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Ribéry-Eklat: FC Bayern wieder in Erklärungsnot

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Es ist so weit: Fever Pit'ch kehrt aus der Winterpause zurück. Vi
 

Fever Pit’ch

7. Januar · Ausgabe #45 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Es ist so weit: Fever Pit'ch kehrt aus der Winterpause zurück. Vielen Dank, dass Ihr mir treu geblieben seid. Ab jetzt gibt’s wieder an jedem Wochentag um 6.10 Uhr das Neueste aus der Fußballwelt. Gleich zum Start ins neue Jahr wurde mir vom FC Bayern ein Thema serviert: Franck Ribéry und sein Ausraster bei Twitter. Daraus habe ich sofort einen Podcast gebaut - ein Klick auf den Link genügt. In den Formulierungen habe mich ein bisschen gewunden, ob ich euch das F-Wort zumuten soll. Einerseits sind wir hartgesottene Leute, klar. Andererseits sollen beim Diskutieren nicht Sitte und Anstand verloren gehen, wie es leider zu oft beim Fußball passiert. Was meint Ihr: Darf man F*** schreiben?
Eine französische Woche wünscht
Euer Pit Gottschalk

Bayern München in Erklärungsnot
Fever Pit'ch - der Fußball-Podcast. Einfach aufs Cover klicken und reinhören.
Franck Ribéry am Pranger: Warum bestraft ihn Bayern nicht härter?
Mal angenommen, die Geldstrafe beträgt 150.000 Euro. Jeder Normalverdiener wird sagen: Das ist eine verdammt hohe Summe, die der FC Bayern von seinem prominenten Spieler fordert. Alles eine Frage der Relation. Die Wahrheit ist: Franck Ribéry wird die Strafe verschmerzen.
150.000 Euro - das ist 1,8 Prozent des angeblichen Jahresgehalts von 8,32 Mio. Euro. Also 51,50 Euro, wenn man das deutsche Durchschnittsgehalt von 2860 Euro verdient. Die Strafe wirkt wie beim Knöllchen: Heute ärgert einen der Strafzettel; morgen hat man ihn schon wieder vergessen.
Schlimmer noch: Ribéry wird die Geldstrafe, wenn er sie denn überhaupt bezahlen muss, kaum bemerken. Zwei Drittel des Maximalgehalts sind bei einem Profifußballer so variabel gehalten, dass hohe Abweichungen üblich sind und Strafgelder wie verpasste Punktprämien ins Gewicht fallen.
Pit Gottschalk
Auf Französisch klingt sein Satz „Fickt eure Mütter, eure Großmütter und auch euren Stammbaum“ so musikalisch-harmlos, dass man @FranckRibery fast mildernde Umstände zugestehen will. #Ribery @FCBayern #riberysteak
4:39 PM - 6 Jan 2019
Suspendiert wird Ribéry vom FC Bayern jedenfalls nicht. Und das, obwohl er kein Ersttäter ist. Im Herbst hat er den TV-Journalisten und Landsmann Patrick Guillon geohrfeigt. Danach reichte Bayern eine Entschuldigung. Diesmal macht sich der Rekordmeister mit einer Geldstrafe lächerlich.
Sportchef Hasan Salihamidzic mag vielleicht von einem langen Gespräch mit seinem Starspieler geredet haben. Wehtun wollte er ihm keinesfalls. Jeder im Verein weiß: Ribéry ist der Ziehsohn von Präsident Uli Hoeneß. Da bringt man sich nicht unnötig in die Bredouille.
Es ist entlarvend, wenn Salihamidzic vor seiner Urteilsverkündung zuerst seine Solidarität mit Ribéry zum Ausdruck bringt. Sonst sitzt der bei nächster Gelegenheit wieder bei Hoeneß. Man kann davon ausgehen, dass nicht jeder Bayern-Spieler so glimpflich davon gekommen wäre.
"Er kann sich da eben nicht so kontrollieren"
Aber bei Bayern traut sich keiner, ihn an gute Manieren zu erinnern oder zur Rechenschaft zu ziehen. Ribéry bekommt die Rückendeckung von Uli Hoeneß ständig. Es mag Gründe für jede Extrawurst geben. Eine Mannschaft jedoch pflegt ein Feingefühl für jede Ungerechtigkeit.
50.000 Euro musste mal Philipp Lahm 2009 bezahlen, als er in einem SZ-Interview die Transferpolitik beim FC Bayern kritisierte. Oliver Kahn war zwei Jahre zuvor sogar suspendiert worden (plus 25.000 Euro Geldstrafe), als er die Weihnachtsfeier zu früh verlassen und Kollegen kritisiert hatte.
Im Fall Kahn handelte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld “aus disziplinarischen Gründen”. Die Musterleiche hatte Signalwirkung an das Team: Bis hierher und nicht weiter. Hitzfelds Torhüter gab sich anschließend kleinlaut und reumütig in seinen öffentlichen Stellungnahmen. Anders Franck Ribéry.
Der letzte Tropfen auf das Hass-Fass
Der Umgang mit Ribéry, so Bild-Kollege Matthias Brügelmann, sei ein “Armutszeugnis” für den FC Bayern. Der Vorgang ist ja keine Lappalie. Als Millionär darf ein Spieler mit seinem Geld machen, was er will. Es ist seine Sache, wenn er um ein Goldenes Kalb tanzt. Darum geht es auch nicht.
