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Siegpflicht: Uli Hoeneß setzt Niko Kovac unter Druck

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Kurze Frage: Wie tippt Ihr Bayern gegen Borussia? Ich weiß noch i
 

Fever Pit’ch

5. April · Ausgabe #121 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Kurze Frage: Wie tippt Ihr Bayern gegen Borussia? Ich weiß noch immer nicht, was ich von diesen Bayern halten soll. Konnten oder wollten sie nicht besser Fußball spielen? Haben sie womöglich gegen den Trainer gespielt? Was mir beim Pokalspiel gegen Heidenheim auffiel: Als Franck Ribery ausgewechselt wurde, flüsterten ihm Mitspieler fast verschwörerisch Beruhigendes ins Ohr. Das macht nur, wer was im Schilde führt. Also abermals meine Frage: Wie tippt Ihr Bayern gegen Borussia?
Einen geheimnisvollen Freitag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Siegpflicht: Uli Hoeneß setzt Niko Kovac unter Druck
"Gegen Dortmund muss geliefert werden" "Gegen Dortmund muss geliefert werden"
Der Satz von Uli Hoeneß ist unmissverständlich und kann nur als Drohung Richtung Trainer interpretiert werden. Der Bayern-Präsident sagte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (DPA) wörtlich:
„Am Samstag, 18.30 Uhr, darf es keine Ausreden geben. Da muss gegen Dortmund geliefert werden. Wir müssen gewinnen, dazu gibt es für mich keine Alternative. Unsere Mannschaft muss mit einem Sieg gegen Dortmund zeigen, dass sie Meister werden will.“
Verantwortlich für den Erfolg einer Fußballmannschaft ist beim FC Bayern der Trainer. Schon in der Hinrunde hatte Hoeneß, wie er am 24. Februar einräumte, “zwei, drei Tage lang” Zweifel an Niko Kovac. Die Hasenfuß-Taktik beim vorzeitigen Europapokal-Aus gegen den FC Liverpool in der Champions League (1:3 nach 0:0) warf die Frage erneut auf, ob Kovac der richtige Mann für brenzlige Situationen ist.
Psycho-Spielchen im Titelduell
Nun das wilde 5:4 gegen Heidenheim. Als alle Welt noch rätselte, ob das glückliche Ende im Pokal-Viertelfinale gegen den Zweitligisten Ausdruck überragender Mentalität oder doch Beleg für die Anfälligkeit des FC Bayern sein könnte, würgte Niklas Süle jede Diskussion kurzerhand ab. „Das Spiel“, sagte der Abwehrchef, als er seinen Platzverweis verdaut hatte, „muss man auch mit sieben Mann runterspielen können.“
Das aber konnten die Bayern nicht. Ihre erste Führung ging genauso verloren, als Süles Notbremse gegen Robert Andrich vom Video-Assistenten geahndet wurde, wie die zweite mit zwei Toren Vorsprung. Der bisher unbekannte Mittelstürmer Robert Glatzel war in der Lage, die Verteidigung mit den Ex-Weltmeistern Mats Hummels und Jerome Boateng auseinanderzureißen.
"Dieses Spiel entscheidet über die Meisterschaft"
„Du kannst nicht vier Gegentreffer kassieren, das geht nicht - bei allem Respekt vor Heidenheim“, schimpfte Trainer Niko Kovac. Den Spielern fiel keine andere Entschuldigung ein, als dass sie mit ihren Gedanken nicht bei der Sache waren. „Wir hatten den Kopf schon beim Samstag“, sagte Robert Lewandowski. Beim Top-Spiel gegen Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund.
Die Wahrheit ist: Der FC Bayern spielt so anfällig wie selten. Das 1:1 in Freiburg und der glückliche Sieg über Heidenheim warfen alles an Selbstbewusstsein über Bord, das der Titelverteidiger mit einem Zwischensprint von sechs Bundesliga-Siegen in Folge aufgebaut hatte. „Nach so einem Spiel muss man nachdenklich werden“, so Sportchef Hasan Salihamidzic.
Bayern München und der Top-Spiel-Fluch
