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Steuersünden beim Fußball: Ist das alles noch normal?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Gestern erreichte mich die Beschwerde, dass die Story zu Werner L
 

Fever Pit’ch

22. November · Ausgabe #17 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Gestern erreichte mich die Beschwerde, dass die Story zu Werner Lorant zwar lesenswert ist - aber der Link leider zu einer Bezahlschranke führt. Daumen runter… Zahlen wolle man nicht dafür.
Ich finde die Haltung schon merkwürdig: Haben Leser tatsächlich die Erwartung, dass alles, was im Internet veröffentlicht wird, kostenlos zu haben sein sollte? Mich würde eure Meinung dazu interessieren: Für welche Inhalte im Netz zahlt Ihr? Und sollte ich nur zu Texten verlinken, die keine Paywall haben?
Euer Pit Gottschalk

Steuersünden beim Fußball: Ist das alles noch normal?
Als Jens Lehmann mit einer vergleichsweise milden Geldstrafe seine drei Verkehrsdelikte vor zwei Jahren in Starnberg tilgte, dachte man noch: Schlimmer kann’s ja kaum noch werden. Nun taucht die Steuerakte des ehemaligen Nationaltorhüters mit so vielen Details in der Öffentlichkeit auf, dass einem nach der Handelsblatt-Lektüre der Atem stockt.
Doppeltes Kindergeld kassiert, Wohnsitz verschleiert und Steueroasen genutzt: Fünf Jahre sollen die Behörden ermittelt haben. Bei Bild beteuert Lehmann, dass das Verfahren gegen eine Zahlung von 100.000 Euro eingestellt worden ist, um einen Prozess zu vermeiden. Auch habe er das zu viel kassierte Kindergeld zurückgezahlt. Alles gut also?
Steuer-Ärger: Lehmann zahlte 100 000 Euro
Man wünschte ja, der Steuer-Ärger sei erstens einmalig und zweitens eine Privatsache. In diesem Fall aber zitiert das Handelsblatt Beamte, die bei Lehmann eine „erhöhte kriminelle Energie“ festgestellt haben wollen, und stellt die Frage nach der Moral des Fußball-Nationalspielers. Damit sind wir beim eigentlichen Punkt: Darf man ihm das durchgehen lassen?
Vermutlich muss man sich von dem Gedanken lösen, dass Fußballprofis zu irgendeiner Vorbildfunktion taugen. In regelmäßigen Abständen führt die Enthüllungsplattform “Football Leaks” vor Augen, wie Spieler und ihre Berater immer wieder Gesetzeslücken ausnutzen und moralische Linien verschieben, um das große Vermögen noch etwas größer zu gestalten.
Ob Habgier, Geiz oder Unbedachtheit zu Kriminalität verführt, spielt für das Strafmaß eine Rolle, aber nicht für die Moral: Wer die Gesellschaft mit fragwürdigen Methoden um ihren Anspruch prellt, sollte nicht von den Vorteilen dieser Gesellschaft, zum Beispiel Öffentlichkeit, profitieren dürfen. Aber: Die Empörung hält sich spürbar in Grenzen.
Man verzeiht und tut so, als sei nix gewesen. Das verwundert nicht. In einem Land, wo Steuersünder unter Beifall des Publikums zurück ins Präsidentenamt gewählt werden, stellt sich die Frage nach persönlicher Verantwortung nur bedingt. Das Gewissen schrumpft: Mit jedem Fall wächst das Wissen um die Bereitschaft zu noch größerer Toleranz.
Verdrängung mag ein probates Mittel aus der Psychologie sein, um die Vergehen unter den Teppich zu kehren. Entschuldigt ist damit wenig. Niemand sollte sich jedenfalls wundern, wenn der öffentlichen Hand am Ende das Geld für Kita-Ausbau, Bildungseinrichtungen oder hilfsbedürftige Menschen fehlt. Das liegt in Steueroasen oder sonstwo.
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