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Spitzenreiter! Mönchengladbach tut der Bundesliga gut

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Bei der nachfolgenden Argumentation darf sich Borussia Dortmund a
 

Fever Pit’ch

28. Oktober · Ausgabe #270 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Bei der nachfolgenden Argumentation darf sich Borussia Dortmund auf die wahren Hinweise zurückziehen, dass man (a) Borussia Mönchengladbach zuletzt 1:0 besiegt hat, (b) nur drei Punkte zur Tabellenführung fehlen und © erst ein Viertel der Bundesliga-Saison gespielt ist. Zur Wahrheit gehört aber eben auch, dass die Mannschaft großen Mist spielt.
In Summe vereinigt der Kader Spieler mit einem Marktwert von 640 Mio. Euro. Borussia Mönchengladbach kommt nicht einmal auf die Hälfte. Was den Spitzenreiter aber unterscheidet, ist die mathematische Überhöhung im Sport, dass eins plus eins gleich drei ist, wenn ein Trainer aus seinen Spielern eine Mannschaft formt. Der BVB hat keine Mannschaft auf dem Platz.
Trainer Lucien Favre sollte sich erst gar nicht mit seinen üblichen Ausreden aus der Verantwortung stehlen. Wenn er Mario Götze bei der Auswechslung auf Schalke keines Blickes würdigt, ist das mit der Konzentration auf die Nullnummer in der Veltins-Arena nicht zu entschuldigen. Oder glaubt jemand ernsthaft, Jürgen Klopp würde das jemals passieren?
Man konnte es gestern bei Jürgen Klopp beim Spitzenspiel Liverpool gegen Tottenham beobachten: Sogar bei einer Partie, die intensiv geführt wurde, bekam jeder ausgewechselte Profi seine Aufmerksamkeit. Nach Schlusspfiff ging Klopp zu jedem hin, und jeder verließ den Plausch mit einem Lächeln. Wann lächelten die Dortmunder so herzlich bei Lucien Favre?
Einen munteren Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Noch Erster! Mönchengladbach tut der Bundesliga gut
Hektisch, spektakulär, aber Spitze verteidigt Hektisch, spektakulär, aber Spitze verteidigt
Schon Anfang des Jahres hatte Borussia Mönchengladbach Historisches in der Bundesliga geleistet. Mit 42 Punkten nach 20 Partien spielte die Mannschaft des damaligen Trainers Dieter Hecking die beste Bundesliga-Saison seit der Meisterschaft 1976/77. 
Mit einem Sieg im folgenden Bundesliga-Spiel gegen Hertha BSC wären Ambitionen auf die Meisterschaft nicht mehr zu ignorieren gewesen. “Jetzt schlägt die Stunde von Borussia Mönchengladbach”, schrieb Fever Pit’ch. Das Heimspiel ging anschließend 0:3 verloren.
Das Hecking-Team rutschte von der Verfolger-Position ruckartig in eine Krise. Der Vereinsmanager Max Eberl beantwortete die Trainerfrage mit einer Trennung im Sommer. 13 Punkte holte man noch. Auf der Zielgeraden sprang Platz 5 heraus, die Europa League.
Mehr war nicht drin. Die Nervenbelastung so weit oben in der Tabelle lähmte die Beine. Vielleicht ist genau an diesem Punkt die größte Entwicklung feststellbar: Mönchengladbach ist cool geworden. Trainer Marco Rose verteidigte die Tabellenführung ein zweites Mal.
Borussia Mönchengladbach zu Recht Tabellenführer Borussia Mönchengladbach zu Recht Tabellenführer
Alles nur Zufall? Alles nur Glück? “Borussia Mönchengladbach bietet vielleicht nicht das beste Team der Bundesliga auf”, stellte die Rheinische Post nach dem 4:2 über Eintracht Frankfurt voller Lokalstolz fest, “aber kein anderes funktioniert so gut.”
Tatsächlich begünstigt die aktuelle Krisenstimmung bei den natürlichen Titelfavoriten die Ausgangslage an der Tabellenspitze. Borussia Dortmund schlägt sich mit einem zauderhaften Trainer herum, Bayern München mit einem konsequenten.
Auf den ersten vier Tabellenrängen, die zur Teilnahme an der Champions League berechtigen, tummeln sich drei Mannschaften, mit denen man in dieser Region nicht unbedingt gerechnet hat. Von den dreien hat niemand 125 Mio. Euro in Spieler investiert wie Borussia Dortmund.
Das erste Tor: Marcus Thuram trifft. Foto: Imago / Revierfoto
Das erste Tor: Marcus Thuram trifft. Foto: Imago / Revierfoto
Mönchengladbach weckt Erinnerungen an die Meistersaison