In 40 Pflichtspielen kassierten die Bayern schon 43 Gegentore diese Saison - voriges Jahr waren es 49 in 53 Spielen. Die 43 Gegentore sind schon mehr als in den kompletten Spielzeiten 2014/15 bis 2016/17. Zum siebten Mal gab es mindestens drei Gegentore, viermal davon in der Allianz-Arena. So löchrig war die Abwehr seit 2011 nicht, wie der Datendienstleister „Opta“ herausfand. Fürs Löcherstopfen zuständig: der Trainer.
Denn auffällig ist: Obwohl Süle Abwehrchef ist, gewannen die Bayern alle sechs Spiele, in denen Süle fehlte - mit 17:1 Toren. Da ist es allenfalls ein Trost, dass die BVB-Abwehr in der Rückrunde ebenfalls schwächelt: Vier Gegentore verbockte man in 13 Spielen selbst; in der Hinrunde war es nur eins. Torwart Roman Bürki hält nur noch 64,4 Prozent der Schüsse. In der Hinrunde: 76,8 Prozent. 
Pokalspiel erschüttert Bayern München
Trotzdem sind seine Bayern vorm BVB-Duell nervöser, als sie es zugeben wollen. Der FC Bayern verlor vier der vergangenen sechs Duelle mit einem Spitzenreiter in der Bundesliga. Dreimal übrigens gegen Borussia Dortmund: 2010/11 beim 1:3 zu Hause, 2011/12 beim 0:1 auswärts und zuletzt in der Hinrunde beim 2:3 im Signal-Iduna-Park. 2011 und 2012 wurde Dortmund Meister.
Die Statistik-Auswertung „Expected Goals“ wertet Schusspositionen aus und sagte ihm diese Saison 8,5 Treffer voraus. Mit 16 Toren übertrifft der Spanier seine Prognose jetzt um 7,5 Treffer. Anders Robert Lewandowski bei Bayern: Bei 19 Toren fehlen ihm statistisch 6,7 Treffer. Das liegt an der Verwertung von Großchancen: Alcacer verwandelt 63 Prozent, Lewandowski 36 Prozent.
"Müssen alles perfekt machen"
“Wenn wir gewinnen, ist es noch nicht entschieden. Bei einem Unentschieden ist es noch nicht entschieden. Gewinnt Bayern, ist es auch noch völlig offen.” BVB-Trainer Lucien Favre
Der Münchner Datenspezialist „Opta Sports“ kommt deshalb zu dem Urteil: „Statistisch lässt Alcacer seinen Kontrahenten in so gut wie allen Kategorien hinter sich.“ Alcacer trifft alle 60 Spielminuten (Lewandowski 123). Seine Tore brachten elf Punkte (Lewandowski fünf). Im Schnitt gibt er in einem Spiel 4,4 Torschüsse ab (Lewandowski 4,3). Darum liegt Borussia Dortmund jetzt vor Bayern.
Kovac ist bei Neuer und Alaba „sehr optimistisch“
Hinzu kommt: Borussia Dortmund spielt inzwischen mit dem berühmten Bayern-Dusel. Diese Saison traf der BVB schon neunmal nach der 90. Spielminute; sieben der neun Treffer fielen sogar in der Nachspielzeit. Würden alle Spiele in der 89. Minute enden: Die Bayern wären mit vier Punkten Vorsprung Tabellenführer in der Bundesliga - und nicht Dortmund mit zwei Punkten.
Als Franck Ribery im Heidenheim-Spiel seine Auswechslung motzend quittierte, ging der Trainer zu ihm und entschuldigte sich beim Spieler. Deutlicher kann Kovac kaum zeigen, dass seine Autorität schwindet und er sich deshalb an die Gunst der Spieler robbt. Dass man ihm den „radikalsten Umbruch der Klubgeschichte anvertraut, ist stark anzuzweifeln“, meint der Sport-Informationsdienst (SID).
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Patrick Herrmann ist seit fast elf Jahren bei Borussia Mönchengladbach. Manu Thiele hat ihn im Borussia-Park getroffen und durften ihm einige Fragen stellen. Unter anderem ging es um seine Vergangenheit, als Manchester United angeblich interessiert war. Es wurde auch grundsätzlich. Kann man den Zeitungen wirklich trauen? Neben diesem Thema spricht Patrick Herrmann auch über Streiche, die er seinen Kollegen gespielt hat.

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