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SPECIAL! Wegen Manuel Neuer: Beim FC Bayern brodelt's

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Noch fünf Wochen bis Bundesliga-Start! Damit die Vorfreude auf di
 

Fever Pit’ch

8. Juli · Ausgabe #188 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Noch fünf Wochen bis Bundesliga-Start! Damit die Vorfreude auf die Saison 2019/20 wächst, habe ich inzwischen ein Tipp-Spiel aufgesetzt und in den Sozialen Netzwerken die provokante Frage aufgeworfen: “Jetzt mal ehrlich! Wer hat mehr Ahnung von Fußball als ich?”
Die Reaktion lief wie erwartet: In nur wenigen Stunden war die maximale Teilnehmerzahl erreicht, ich musste das Kontingent erhöhen. Aber: Noch sind ein paar Plätze frei. Wer also belegen will, dass er Bundesliga-Resultate richtig voraussagen kann, sollte sich beeilen. Hier bitte klicken!
Das Schöne an diesem Tipp-Spiel: Man hat einen wunderbaren Überblick über die Spieltermine, beschäftigt sich mit jedem Spiel und kann dann sogar etwas gewinnen. Der Saisongewinner bekommt zwei Tickets für das DFB-Pokalfinale am 23. Mai in Berlin. Ich meine: Allein dafür lohnt es sich doch.
Und nicht nur das: In regelmäßigen Abständen werden Zwischengewinne ausgelobt, damit auch Späteinsteiger in den Genuss schöner Preise kommen können. Um auf die Frage von oben einzugehen: Bei Tipp-Spielen zweifle ich eh an meinem Fußballsachverstand. Ich spiele außer Konkurrenz mit.
Einen vertippten Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

PS: Ein paar Tage mache ich noch frei. Wollte mich halt mal melden.