Hinter Mönchengladbach und Bayern stehen der SC Freiburg und der VfL Wolfsburg, erst dahinter die hoch gehandelten Dortmunder und Leipziger. Ja, das ist nur eine Momentaufnahme. Aber ein Viertel der Saison 2019/20 ist schon gespielt. Der Sieg über Frankfurt ist bezeichnend.
Man kann keinen Trend ausmachen, warum das erste Tabellendrittel so farbenfroh erscheint. Gladbach und Wolfsburg haben neue Trainer, Bayern und Freiburg die alten. Was man aber sagen kann: Gladbach und Freiburg tun der Bundesliga gut.
Gladbach hat einen Marktwert von 270 Mio. Euro und damit nur ein Bruchteil von dem, was die Branchenriesen aufbieten. Zur Entwicklung gehört auch, dass man in der Europa League viel Lehrgeld zahlt. Gladbach verlor 0:4 zu Hause gegen Wolfsberg.
Auf Dauer wird Gladbach die Höhenluft zu dünn werden. Das Gipfeltreffen mit den Bayern findet in der ersten Dezemberwoche statt. Man sollte die vage Hoffnung auf den ersten Meistertitel seit 42 Jahren so lange genießen, wie man kann.
Auf leisen Sohlen
Freiburg rockt die Bundesliga: Es macht halt bruudaal Spaß Freiburg rockt die Bundesliga: Es macht halt bruudaal Spaß
RB Leipzig auf der Suche nach der zündenden Idee
Bestandsaufnahme
Michael Rummenigge: Knallharte Abrechnung mit dem BVB Michael Rummenigge: Knallharte Abrechnung mit dem BVB
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Heute im Fernsehen
Was sonst noch so los ist
Domenico Tedesco rasiert Benedikt Höwedes ein zweites Mal Domenico Tedesco rasiert Benedikt Höwedes ein zweites Mal
FC Liverpool siegt und stellt Startrekord ein
"Respekt nicht mehr da"
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Toooor in München! Oder auch nicht.
Von Alex Steudel
Früher habe ich beim Fußballgucken 90 Minuten lang mit den Armen herumgefuchtelt, ich habe den Kopf geschüttelt, gejubelt, mich aufregt, geschrien. Heute ist das nicht mehr so. Heute sitze ich die meiste Zeit regungslos vor dem Fernseher und starre auf den Bildschirm.
Tor in München? Ich verziehe keine Miene.
Elfmeter beim HSV? Es könnte mir nichts egaler sein.
Rot in Dortmund? Ich hol’ mir erst mal ein Bier.
Warum sollte ich mich auch über etwas aufregen, das gar nicht passiert ist? Passiert ist im Fußball 2019 nur, was der Videoschiedrichter bestätigt hat. Und das kann dauern, ewig kann das dauern, es ist, als würdest du auf den DHL-Zusteller warten: Du hast keine Ahnung, wann er kommt, und du weißt auch nicht, was er bringt, du weißt nur, dass er irgendwo da draußen ist, und du sitzt apathisch zu Hause herum und hoffst, dass es irgendwann klingelt.
Elite-Schiedsrichter ordnet Handspielszenen ein
Ich finde, dass der Videoschiedsrichter das Spiel verändert hat. Durch ihn wird der Fußball genauer, aber langweiliger, und er hat ihn zu einer Art Überwachungsstaat gemacht. Trainer Otto Rehhagel sagte mal: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Aber heute wird diese Wahrheit im zugeschalteten “Video Assist Center” des DFB nachbearbeitet. Es lohnt sich nicht, zu jubeln oder sich aufzuregen, denn irgendwo sitzen Leute, die nach jeder Szene fieberhaft überlegen, wie sie die Szene wegentscheiden könnten.
Ahh, der Stürmer stand vier Millimeter im Abseits! Weg mit dem Tor! Bloß weg damit!
Werder: Deshalb war es kein Handelfmeter
Hat da nicht einer vier Spielzüge vor dem Treffer einem anderen am Trikot gezupft? Weg mit dem Tor! Bloß weg damit!
Der bisherige Tiefpunkt war für mich das vergangene Wochenende: Am Sonntag um 11 Uhr gab die “Sportliche Leitung Elite-Schiedsrichter” (die heißt wirklich so) des DFB bekannt, dass es am Freitagabend in Mainz Handelfmeter hätte geben müssen.
Oder anders ausgedrückt: Die DFB-Schiri-Elite brauchte für eine Einschätzung, die jeder Fußball-Fan in Deutschland am Freitag schon nach drei Sekunden abgegeben hatte, rund 30 Stunden.
Alle mal herschauen!
Sky-Kommentator patzt und pöbelt dann gegen TV-Zuschauer Sky-Kommentator patzt und pöbelt dann gegen TV-Zuschauer
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