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RB Leipzig: Der Gründervater sucht die Weite

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Nun ist es also Adi Hütter geworden: Die Spielergewerkschaft VDV
 

Fever Pit’ch

5. Juni · Ausgabe #170 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Nun ist es also Adi Hütter geworden: Die Spielergewerkschaft VDV wählten den Österreicher zum Trainer des Jahres. Die Wahl ist gut nachvollziehbar: Keine andere Bundesliga-Mannschaft hat die deutschen Fußballfans - über die ganze Saison betrachtet - so begeistert wie Eintracht Frankfurt mit den Auftritten in der Europa League. Herzlichen Glückwunsch!
Einen ehrenvollen Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

RB Leipzig: Der Gründervater sucht die Weite
Ralf Rangnicks Nachfolger kommt vom SC Paderborn Ralf Rangnicks Nachfolger kommt vom SC Paderborn
Von Jörg Soldwisch
Ralf Rangnick gilt nicht ohne Grund als Querdenker, wahrscheinlich war er gerade deshalb der Branche oft einen Schritt voraus. Vielleicht lässt er in ein paar Jahren die Talente-Quellen in New York und Brasilien tatsächlich sprudeln, vielleicht kann RB Leipzig dadurch wirklich zu internationalen Topklubs aufschließen. Doch im Moment bedeutet sein Abschied einen enormen Verlust für den Klub, den er wie kein Zweiter geprägt hat.
Rangnick war ohne Zweifel der Mastermind hinter dem Erfolg des Emporkömmlings. Jetzt soll er der neuen sportlichen Führung nur noch beratend zur Seite stehen. Doch wie empfänglich sind der selbstbewusste Trainer Julian Nagelsmann und erfolgreiche Sportdirektor Markus Krösche, die sich beide profilieren wollen und müssen, für Rangnicks Ratschläge? 
Nein, Rangnick wird nicht aus dem Hintergrund die Strippen ziehen. Rangnick hat faktisch keine Macht mehr bei RB Leipzig. Doch er betont, dass ihm das egal sei. Er wolle entwickeln, und das könne er bei RB nicht mehr im größeren Maße. Von daher ist der Schritt nur konsequent. Ob er den Macher Rangnick aber auch glücklich macht, wird sich zeigen, wenn die ersten Angebote anderer Klubs für ihn eintrudeln.
Jörg Soldwisch ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
"Rangnick hinterlässt bestelltes Feld" "Rangnick hinterlässt bestelltes Feld"
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  1. Ousmane Dembele (Frankreich) – 105 Millionen Euro (plus Boni bis 42 Millionen), 2017 von Borussia Dortmund zum FC Barcelona
  2. Lucas Hernandez (Frankreich) – 80 Millionen Euro, 2019 von Atletico Madrid zu Bayern München
  3. Kevin De Bruyne (Belgien) – 75 Millionen Euro, 2015 vom VfL Wolfsburg zu Manchester City
  4. Luka Jovic (Serbien) – 70 Millionen Euro, 2019 von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid
  5. Naby Keita (Guinea) – 70 Millionen Euro, 2018 von RB Leipzig zum FC Liverpool
  6. Pierre-Emerick Aubameyang (Gabun) – 63,75 Millionen Euro, Winter 2018 von Borussia Dortmund zum FC Arsenal
  7. Leroy Sane (Deutschland) – 50 Millionen Euro, 2016 von Schalke 04 zu Manchester City
  8. Douglas Costa (Brasilien) – 46 Millionen Euro, 2018 von Bayern München zu Juventus Turin
  9. Granit Xhaka (Schweiz) – 45 Millionen Euro, 2016 von Borussia Mönchengladbach zum FC Arsenal
  10. Henrich Mchitarjan (Armenien) – 42 Millionen Euro, 2016 von Borussia Dortmund zu Manchester United
  11. Corentin Tolisso (Frankreich) – 41,5 Millionen Euro, 2017 von Olympique Lyon zu Bayern München
  12. Roberto Firmino (Brasilien) – 41 Millionen Euro, 2015 von 1899 Hoffenheim zum FC Liverpool
  13. Julian Draxler (Deutschland) – 40 Millionen Euro, 2016 vom VfL Wolfsburg zu Paris St. Germain
  14. Javi Martinez (Spanien) – 40 Millionen Euro, 2012 von Athletic Bilbao zu Bayern München
  15. Mats Hummels (Deutschland) – 38 Millionen Euro, 2016 von Borussia Dortmund zu Bayern München
