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Sollte man das Gehalt von Fußballstars begrenzen?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Was muss der deutsche Fußball besser machen? Die ersten drei Idee
 

Fever Pit’ch

20. Mai · Ausgabe #375 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Was muss der deutsche Fußball besser machen? Die ersten drei Ideen sind schnell bei der Hand. Gehälter begrenzen, Eintrittspreise senken, jungen Spielern eine größere Chance geben. Und dann? Ich will auf diesem Weg mal alle Ideen der Fever Pit'ch Leser sammeln und anschließend veröffentlichen. Mir dazu bitte stichwortartig (keine Romane!) die weitreichendsten Ideen mailen. Ich behaupte: Es mangelt nicht an guten Vorschlägen, oder?
Einen auskunftsfreudigen Mittwoch wünscht
Euer Pit Gottschalk

Sollte man das Gehalt von Fußballstars begrenzen?
Das Bremer Weserstadion am Montagabend
Das Bremer Weserstadion am Montagabend
So müsste sich die Bundesliga reformieren
Von Pit Gottschalk
Die Branche darf sich nichts vormachen. Natürlich müsste eine ehrliche Gehaltsobergrenze die Zügellosigkeit im Profifußball stoppen und den Sport zurück in seine Bezahlbarkeit mit überschaubarem Risiko führen. Aber dazu bedarf es einer Einigkeit zwischen den Verbänden und Vereinen, die es so nicht gibt, niemals so geben wird und vermutlich noch nie gegeben hat.
Es reichen dem einen (in diesem Fall Karl Heinz Rummenigge, dem Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern) ja schon ein paar kritische und vielleicht überzogene Bemerkungen in einem Spiegel-Interview, um dem anderen (DFB-Präsident Fritz Keller) Sozialarbeit auf Hartz-Vier-Niveau zu wünschen: Er solle vor seiner eigenen Haustür kehren. Solidarität: null.
So geht das ständig. Man muss Vertretern der reicheren Vereine nur eine gerechtere Verteilung der Fernsehgelder vorschlagen, um in der Liga eine Chancengleichheit zu fördern. Schon wird man wahlweise als Sozialist oder Romantiker verspottet. Und hier reden wir nur vom Gefälle innerhalb von Deutschland. International wird’s extrem komplizierter.
Fünf-Punkte-Plan für Nachhaltigkeit
Fritz Kellers Plan verdient eine faire Chance
Wenn schon die kleinsten Meinungsverschiedenheiten im öffentlichen Raum eskalieren: Wie will sich der europäische Klubfußball vor der EU in Brüssel dann als Einheit präsentieren, damit ein Regelwerk die Gehaltszahlungen gesetzlich zügelt? Die guten Absichten, die DFB-Chef Keller gestern in einem 5-Punkten-Plan äußerte, sind aller Ehren wert.
Aber auch das Papier, auf dem sie ausgedruckt werden? Gehaltsobergrenze - das klingt bei Jahresgehältern, die das Hundertfache vom Gehalt der Bundeskanzlerin übersteigen, so zwingend logisch, dass man sich unweigerlich fragt: Warum gibt’s die nicht schon längst? Die Antwort ist einfach: Weil die Grundlage dafür fehlt.
Wo Regelungen offiziell das Salär beschränken, wird es immer Wege geben, die besten Fußballspieler mit Zahlungen jenseits der Gehaltsobergrenzen an sich zu binden. Werbeverträge, Fotorechte, Zweitkonto: Haben nicht die Footballleaks-Enthüllungen die breite Kreativität an Bonus-Ausschüttungen offengelegt? Nicht mal der Fiskus bekam davon etwas mit und ab.
Rummenigges DFB-Attacke ragt heraus
Klartext von Lothar Matthäus
Der erneute Versuch birgt wahrscheinlich den kleinen Vorteil, dass eine Reduzierung von Spitzengehältern aktuell populär ist und mitten in der Coronkrise ein Momentum genießen könnte. Die Partner auf der anderen Seite des Verhandlungstisches, die Spieler und Berater, haben inzwischen weniger Gegenargumente. Ihr wichtigstes vielleicht: die Zeit.
Es wird die Zeit kommen, dass sich die Dinge normalisieren, die üblichen Verdächtigen wieder ihre Mannschaften für die Champions League aufrüsten wollen und ihren Verstand mit den guten Absichten rechtzeitig ignorieren. Man denke nur an Paris Saint-Germain oder Real Madrid: Teure Profispieler sind dort Selbstzweck.
Deutschland könnte sich dem Sog natürlich entziehen und zugunsten eines volksnahen Sports alle Ambitionen zurückstellen, die man mit Blick auf den Henkeltopf hegt. Wer mag daran glauben? Am Ende wollen alle die silberne Trophäe und damit sich selbst ein Stück in den Himmel heben. Auch wenn das so ist: Man kann Fritz Keller trotzdem nur viel Erfolg wünschen.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Ich habe die Bundesliga entschlüsselt
Von Alex Steudel
Keine Ahnung, ob ich noch viele Kolumnen schreibe, denn ich bin bald furchtbar reich und werde dann wohl auswandern; ich habe nämlich die Bundesliga entschlüsselt. Ich kann alle Geisterspiel-Ergebnisse bis Sommer voraussagen.
Nein, ich habe keinen Sport-Almanach mit allen künftigen Ergebnissen gefunden wie Biff in “Zurück in die Zukunft 2”. Es ist viel einfacher, und jeder hätte drauf kommen können.
Ihr könnt das gern mal selbst checken: Legt dazu die Tabelle der Marktwerte der 18 Bundesligisten auf transfermarkt.de neben die Ergebnisse des Re-Starts. Siehe da: Kein einziges Team, das auf Platz 10 bis 18 dieser Marktwerttabelle steht, hat am Wochenende ein Spiel gewonnen.
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Die Erklärung des Phänomens ist nicht schwer: Ohne echten Heimvorteil entfällt die einzige Variable im Fußballergebnisgeschäft: Stimmung. Der Sport wird versachlicht, was wir ja am Wochenende sehr gut beobachten konnten, als null Emotionen hochkochten und alles kontrolliert ablief. Die Folge: Es gewinnen die Mannschaften mit den besseren Spielern. Also die teureren. Das höchste der Gefühle für ein schwaches Team ist ab jetzt ein Unentschieden.
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Theorie. Ich werde erst mal das Feld meiner Tippspielgemeinschaft, wo ich weit hintenliege, aufrollen, und ich wette parallel bei allen mir bekannten Wettanbietern hohe Summen auf Ergebnisse nach meiner Marktwert-Methode.
Das Grundstück auf den Malediven und die Eigentumswohnungen in L.A. und New York habe ich schon mal geblockt. Vielleicht zahle ich auch die HSV-Schulden ab.
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