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Schalke 04: Eintracht Frankfurt muss das Vorbild sein

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Es machte gestern irrsinnig Freude, Eintracht Frankfurt in der Eu
 

Fever Pit’ch

15. März · Ausgabe #103 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Es machte gestern irrsinnig Freude, Eintracht Frankfurt in der Europa League zu sehen. Wie die Spieler um jeden Meter rannten, jeden Zweikampf annahmen, als gäbe keinen zweiten. So muss Fußball sein, wenn man von der Papierform her die scheinbar schwächere Mannschaft hat. Inter Mailand mit den vielen Nationalspielern gab irgendwann auf. Nicht ein einziges Tor in Hin- und Rückspiel zugelassen: Besser kann man die Leistung des letzten deutschen Klubs im Europapokal nicht in Zahlen ausdrücken. Eintracht Frankfurt hatte Mumm. Herzlichen Glückwunsch zum Viertelfinale! Die Auslosung beginnt heute um 13 Uhr in Nyon (Schweiz).
Einen bereitwilligen Freitag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Schalke 04: Eintracht Frankfurt muss das Vorbild sein
Mit Huub Stevens und Mike Büskens zurück in die Zukunft Mit Huub Stevens und Mike Büskens zurück in die Zukunft
Der Zickzack-Kurs des FC Schalke an nur einem einzigen Tag. Noch am Morgen hieß es, Trainer Domenico Tedesco bekäme eine Gnadenfrist; er stand sogar auf dem Trainingsplatz. Am Nachmittag die Erlösung einer dauerhaften Drucksituation: Tedesco muss doch gehen.
Sowas macht ein professionell geführter Verein nur, wenn er Zeit gewinnen will. Zum Beispiel für die Verpflichtung eines Trainers, mit dem noch verhandelt wird. Anders Schalke: Die Vereinsführung schickte zwei vor, die eh jederzeit verfügbar waren. Huub Stevens und Mike Büskens.
Nun kann man darüber spekulieren, ob allein die Nerven blank liegen, auf Schalke jedes professionelle Management in Krisenzeiten unmöglich ist oder die Schalker ihre Außenwirkung einfach unterschätzen. Die Personalien selbst sind nachvollziehbar.
Bedauerlich, aber logisch
Der Jahrhunderttrainer sitzt im Aufsichtsrat und weiß um die Zwänge, die dem Verein so zusetzen. Das Geld, die Emotionen, der Tabellenstand, nicht zuletzt die Abstiegsangst - er kennt das alles. Von Huub Stevens kam auch der Tipp, Jochen Schneider als Sportvorstand zu berufen.
Dass er Mike Büskens, seinen Spieler vom Uefa-Pokalsieg 1997, an die Seite holte, ist ein kluger Schachzug. Gemeinsam repräsentieren sie die guten alten Zeiten, was auf Schalke so wichtig ist wie ein einstelliger Tabellenplatz. Zusammen geben sie Schalke, was zuletzt fehlte: Herzblut.
Stevens ist viel zu alt, um Spielern opportun Freiheiten zu gestatten, die sie nicht verdient haben. Er wird denen, die nicht laufen, in den Hintern treten. Den Rest besorgt Büskens. Für den Moment mag die Notlösung reichen. Für das Spiel gegen RB Leipzig. Zukunft hat das Duo nicht.
Schleudersitz Schalke: Auch Heynckes scheiterte
Eintracht Frankfurt, Deutschlands neue Helden im Europacup, machen vor, wie man innerhalb von nur zwei, drei Jahren aus dem Bundesliga-Sumpf entflieht. Kaum war die Relegation überstanden und der Klassenerhalt geschafft, übernahm Fredi Bobic als Sportvorstand das Kommando.
Der Europameister von 1996 stellt das Team auf wirtschaftlich vernünftigen Boden, baute mit einem starken Trainer ein Ensemble mit Spielern aus aller Welt. Penibel achtete Bobic darauf, dass sie für ihren Arbeitgeber brannten. Das Ergebnis sah man gestern in Mailand.
Ein 1:0 nach großem Kampf holten die Frankfurter und gestatteten der Millionentruppe von Inter Mailand nicht ein einziges Tor in zwei Achtelfinal-Spielen der Europa League. Heute ist die Eintracht das letzte deutsche Aushängeschild in beiden europäischen Klubwettbewerben.
So reagiert das Netz auf das Tedesco-Aus
So ein Kraftakt funktioniert nur, wenn man bei der Trainersuche maximale Sorgfalt zeigt. Die Zeit für Experimente war damals in Frankfurt wie heute auf Schalke vorbei. Zuerst kam Niko Kovac, ein WM-Trainer von 2014, dann Adi Hütter aus Österreich.
So einen braucht auch Schalke: Einer, der zuerst konsolidert, dann aufbaut. Der erfahren ist, aber modern arbeitet. Der eine Sprache spricht, die alle im Team verstehen und nicht nur die mit Fachabitur. Bruno Labbadia kann so einer sein; ihn kennt Schneider aus Stuttgart. Oder Marco Rosen in Salzburg.
Schalke tut gerade alles dafür, mit dem Karren frontal gegen die Wand zu fahren. Es wird höchste Zeit, das Lenkrad herumzureißen. Das wollte man ja schon öfter auf Schalke. Hoffentlich ist den Beteiligten klar, dass es nicht mehr viele Gelegenheiten zur Kurskorrektur geben wird.
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