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Schalke 04: Zeit der Ausreden ist vorbei

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Als ich am Sonntag beim Sport1 Doppelpass Simon Rolfes gegenüber
 

Fever Pit’ch

21. Januar · Ausgabe #57 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Als ich am Sonntag beim Sport1 Doppelpass Simon Rolfes gegenüber saß, wurde mir erneut klar: Nicht nur bei den Trainern und den Mannschaften, sondern auch bei den Sportdirektoren beginnt ein Generationswechsel. Simon Rolfes, der heute 37 wird, soll irgendwann bei Bayer Leverkusen die Aufgaben von Rudi Völler übernehmen. So wie Sebastian Kehl in Dortmund die von Michael Zorc. Beide kennen das Klackern der Stollenschuhe auf Hallenböden und den Leistungsdruck auf dem Rasen. Beide haben sich fortgebildet und drehen eine Warteschleife, um die Feinheiten der praktischen Büroarbeit zu lernen. Beide sind zugänglich und eloquent, was eine moderne Medienbeziehung vereinfacht.
Dazu passt, dass der frühere Nationalspieler Marcell Jansen am Samstag mit 33 Jahren zum HSV-Präsidenten gewählt worden ist. Er hat ein prominentes Vorbild: In seinem Alter wurde Reinhard Rauball, heute 72, der jüngste Vereinspräsident im deutschen Fußball. Dreimal hat er Borussia Dortmund vor dem Untergang gerettet und ist noch heute Präsident.
Ich bin sehr gespannt, was die Ex-Kicker in ihren neuen Ämtern auf die Beine stellen, und bin durchaus optimistisch.
Einen jugendfreien Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Schalke 04: Zeit der Ausreden ist vorbei
Schalke-Trainer Domenico Tedesco bei Sky - er sieht mitgenommen aus. Foto: SK
"Masochist bin ich nicht"
Seit zweieinhalb Jahren ist Christian Heidel Sportvorstand beim FC Schalke. Seine Bilanz: Platz 10 im ersten und Vizemeisterschaft im zweiten Jahr. Aus einem Champion-League-Platz im dritten Jahr wird nichts werden. Daran ändert auch das 2:1 zum Rückrundenstart gegen VfL Wolfsburg nichts. Der FC Schalke dümpelt im Mittelmaß der Liga. Besserung ist nicht in Sicht.
Die Schalker hätten eine Europacup-Teilnahme auch nicht verdient. Von einem Kader, der eine Viertelmilliarde Euro wert sein soll, darf man nicht nur erfolgreichen, sondern auch schönen Fußball erwarten. Zum Vergleich: Aufsteiger Fortuna Düsseldorf kostet nur ein Fünftel und holte mit 21 Punkten nach 18 Spieltagen dieselbe Ausbeute wie Schalke.
Es ehrt ihn, wenn Heidel eigene Fehler einräumt, die zu einem Verlust von neun Punkten führten, wie er sagt. Man muss sein Schuldeingeständnis nur richtig verstehen: Er will von den Versäumnissen seines Trainers Domenico Tedesco ablenken. Es ist nicht allein die Zusammenstellung der Spieler, die Sorgen bereitet, sondern auch die Spielweise, die der Trainer vorgibt.
Muss Sportvorstand Heidel spätestens 2020 gehen?
Ein Ballbesitz von 35 Prozent in der ersten Halbzeit ist ein Indikator, was auf Schalke gerade schiefläuft. Die Mannschaft gestaltet im eigenen Stadion nicht das Spiel; sie lauert. Vorige Saison, als die Gegner regelmäßig auf diese Taktik reinfielen, das Spiel machten und konteranfällig agierten, reichte Schalke ein bisschen Spielglück zu Platz zwei. Auf Dauer geht das nicht gut.
Die Zeit der Ausreden auf Schalke ist vorbei. Es reicht nicht, wenn Trainer Tedesco nach Benedikt Höwedes und Naldo die dritte Identifikationsfigur einen Kopf kürzer macht (Torwart Ralf Fährmann). Er muss der Mannschaft ein Spielkorsett geben, das nicht zur kollektiven Nackenstarre im Mittelfeld führt, weil alle über ihren Köpfen dem Ball hinterherschauen müssen.
Zu oft wurde davon erzählt, dass die finanziellen Mittel begrenzt und die Punktausbeute nach dem fünften Spieltag in Ordnung wäre. Zu oft haben die Schalke Engagement mit Qualität verwechselt, den guten Versuch schön- und kleinste Erfolge großgeredet. Fährmann zum Beispiel wurde zum WM-Kandidaten erhoben. Nein, er war schon immer Durchschnitt.
Schalke braucht eine große Lösung. Und darunter ist nicht zu verstehen, dass Heidel einen weiteren Daniel Caligiuri einkauft, dem sie jetzt alle dankbar sind, dass er zwei Tore gegen Wolfsburg geschossen hat. Mit großer Lösung sind Spielphilosophie und Persönlichkeiten gemeint, um die die Konkurrenz die Schalker beneidet.
Nübel im Tor: Der jüngste Trend
Es hat schon seinen Grund, dass Schalke seine Ladenhüter schwerlich los wird. Diejenigen, die zu Großem fähig sind, sind längst weg. Leroy Sané. Thilo Kehrer. Leon Goretzka. Man konnte sie nicht halten, einverstanden. Aber wo sind jetzt die Spieler, denen man auf Dauer einen Bundesliga-Platz eins bis vier zutraut?
Hand aufs Herz: Für welchen Spieler allein würde man in die Arena gehen? Nein, es ist die Stimmung, die Tradition, vielleicht die Hoffnung, die lockt. Aber ganz sicher nicht: die Spielweise, die Wucht, die Aura eines Spielers, die mal Raúl auf Schalke verbreitet hat. Das ist in Dortmund anders. Noch lebt Schalke von seinem eigenen Mythos. Ein wenig mehr darf’s schon sein.
Hier beginnt die Aufgabe des Trainers. Einer, der mit der Einstellung “Gegen den Ball” Resultate erzwingen statt erspielen will, überlebt die Saison. Er wird keinesfalls ewig vom Ruhm leben können, dass er Borussia Dortmund ein legendäres 4:4 abgetrotzt hat. An die 60.000 Zuschauer gehen in die Veltins-Arena. Sie haben Anspruch auf 90 Minuten ordentlichen Fußball.
Schalke-Fans toben über Fährmann-Degradierung
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