Wegen Manuel Neuer: Beim Meister brodelt's wieder
Was treibt Manuel Neuer beim FC Bayern? Foto: Imago / Bernd König
Trainingsstart in München: Die Problemzonen des FC Bayern
Von Marco Mader
Kein Leroy Sane. Auch kein Ousmane Dembele. Nicht einmal Callum Hudson-Odoi. Wenn Double-Sieger Bayern München am Montag in die Vorbereitung auf die neue Saison startet, stellt sich in Lucas Hernandez zwar der teuerste Spieler der Bundesliga-Geschichte vor. Auf den ersehnten neuen Offensivstar warten die Fans aber vergebens. Und deshalb rumort es an der Basis - und intern.
Nach Trainer Niko Kovac hat auch Kapitän Manuel Neuer Alarm geschlagen. Der Torhüter ließ seinen Berater Thomas Kroth via Süddeutschen Zeitung offen mit Abschied drohen, sollte es nicht endlich zu den dringend benötigten Top-Transfers kommen. “Die Vertragsverlängerung und ein Karriereende beim FC Bayern ist natürlich das naheliegende Modell”, wird Kroth zitiert, “aber nicht das einzige.”
Mit seinen Zitaten rüttelte Thomas Kroth den FC Bayern durch. Foto: Imago / HJS
"Münchner Kader aktuell noch nicht konkurrenzfähig"
Neuer sei erfolgsorientiert und wolle nach 2013 erneut die Champions League gewinnen. Aber, meinte Kroth: “Mein Eindruck ist, dass der Abstand zu den vier englischen Top-Teams schon gravierend ist und der Münchner Kader aktuell noch nicht entsprechend - also konkurrenzfähig - aufgestellt ist, um auch die Ziele von Manuel ernsthaft anzugehen.”
Laut Bild am Sonntag denken, so wörtlich. “viele” von Neuers Kollegen genauso. Das Blatt schreibt deshalb vom “Pulverfass Bayern”. Zumal auch Trainer Niko Kovac die weiter vergeblichen Bemühungen von Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf dem Transfermarkt mit zunehmender Nervosität verfolgt. 
Lothar Matthäus kritisiert Manuel Neuer und den Berater scharf Lothar Matthäus kritisiert Manuel Neuer und den Berater scharf
“Vier Spieler brauchen wir noch”, forderte er im Kicker. Nach dem Abgang der Top-Profis Arjen Robben, Franck Ribery, Mats Hummels, James und Rafinha genügt sein Kader den höchsten Ansprüchen nicht mehr - trotz Ausgaben in Höhe von fast 120 Millionen Euro für Hernandez (Atletico Madrid / 80 Mio. Euro), Benjamin Pavard (VfB Stuttgart / 35 Mio. Euro) und Jann-Fiete Arp (Hamburger SV / 3 Mio. Euro).
Dabei hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Klubmagazin “51” angekündigt, dass die Bayern “den Fokus auf die Champions League wieder deutlich schärfen” wollen. Wie das klappen soll, kann der Bayern-Boss am Montag erklären - vor dem ersten öffentlichen Training mit einem Rumpfkader ohne Nationalspieler wohnt er der Vorstellung von Hernandez bei. Am Dienstag spricht Kovac, am Freitag Salihamidzic.
Niko Kovac beim FC Bayern: Zurück im Münchner Minenfeld Niko Kovac beim FC Bayern: Zurück im Münchner Minenfeld
Der Sportdirektor hatte zuletzt angesichts der stockenden Bemühungen etwa um Sané wie Präsident Uli Hoeneß öffentlich um Geduld geworben. Und das ist auch richtig, meinte Matthias Sammer. “Der Markt ist überhitzt”, sagte der Europameister von 1996 dem SID: “Man muss im Leben auch warten können. Ich glaube, dass sie warten.”
Zumal Hoeneß zuletzt bezüglich der Kaderplanung betont hatte: “Bis Ende Juli musst du fertig sein.” Am 3. August steht mit dem Supercup in Dortmund das erste Pflichtspiel der Saison an, am 12. August gastieren die Bayern in der ersten DFB-Pokalrunde bei Energie Cottbus, vier Tage später starten sie gegen Hertha BSC in die Liga. Dann soll auch der ein oder andere neue Offensiv-Star dabei sein.
Marco Mader ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
Borussia Dortmund: Der Bayern-Jäger ist besser aufgestellt Borussia Dortmund: Der Bayern-Jäger ist besser aufgestellt
Pit Gottschalk
Gestern bei der Premiere in Köln gewesen. Ich fand die Dokumentation über @ToniKroos richtig gut https://t.co/6MxsNg7ZN3 #KROOS
9:32 AM - 1 Jul 2019
Warum die Transfer-Summen wirklich explodieren
Georg Pangl (Mitte) auf der Spielmacher-Konferenz kürzlich in Hamburg
Wie ein Gewerkschaftsvertreter sieht Georg Pangl wahrlich nicht aus. Schwarzer Anzug, offenes Hemd, dazu der Fünf-Tage-Bart: Fast könnte man den 54-jährigen Österreicher für einen Börsen- oder Immobilienmakler halten. Doch das täuscht.
Seit fünf Jahren ist Pangl Generalsekretär beim Verbund europäischer Ligen, kurz “EPFL”, und kämpft mit aller Macht für 35 Mitgliedsländer gegen Auswüchse des internationalen Fußballs. “Ich mache mir ernsthafte Sorgen”, sagt er gerne und weiß: Der Satz verliert nie an Aktualität.
Man kann den Wahnsinn in diesem Sommer wieder beobachten. Vor einer Woche begann die Transferperiode zur Saison 2019/20 offiziell. Aber was heißt schon: Beginnen? Schon vorher flogen die drei- und zweistelligen Millionensummen nur so durch die Schlagzeilen.
