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Titelkampf gegen Bayern: Die fünf Gefahren für Borussia Dortmund

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Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Ich habe durchgezählt: 78mal Daumen rauf und dreimal Daumen runte
 

Fever Pit’ch

14. Dezember · Ausgabe #36 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Ich habe durchgezählt: 78mal Daumen rauf und dreimal Daumen runter - so lautet die Bilanz nach meinem Aufruf im Newsletter gestern. Herzlichen Dank dafür! Was ich sehr zu schätzen weiß: Meinungsäußerungen und Diskussionen finden in der Antwort-Mail an mich gesittet und sachlich statt. Anders als drüben bei Twitter, wo die Trolle durchdrehen. Auch dafür: Dankeschön! Fever Pit'ch ist euer Newsletter und soll es auch bleiben.
Euer Pit Gottschalk

Titelkampf: Die fünf Gefahren für Borussia Dortmund
Borussia Dortmund: So teuer ist Jadon Sancho jetzt schon Borussia Dortmund: So teuer ist Jadon Sancho jetzt schon
Es gab diesen Moment in der Pressekonferenz von Borussia Dortmund, als alle lachten. Der Trainer. Der Sportdirektor. Und die Journalisten. Eine so gelöste Stimmung zwei Tage vor einem Heimspiel (Samstag gegen Bremen) war vor einem Jahr undenkbar. So ist das, wenn man Spitzenreiter ist.
Alle lachten, weil ein Journalist von der Bild eine Frage stellte, vor der sich in Dortmund alle drücken. Jörg Weilers Frage an Trainer Lucien Favre nach einer Titelprämie im Arbeitsvertrag provozierte nämlich eine ganz andere Antwort: Ist Borussia Dortmund vorbereitet auf die Meisterschaft?
Unberechtigt ist die Frage nicht. Bei sieben Punkten Vorsprung vor dem 15. Spieltag und einer Tordifferenz von 25 Treffern ist die Herbstmeisterschaft zum Greifen nahe. Wann immer der BVB Erster nach der Vorrunde war, brachte das Saisonende die Meisterschaft. Warum also die Zurückhaltung?
“Alles traumhaft” nennt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, was er ein Jahr nach dem Fiasko mit Trainer Peter Bosz auf dem Rasen sieht. Das Dumme an Träumereien ist, dass man allzu schnell aufwacht und mit leeren Händen dastehen kann. Watzke weiß das; er ist schon lange im Geschäft.
Der Bild-Reporter, der BVB-Trainer Favre ins Schwitzen brachte Der Bild-Reporter, der BVB-Trainer Favre ins Schwitzen brachte
Wo Bayern München in ähnlicher Situation Aufplustern verordnen würde, um die Konkurrenz einzuschüchtern, geht Borussia Dortmund in Deckung, um mit keiner Überlegenheit aufzufallen und niemanden im Verfolgerfeld zum Gegenschlag zu provozieren.
“Wenn du es schon vorher beschreist, haben die Bayern alle Warnsysteme hochgefahren”, sagte Watzke vor Wochen im WAZ-Interview. “Und du musst sie erwischen, wenn sie sie gerade alle runtergefahren haben.” Tatsächlich stehen dem BVB fünf Gefahren bevor.
  • Bayern-Lauf: Noch hat Bayern München neun Punkte Rückstand. Aber der wird schmelzen, sobald das Kovac-Team wieder einen Lauf hat. In Dortmund machen sie deshalb die Rechnung auf, mit mindestens sieben Punkten Vorsprung in die Winterpause zu gehen. Dann kann man sich theoretisch eine Niederlage zum Rückrundenstart bei RB Leipzig leisten, um mit einem guten Polster der Aufholjagd vom FC Bayern zu trotzen. Entscheidend wird eh das Wochenende um den 6. April werden: Dann findet am 28. Spieltag das Rückspiel in München statt. Bayern wird alles tun, um daraus ein Endspiel um die siebte Meisterschaft in Folge zu kreieren.
  • Kopfkino im Winter: Das Kalkül der Bayern ist, dass sich die junge BVB-Mannschaft (Durchschnittsalter 24,8 Jahre) der eigenen Ausgangslage bewusst wird und zittert. Im Moment spielt das Favre-Team auch deshalb so locker auf, weil die Spieler nichts zu verlieren haben. In der Winterpause kommen sie zum Nachdenken. Sind wir wirklich so gut? Haben die Bayern nicht die größeren Stars? Hatten wir nicht auch in zu vielen Spielen einfach nur Glück? Ganz normales Kopfkino halt. Die Statistik in der Champions League zum Beispiel belegt einerseits einen Abwehrrekord (fünf Spiele zu Null), andererseits unfassbare Effizienz bei den Torchancen. Wird die in der Rückrunde andauern?
  • Alcacer-Abhängigkeit: Unbestritten ist die Abhängigkeit von Mittelstürmer Paco Alcacer. Zehn Tore in neun Bundesliga-Spielen - diesen Schnitt kann der Spanier kaum halten. Wer aber dreht knappe Spiele dann? Marco Reus, sicher. Neun Tore. Vielleicht Jacon Bruun Larsen. Zwei Tore. Bestimmt Jadon Sancho. Fünf Tore. Dahinter wird es schon knapp. Trainer Favre hat die Spielweise zwar breit angelegt; die 39 Bundesliga-Treffer verteilen sich auf 16 Torschützen. Aber außer den vier genannten Spielern hat keiner mehr als einen Treffer erzielt. Man kann das wohlwollend Unberechenbarkeit nennen. Doch auch: Glücksspiel. Die Erwartungshaltung wird in jedem Fall wachsen.
  • Lockangebote: Sobald das neue Kalenderjahr beginnt, starten Klubs aus aller Welt ihre Kaderplanung für 2019/20. Im Visier sind natürlich die Jungstars von Borussia Dortmund. Nicht ein einziger Profi hat eine Ausstiegsklausel. Auch nicht Sancho, den die halbe Premier League zurück auf die Insel holen will. Sein Vertrag läuft bis 2022 und ist damit krisenfest. Aber das heißt nichts. Wir erinnern uns an Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembélé, die sich zum Wechsel streikten. Sancho spielt zwei Klassen besser, seit die beiden weg sind und er nicht mehr mit ihnen abhängt. Das wird ihn nicht davor schützen, dass windige Spielerberater im Auftrag großer Klubs unmoralische Angebote öffentlich unterbreiten. Larsen, Pulisic, Hakimi, irgendwann Gomez und Zagadou - keiner wird davor gefeit sein.
  • Champions League: Montag findet die Auslosung statt. Danach wird es bis zum Achtelfinale ab Mitte Februar kein anderes Thema mehr geben. Man stelle sich nur vor, der Gegner hieße FC Liverpool mit Jürgen Klopp: Die Bundesliga geriete zur Nebensache. Und die Champions League ist den Spielern doppelt wichtig: Das ist der Wettbewerb, wo sie sich der Weltöffentlichkeit präsentieren können. In einer internationalen Mannschaft wie dem BVB (nur ein deutsche Spieler in der Startformation auf Schalke) ist das auch kein Wunder. Hier wird die gesamte Mannschaftsführung gefragt sein, dass keine Defokussierung passiert, wie es zuletzt RB Leipzig in Freiburg (0:3) unterlief.
Würde der BVB-Vorsprung auf Bayern München deshalb schmelzen, würde in der Pressekonferenz niemand mehr lachen. Nicht der Trainer. Nicht der Sportdirektor. Und nicht einmal die Journalisten.
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