Als Repräsentant des größten Vereins der Welt übernimmt ein Profi mit dem Millionengehalt die Verpflichtung zur Vorbildfunktion. Niemand würde sich ja dafür interessieren, was Ribéry macht oder tut, wenn er nicht als Fußballer in der Öffentlichkeit stünde. Gossensprache verbietet sich da.
Natürlich nervte Ribéry die Neiddebatte, nachdem er zu einem teuren Essen eingeladen worden war. Hassparolen sind das Exzem des Internets. Jeder Politiker, der Flüchtlingen hilft, kennt die Entzündungsreaktion. Rechtfertigen kann die eine Entgleisung die andere Entgleisung nicht.
Franck Ribéry auf Instagram: “Kein besserer Start ins neue Jahr" Franck Ribéry auf Instagram: “Kein besserer Start ins neue Jahr"
Der Franzose, seit zwölf Jahren beim FC Bayern, löschte seine umstrittene Twitter-Reaktion auf die Anfeindungen nicht. Noch Sonntagnacht stand dort sein Aufruf zu, wie soll man sagen, generationsübergreifender Inzucht unter den Trollen.
Mit seiner Sturheit bringt Ribéry seinen Klub erneut in Erklärungsnot: Wie viel Einfluss hat Sportdirektor Salihamidzic wirklich, wenn er seinen Spieler nicht dazu bewegen kann, verstörende Wörter im Internet zu entfernen? Warum bestraft ihn der FC Bayern dann nicht härter?
Mitte Januar beginnen für Ribéry die letzten vier Monate als Spieler beim FC Bayern. Im April wird er 36 Jahre alt. Ursprünglich sollte er anschließend ein Amt an der Säbener Straße übernehmen. Trainer, Berater, Repräsentant, irgendwas. Aber geht das jetzt noch?
So reagiert das Netz auf seinen Skandal-Post
Im Herbst hatte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge an das Grundgesetz erinnert (“Würde des Menschen unantastbar”) und für seinen Verein hohe Wertmaßstäbe beansprucht. Daran müssen er und seine Spieler sich jetzt messen lassen. Die Sache steht nicht gut.
Zum wiederholten Mal bereiten die Bayern die Bundesliga-Rückrunde beim umstrittenen Werbepartner in Katar vor. Der WM-Gastgeber von 2022 steht seit Jahren unter Beobachtung, weil die Menschenrechte im Land nicht wirklich ernstgenommen werden.
Zumindest das hat der Fall Ribéry geschafft: Alle Blicke sind auf den linken Flügelstürmer gerichtet und nicht zu viele auf die Frage, ob die Bayern nach jener legendären Pressekonferenz in einem Land mit wenig Sinn für die Unantastbarkeit von Menschenwürde trainieren dürfen.
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Kein europäischer Spitzenklub hat seine Fußballprofis in den vergangenen fünf Jahren so gewinnbringend verkauft wie Borussia Dortmund. Zu diesem Ergebnis kommt Fever Pit’ch in einer Auswertung aller Spielertransfers seit der Saison 2013/14. 
Mit dem Verkauf des US-Amerikaners Christian Pulisic für 64 Mio. Euro an den FC Chelsea in London erbrachte jeder der 73 veräußerten BVB-Profis im Schnitt eine Ablösesumme von 7,82 Mio. Euro, was in Summe einen Umsatz von fast 571 Mio. Euro ergibt.
Mit durchschnittlich 8,59 Mio. Euro erzielte zwar Real Madrid als einziger Klub einen noch höheren Verkaufswert bei Spielern. Aber Dortmund kaufte günstiger ein: Im Schnitt kostete jeder Zugang 5,84 Mio. Euro. Den Gewinn von 1,98 Mio. Euro pro Spieler erreicht kein anderer Klub in Europa. 
Wie Fever Pit’ch anhand Transfermarkt.de errechnete, schafften zwei portugiesische Vereine in den vergangenen fünf Jahren den höchsten Transfergewinn überhaupt: Benfica Lissabon mit 356,8 Mio.Euro und der FC Porto mit 234,5 Mio. Euro.
Der ungewöhnliche Millionen-Deal
Zwei Klubs aus der Premier League sind die größten Investoren seit 2013: Manchester City mit einem Transferminus von 750 Mio. Euro und Manchester United mit 625,4 Mio. Euro, gefolgt von Paris Saint-Germain (539,2 Mio. Euro) und FC Barcelona (417,6 Mio. Euro.).
Nur jeder zweite der 50 europäischen Spitzenklubs weist überhaupt einen positiven Transfersaldo aus, darunter Bayer Leverkusen (18,8). Die deutschen Klubs FC Bayern (115,4), VfL Wolfsburg (89,8) und FC Schalke (28,4) dagegen verzeichnen ein Minus über fünf Jahre.
Manchester City gab in fünf Jahren das meiste Geld für neue Spieler aus: über eine Milliarde Euro. Die wenigsten Spieler transferierte Bayern München in dieser Zeit seit dem Triple-Gewinn 2013: Es kamen nur 53 und gingen 55 Spieler. Die Transferperiode läuft noch bis zum 31. Januar.
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