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Am Mittwoch tagt der 69. Kongress des Fußball-Weltverbands Fifa ab 9 Uhr in Paris. Wichtigster Tagesordnungspunkt: eine Präsidentschaftswahl, die längst entschieden ist. Amtsinhaber Gianni Infantino stellt sich ohne Gegenkandidaten für vier Jahre zur Wahl. Der 49-Jährige war Ende Februar 2016 zum Nachfolger des gestürzten Joseph S. Blatter gewählt worden.
Warum ist Infantinos Wiederwahl beschlossene Sache? 
Der Schweizer wird in weiten Teilen der Fifa (211 Verbände) erheblich weniger kritisch gesehen als beispielsweise in Deutschland. In Afrika, Südamerika und Asien kann Infantino, der die WM 2026 auf 48 Mannschaften aufgestockt hat, auf große Unterstützung bauen. “Gianni ist ein Geschenk für den Fußball”, sagte der nigerianische Verbandspräsident Amaju Pinnick in der ARD-Sportschau. Deshalb hat sich auch kein Herausforderer getraut, gegen den Amtsinhaber anzutreten - für die Kritiker aus der Europäischen Fußball-Union (Uefa) ist das ein Armutszeugnis.
Wie steht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zu Infantino? 
Der DFB wird für Infantino stimmen, auch des Friedens mit der Fifa wegen. Dieser hatte während der Amtszeit des zurückgetretenen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel ziemlich gelitten. “Wir sind hier nicht angetreten, um den DFB noch weiter ins Abseits zu stellen, als er ohnehin schon ist”, sagte Interimspräsident Reinhard Rauball am Dienstag in Paris. Zuletzt sei Infantino zu einem “langen, intensiven und ehrlichen Gespräch” im Rahmen des DFB-Pokalfinales in Berlin zu Gast gewesen. “Wir wollen, dass die deutsche Stimme gehört wird. Das geht nur, wenn man miteinander und nicht übereinander spricht”, sagte Rainer Koch, der zweite Interimsboss.
Wofür wird Infantino in Europa kritisiert?
Der 49-Jährige hat die Fifa zur “One-Man-Show” gemacht, mehr noch als Blatter. Intern wurde massiv aufgeräumt, etliche Mitarbeiter in der Fifa-Zentrale wurden ausgetauscht. Die “Aufpasser” aus der Ethikkommission, die einst Blatter und den damaligen Uefa-Chef Michel Platini gesperrt hatten, durften auch nicht weitermachen. Infantino scheint nur noch daran gelegen zu sein, möglichst viele Milliarden mit dem Fußball zu verdienen. Sein jüngster Streich, die Reform der Klub-WM ab 2021, drückte er gegen den Widerstand aus Europa durch.
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Welche seiner Pläne konnten bislang verhindert werden?
Das dubiose Angebot für den Verkauf zweier Wettbewerbe (Klub-WM und globale Nations League) sowie offenbar etlicher Rechte für rund 25 Milliarden Dollar wurde vom Fifa-Council zweimal abgeschmettert - vor allem wegen Infantinos Geheimnistuerei um die Identität der Investoren. Die Einführung der weltweiten Nations League musste der Schweizer ebenfalls verschieben. Sein großer Traum, schon die WM 2022 in Katar mit 48 Teams zu spielen, scheiterte zudem an der politischen Krise am Persischen Golf. Keiner der direkten Nachbarn des Emirats war zu eine Kooperation bereit.
Bleibt Infantinos Fifa das Feindbild für die deutschen Fans? 
Mit Sicherheit dann, wenn der aktuelle Kurs, den Sport vermeintlich auszupressen, beibehalten wird. Allerdings ist es nicht nur die Fifa. Kurz vor der Reform der Klub-WM beispielsweise protestierte die europäische Klub-Vereinigung ECA lautstark und spielte sich als Bewahrer des Fußballs auf - inzwischen ist die mächtige Organisation dafür verantwortlich, dass in Europa über den Untergang der Champions League diskutiert wird. Das Geschäft mit dem Fußball, in dem die Interessen der Fans nur eine Nebenrolle spielen, wird auch in den kommenden vier Infantino-Jahren dasselbe bleiben.
Alle mal herhören!
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