschaltspiel. Dagegen muss man schnelle Leute stellen. Also nicht Mats Hummels und Julian Weigl. Was tut Favre? Er nimmt Hummels und Weigl.
“Wir müssen uns bei allen Leuten im Stadion für die Leistung entschuldigen. Ich habe keine Erklärung für die erste Halbzeit. Keine Ahnung, was wir da fabriziert haben, zu Hause 0:3 gegen Paderborn. Man hat sich richtig geschämt. So werden wir nie, nie wieder auftreten – das war absolute Scheiße.” Marco Reus bei DAZN
"Kein Wille, kein Elan, kein Bock" "Kein Wille, kein Elan, kein Bock"
Taktische Unstimmigkeiten sind bei Favre seit längerem zu beobachten und kratzen unweigerlich an seinem letzten Argument, das er für sich zu reklamieren glaubt, an seinem Ruf als Taktik-Fuchs. Ein Trainer, der ein Patentrecht auf ausgetüftelte Matchpläne erhebt, verzichtet in einer Schlacht wie vor zwei Wochen in München nicht auf ein Kämpferherz wie Thomas Delaney. Und vor allem: Er verliert dann nicht 0:4.
Lucien Favre war gestern der einzige bei Borussia Dortmund, der beim Abpfiff jubelnd die Arme hochriss, was durchaus Rückschlüsse zulässt, dass der Trainer die Lage verkennt. Matthias Sammer, der auf der Tribüne neben BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke saß, kann er nicht täuschen. Der Meistertrainer von 2002 und Chefberater in der Führungsriege kennt die Wechselwirkung von Taktik und Körpersprache besser.
So darf es beim BVB nicht weitergehen So darf es beim BVB nicht weitergehen
Beim BVB hat Sammer sein Profileben lang die Dominanz auf dem Spielfeld gepredigt, die Attacke als beste Verteidigungsstrategie. Diese Wucht, das eigene Spiel komplett in die Hälfte des Gegners zu verlagern, natürlich abgesichert, war beim 3:3 gegen Paderborn allein in den zweiten 45 Minuten zu sehen. Warum nicht von Anfang an? Weil Favre die schnellen Achraf Hakimi, Thorgan Hazard und Julian Brandt erst zur Pause brachte.
Man kann nur spekulieren, wann die BVB-Bosse die Reißleine ziehen. Bis Weihnachten gibt’s keinen günstigen Moment für einen Trainerwechsel mehr. Die Champions League geht in eine entscheidende Phase. Auf dem Trainermarkt drängt sich kein geeigneter Kandidat auf. Bayern München hatte den Mumm zur Interimslösung. Manchmal hilft die harte Tour.
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