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Oliver Kahn: 2 Jahre Probezeit voller Fallen und Tücken

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Als ich gestern die Meldung von Axel Witsels Verletzung bei Borus
 

Fever Pit’ch

31. August · Ausgabe #222 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Als ich gestern die Meldung von Axel Witsels Verletzung bei Borussia Dortmund las, dachte ich zunächst: Ach, wie tragisch! Geht das beim BVB schon wieder los. Der zweite Ausfall nach Thorgan Hazard.
Jetzt wird sich zeigen, ob die auch von mir so hochgelobte Einkaufspolitik prominente Spieler ersetzt. Der Druck ist hoch: RB Leipzig marschiert, wie man gestern in Mönchengladbach erleben konnte. Das 3:1 ist ein Signal.
An der Tabellenspitze geht es am dritten Spieltag schon so spannend zu, dass man - wie jedes Jahr - die erste Länderspielpause bedauert. Das Länderspiel am Freitag gegen Holland (in Hamburg) ersetzt halt die Bundesliga nicht.
Allein der Hoeneß-Auftritt gestern in München: Das war Unterhaltung pur. In seinem Leben will er nicht einmal ins Internet geschaut haben. Sagt er. Und glaubt doch zu wissen, wie es dort zugeht. Nicht seine Welt.
Ich befürchte deshalb, dass er in unserem Fever Pit'ch Podcast nicht reinhört, um zu erfahren, wie ich mit seinem Wegbegleiter Raimund Hinko die neue Lage beim FC Bayern München analysiere.
Hoeneß würde sich wundern, dass Hinko den Nachfolger des glücklosen Sportdirektors Hasan Salihamidzic zu kennen glaubt. Man muss die Einschätzung der Reporter-Legende ernstnehmen. Er kennt Bayern zu gut.
Wer der Salihamidzic-Nachfolger sein soll? Na, da muss man sich unseren Podcast schon gönnen. So viel Zeit muss sein. Wirklich viel passiert in der Länderspielpause nächste Woche ja nicht, oder?
Einen ohrenbetäubenden Samstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Oliver Kahn: 2 Jahre Probezeit voller Fallen und Tücken
Oliver Kahn kehrt zum FC Bayern zurück. Foto: Imago / Sven Simon
Seine Geschäfte laufen weiter - wie der Deal mit dem ZDF
Von Pit Gottschalk
Zwei Jahre: So lange dauert die Probezeit, die der Aufsichtsrat des FC Bayern seinem designierten Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn aufdiktiert hat. Offiziell zum 1. Januar 2020 tritt der Torwarttitan seinen Job als Vorstandsmitglied an. Bis Ende 2021 soll er den Vorstandsvorsitz von Karl-Heinz Rummenigge übernehmen.
Oliver Kahn darf sicher sein: Die zwei Jahre Probezeit an der Säbener Straße stecken voller Fallen und Tücken. Er wird keinen Satz mehr sagen können, ohne dass die Aussage dieses Satzes auf die Verträglichkeit mit seiner künftigen Position überprüft oder sogar im Widerspruch des noch aktuellen Amtsinhabers gesehen wird.
Was als zweijährige Einarbeitungszeit beim FC Bayern deklariert wird, ist für den Aufsichtsrat in Wahrheit eine Rückversicherung. Zur Stunde kann nämlich niemand mit Bestimmtheit sagen, ob Kahn tatsächlich das Zeug zum Vorstandsvorsitzenden im weltweit größten Sportverein hat. Er bringt beste Voraussetzungen mit, ja. Aber sonst?
Geschäftsführer in seinem offensichtlich florierenden Kleinunternehmen “Goalplay” zu sein, ist das eine. Etwas anderes, eine Weltmarke mit 700 Mio. Euro Umsatz und maximalem medialen Interesse zu leiten. Emotion, die Kahn auf dem Rasen lebte, ist beim Jonglieren mit Millionen ein schlechter Ratgeber. Rummenigges Kühle war meistens hilfreich.
Anders hätte der einstige Weltklassestürmer nicht die Jahrzehnte neben Uli Hoeneß bestehen können. Wann immer Hoeneß polterte, brachte Rummenigge Sachverstand ein, Willen zur Modernisierung. Sein internationales Netzwerk lieferte ihm Orientierungspunkte, ob er auf dem richtigen Weg war. Er nennt dies: “Benchmarks”. Nicht jeder versteht das.
Bei Heimspielen sitzen Oliver Kahn und Herbert Hainer zusammen. Foto: Imago / Action
Ganz nach dem Geschmack von Uli Hoeneß
Auch Kahn steckt voller Ideen zur Fortentwicklung des FC Bayern und muss gleichzeitig Geschick entwickeln, diese Ideen so klug zu platzieren, dass sie Rückhalt finden. Rummenigge will keinesfalls als “Lame Duck” erscheinen: als jemand, der da ist, aber nichts zu sagen hat. Zwei Jahre nebeneinander können eine lange Zeit sein. Für beide Seiten. 
In diesem Spannungsfeld zwischen Uli Hoeneß, der ihn aus dem Hintergrund so unterstützen wird wie der künftige Bayern-Präsident Herbert Hainer, und Karl-Heinz Rummenigge, der noch zwei Jahre im Büro sitzt und sein Erbe aktiv regeln will, muss Oliver Kahn seinen Platz finden. Die Goldwaage wird jederzeit neben seinem Schreibtisch stehen.  