"Zahnspangen-Star ist (noch) keine 126 Millionen Euro wert" "Zahnspangen-Star ist (noch) keine 126 Millionen Euro wert"
Eden Hazard für 100 Mio. Euro von Chelsea zu Real Madrid. Lucas Hernandez für 80 Mio. Euro von Atletico Madrid zu Bayern München. Frenkie de Jong für 75 Mio. Euro von Ajax Amsterdam zum FC Barcelona. Und die richtig fetten Transfers kommen noch.
Zum Beispiel der von Joao Felix. 19 Jahre jung, ein Bürschchen von 64 Kilogramm, aber Atletico Madrid schon 126 Mio. Euro wert. “Zahnspangen-Star” nennt Bild-Kolumnist Alfred Draxler den Portugiesen und schreibt, was er davon hält: “Die Ablöse zeigt, wie überhitzt der Markt gerade ist.”
In diesem europäischen Milliardenspiel will Georg Pangl ein Muster erkannt haben und wird nicht müde, ganz Gewerkschafter, Machenschaften im weiten Kontext anzuprangern. Die Zeit dafür ist günstig. Jeder Fan spürt: Da läuft was schief im Profifußball.
Atlético-Star Antoine Griezmann erscheint nicht zum Training Atlético-Star Antoine Griezmann erscheint nicht zum Training
Was Pangl vom branchenüblichen Gemurre über den Transfer-Irrsinn unterscheidet, präsentierte er Mitte Juni auf der Fußballkonferenz “Spielmacher” in Hamburg. Nicht Emotionen und Romantik bereichern seine Argumentation - sondern Fakten.
Mit dem Charme eines Buchhalters offenbarte er die Ungerechtigkeit bei der Geldverteilung der Champions League. Sieben Milliarden Euro kassierten die 14 Top-Klubs in den ersten 26 Jahren des Elite-Wettbewerbs. Inzwischen kommt die Summe in sechs Jahren zusammen.
In 26 von 55 Verbänden, die in der europäischen Fußball-Union (Uefa) organisiert sind, erhält ein einziger Klub in der nationalen Liga mehr als 50 Prozent der Uefa-Ausschüttung. Die Steigerungsraten bei den Top-Klubs sind enorm.
"Wenn es nur ums Geld gegangen wäre, wäre ich jetzt in China" "Wenn es nur ums Geld gegangen wäre, wäre ich jetzt in China"
Real Madrid bekam von 2015 bis 2018 einen Anteil von 81 Mio. Euro - inzwischen sind es 137 Mio. Euro. Das Gleiche bei Juventus Turin: eine Steigerung von 110 auf 144 Mio. Euro. Man kann es nicht anders sagen: Die Reichen werden immer reicher.
Oder wie es Pangl ausdrückt: “Die Schere geht weiter auf.” Längst hat die Uefa dafür gesorgt, dass 14 statt 17 Nationen an der Champions League teilnehmen: Jedes Kuchenstück wird dadurch größer. Die Pläne für eine Super League werden die Situation verschärfen.
“Wettbewerb wird durch die konzentrierte Ausschüttung des Uefa-Geldes an einen oder wenige Klubs zerstört”, weiß Pangl. Das ist kein Horror-Szenario, sondern schon Realität. Es ist kein Zufall, dass Bayern München und Juventus Turin Serienmeister sind.
„Bayern wird über Jahre hinweg Meister werden“ „Bayern wird über Jahre hinweg Meister werden“
Nur Bayern München und vielleicht noch Borussia Dortmund können es sich in Deutschland leisten, Top-Stars zu verpflichten. Schalke muss schon zufrieden sein, dass Benito Raman aus Düsseldorf kommt. Die eigenen Stars, zuletzt Leon Goretzka, konnte man nicht halten.
Die teuersten Transfers in Europa lagen vor Joao Felix zwischen 35 und 100 Mio. Euro bisher. Zehn Vereine gaben Spieler ab - aber nur fünf nehmen welche auf. Der elitäre Kreis von Real Madrid, Barcelona und Bayern wird nur temporär durch Wolverhampton und Valencia erweitert.
Leroy Sané, Ousmane Dembélé, Matthijs de Ligt, Romelu Lukaku - noch begutachtet das Establishment des internationalen Fußballs die Handelsware. Sport-Bild hat ermittelt, dass allein Bayern München an die 200 Mio. Euro auf der hohen Kante liegen hat, um zuzuschlagen.
Ente Lippens und der größte Transfer-Coup aller Zeiten Ente Lippens und der größte Transfer-Coup aller Zeiten
Das Risiko ist begrenzt. Geld ausgeben, um noch mehr Geld einzunehmen - ein irrer Kreislauf. Was die Pangl-Schaubilder zeigen, ist atemberaubend: Auf 27 Milliarden Euro werden sich die Uefa-Ausschüttungen aus der Champions League von 1992 bis 2024 kumuliert haben. 
Steigerung allein in den nächsten drei Jahren: 81 Prozent. Was Pangl will: Dass die Klubs unterhalb der Top-14 nicht mit Kleingeld abgespeist wird wie Europa League mit kumuliert 5,7 Mrd. Euro bis 2024. Er weiß, was da läuft. Pangl arbeitete selbst jahrelang bei der Uefa.
“Der Fan bezahlt indirekt über die TV-Sender und Sponsoren das Geld”, warnte er kürzlich. “Dieses Rad sollte man nicht überdrehen, da es ansonsten eine Bereinigung geben wird.” Die Klubs, die in diesem Sommer Spieler kaufen und danach Geld brauchen, wird das wenig kümmern.
Heute im Fernsehen
18 Uhr, Sport Digital: Transfermarkt.TV
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