Ein Beispiel: Kahn rechtfertigt nächstes oder übernächstes einen Kompromiss zur gerechteren TV-Geldverteilung in der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Schon steht der Verdacht im Raum: So verständnisvoll hätten die Leute vor ihm nicht argumentiert. Dann fehlt nur ein kleiner Schritt zur Überschrift: Ist Kahn zu weich für Bayern? 
Genauso kann es umgekehrt passieren. Um dem Eindruck zu widersprechen, er zeige zu wenig “Mia San Mia” beim FC Bayern, könnte Kahn unangemessene Härte demonstrieren. Wieder wird sein Verhalten auf jede Zukunftsfähigkeit abgeklopft: Steht da einer unter Druck? Schweigen ist keine Option. Als Bayern-Vorstand darf Kahn nicht schweigen.
“Er ist die perfekte Lösung für das Amt des Vorstandsvorsitzenden”, kommentierte Hoeneß die Personalentscheidung seines Aufsichtsrats. Man darf an der Aufrichtigkeit dieser Worte nicht zweifeln. Hoeneß ist ein loyaler Mensch. Er wäre in den nächsten zwei Jahren aber auch der erste, der Zweifel zum Ausdruck bringen würde. Aus Loyalität zum FC Bayern.
Hoeneß-PK als Kurzgeschichte
Uli Hoeneß bekommt von Karl-Heinz Rummenigge ein Geschenk. Foto: Imago / MIS
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Pit Gottschalk
Lieber Club, Ihr seid ein stolzer Verein des deutschen Fußballs, einst Rekordmeister und Vorbild. Ihr macht es mit solchen Stellungnahmen nur schlimmer. Ihr wollt die Punkte, wie es VfB-Trainer Tim Walter sagt, „ergaunern“. Macht das nicht. Es ist beschämend - für euch #Jatta https://t.co/Q7SDAtqu6c
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Social Media: Bundesliga im internationalen Vergleich
Durchschnittliche Zahl der täglichen Beiträge mit Links und Videos
Seit zwei Wochen rollt der Ball in der Bundesliga wieder. Damit geht für Deutschlands Vereine auch der Wettbewerb um die Erweiterung der globalen Fanbase weiter. Denn es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Fußballliebhaber auch über die Landesgrenzen hinaus einen sehr lukrativen Markt bilden. 
Um neue Fans anzusprechen, haben Fußballvereine sich in den letzten Jahren zu wahren Content-Produzenten entwickelt und transformieren immer mehr zu Medienunternehmen. Mit Interviews, Torszenen und Freizeit-Selfies der Profis bringen die Klubs den Sport ihren Fans näher als je zuvor. TeraVolt, eine Agentur für digitale TV-Produkte und Beratung, hat ausgewertet, wie erfolgreich die Bundesligateams ihren Content über Social Media verbreiten.
Reichlich Inhalte, aber nur zehn Prozent Video
Die Twitter-Analyse zeigt, dass die deutschen Vereine mit durchschnittlich 19 Posts pro Tag an der Tweet-Spitze Europas stehen. Allerdings enthält nur jeder zehnte Post ein Video und nur 16 Prozent einen Link, der die Nutzer zu weiteren Content-Angeboten führt und so die Reichweite vergrößert. Zum Vergleich: Englische, spanische und italienische Klubs posten im Durchschnitt jeweils doppelt so viele Bewegtbild-Inhalte. Ausreißer ist Atletico Bilbao. Mit rund 50 und in der Spitze sogar 100 Posts pro Tag ist der baskische Verein klarer Content-Champion.
Teams zielen auf Jugendliche ab und mischen in China mit
Bis auf einige Ausnahmen in der französischen Ligue 1 sind alle Vereine der fünf größten europäischen Ligen heutzutage auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube vertreten. Auch mit Plattformen, die jüngere Zielgruppen ansprechen, wie Snapchat und TikTok, experimentieren bereits mehrere Vereine. Eine wachsende Zahl von Teams mischt ebenfalls in dem so wichtigen chinesischen Markt mit. Immerhin 44 Prozent der deutschen Vereine bespielen beispielsweise den beliebten Micro-Blogging-Dienst Weibo. Spitzenreiter ist hier die Premier League mit 65 Prozent, gefolgt von der Primera Division (60 Prozent). 
Premier League spricht doppelt so viele Sprachen wie Bundesliga
Für eine globale Reichweite ist es nicht nur wichtig, ein gutes Content-Angebot zu haben, sondern auch möglichst viele Sprachen zu sprechen. Denn durch die Lokalisierung von Content erreichen die Klubs potenzielle Fans in deren Sprache und können sich so von der Konkurrenz abheben. Darin liegt für die deutschen Klubs eine Herausforderung, aber zugleich eine große Chance. Die Herausforderung: Eine Auswertung der sechs größten Vereine jeder Liga zeigt, dass die Premier-League-Teams ihren Content in fast doppelt so vielen Sprachen verbreiten – durchschnittlich 7,2 – wie die deutschen Kicker-Teams (3,7). Auch die Primera Division ist mit fünf Sprach-Varianten im Durchschnitt weitaus multilingualer als die Bundesliga.
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