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Todesgruppe bei EM 2020? Hört bloß auf zu jammern!

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Am Dienstag feiert Fever Pit'ch das nächste Jubiläum: Die 300. Au
 

Fever Pit’ch

2. Dezember · Ausgabe #299 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Am Dienstag feiert Fever Pit'ch das nächste Jubiläum: Die 300. Ausgabe erscheint. Manchmal wundere ich mich selbst, wie der Newsletter zum Thema Fußball so schnell wachsen konnte. Vor gut einem Jahr entstand die Idee zu einem täglichen Morning Briefing bei einem Kaffee in einer Starbucks-Filiale in Miami Beach. Inzwischen hat Fever Pit'ch fast 15.000 Abonnenten. Von meiner Seite: Herzlichen Dank für das Vertrauen!
Leser, die schon länger dabei sind, wissen ja, dass ich meinen Newsletter ständig verbessern möchte. Nur ein Beispiel: Eine Umfrage ergab, dass Gastkommentare sehr erwünscht sind. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand Alex Steudels regelmäßige Kolumne “Der Steudel!”. Heute will ich wieder erfahren, was Sache ist. Wer mir die Meinung geigen will, kann dies hier tun: Bitte klicken! Aber: Bisschen Lob darf man auch loswerden…
Einen kerzengeraden Montag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Todesgruppe bei EM 2020? Hört bloß auf zu jammern!
Alle wollen nur das eine: Nationaltrainer Fernando Santos (Portugal), Joachim Löw (Deutschland) und Didier Deschamps (Frankreich). Foto: Imago / Schüler
Alle wollen nur das eine: Nationaltrainer Fernando Santos (Portugal), Joachim Löw (Deutschland) und Didier Deschamps (Frankreich). Foto: Imago / Schüler
Spielplan, Termine und Gruppen im Überblick
Von Pit Gottschalk
Das Entsetzen im deutschen Fußball ist groß: Bei der Europameisterschaft im Sommer (ab 12. Juni) muss die Nationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal ran. Kaum standen zwei der drei Vorrundengegner fest, bekam die EM-Gruppe F ihr Etikett verpasst: “Todesgruppe”. Man muss sich trotzdem keine Sorgen machen.
Selbst wenn die deutsche Mannschaft ihre drei Gruppenspiele vergeigt: Eine Todesgruppe ist das nicht - alle beteiligten Trainer und Spieler werden überleben. Sterben wird niemand. Auch aus sportlicher Sicht muss niemand bange sein. Ja, die Gegner sind schwer. Aber hatte Deutschland bei der WM 2018 mit den leichteren Gegnern mehr Glück? Eben.
Der EM-Modus sieht vor, dass nicht nur die jeweils zwei besten Nationen der sechs Vorrundengruppen ins Achtelfinale vorstoßen. Auch die vier besten der sechs Drittplatzierten kommen weiter. Erst im Frühjahr wird in den Play-Offs geklärt, wer die vierte Mannschaft in der Gruppe F sein wird. Mindestens Dritter sollte Deutschland dennoch werden können.
Vielleicht ist es sogar gut, dass Super-Gegner in der Vorrunde warten. Gruppenspiele bedeuten auch: Anders als im anschließenden K.o.-System kann man Schnitzer gegen die vermeintlich starken Gegner wettmachen. Hinzu kommt: Wenn man weiß, dass der Gegner ein gewisses Kaliber hat, droht in der Vorbereitung kein Schlendrian.
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Daran scheiterte ja die Nationalmannschaft bei der WM in Russland. Man hat, weil man als Weltmeister angereist war, die Gegner aus Mexiko, Schweden und Südkorea einfach unterschätzt. Deutschland war noch niemals in einer WM-Vorrunde ausgeschieden. Die kommenden EM-Gegner erlauben so viel Selbstüberschätzung nicht.
Die Belohnung für eine fokussierte EM-Vorbereitung liegt auf der Hand: Sobald die höchsten Hürden überstanden sind, folgen zwangsläufig leichtere Gegner in den Ausscheidungsrunden. Deutschland darf zuversichtlich sein: Wer eine bestens besetzte Vorrundengruppe besteht, tankt Selbstbewusstsein und ist tatsächlich eingespielt.
Über Jahrzehnte war Deutschland mit vergleichsweise einfachen Auslosungen beglückt worden und konnte sich, wenn die Saison lang war, mit Aufbaugegnern ins Turnier spielen. Dieses Glück musste irgendwann aufgebraucht sein. Frankreich und Portugal sind ein guter Gradmesser, um zu erfahren, wo der Löw-Fußball wirklich steht.
Und die schweren Gegner, Frankreich und Portugal eingeschlossen, wären ohnehin auf eine Mannschaft gestoßen, die Europameister werden will. In den drei Vorrundenspielen zu Hause in der Allianz-Arena in München sollte man die notwendigen fünf bis sieben Punkte schon holen. Wenn nicht, dann hat Deutschland die EM-Trophäe eh nicht verdient.
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Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
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Das Erfolgs-Gen der Schwaben
Von Alex Steudel
Ich bin kein Freund journalistischer Versuche, bestimmte Volksgruppen zu glorifizieren. Manche Kollegen tun das ja immer wieder, aber lasst euch gesagt sein, es gibt keine Regelmäßigkeiten im Fußball, die mit der Herkunft zu tun haben. Der Weltfußballer Lothar Matthäus ist zum Beispiel Franke, aber die anderen Franken hatten mit Fußball eigentlich nie was am Hut.
Der unvergleichliche Günter Netzer hat das ganze als TV-Experte auf die Spitze getrieben. Du hast ihm eine Nationalmannschaft hingeworfen, und er zeigte gleich einen fürs Gesamtvolk gültigen Allgemeinzustand auf. Für Netzer waren zum Beispiel südamerikanische Mannschaften allesamt technisch sehr stark und alle Iren Kämpfer und Griechen ein bisschen lazy. 
Das ist natürlich sehr oberflächlich betrachtet, man kann sowas eigentlich nicht machen, also fast nicht, denn wie in so vielen Bereichen des Lebens gibt es auch hier eine weltweit gültige Ausnahme, und da kann man sehr wohl verallgemeinern, und das betrifft die Schwaben.
Ich glaube, das Leben wäre ein völlig anderes, wenn es die Schwaben nicht gäbe. Schwaben bestimmen seit Jahrzehnten alles, und besonders gilt das für den Fußball, weil sie eben so Wahnsinns-Schaffer und so toll sind.
(Ich sollte bei der Gelegenheit fairerweise anmerken, dass ich Schwabe bin, aber das ist Zufall, das hat mit dieser Kolumne rein gar nichts zu tun.)
Klopp baut Tabellenführung aus
Den Schwaben wurde das Erfolgs-Gen eingebaut. Sie haben das Zusammenspiel aus Perfektion und Geldverdienen erfunden und beherrschen es deshalb besser als alle anderen, und obendrein suchen sie immer das neue noch Perfektere. Ich sage nur Mercedes, Porsche, Bosch, Jürgen Klinsmann.
Klinsmann wurde als Spieler Weltmeister und Europameister, und dann hat er aus Langeweile den deutschen Fußball revolutioniert, ohne ihn wäre heute alles anders, und vor allem wären wir 2014 nicht Weltmeister geworden.
Klinsmann hatte sogar die Größe, einen Badener als seinen Nachfolger im Nationalteam großzuziehen. Das ist, als würde ein Schalke-Fan sein Kind Borussia Müller nennen.
Und jetzt ist Klinsmann in Berlin gelandet, das ist das türkische Kreuzberg der Schwaben. In die Hauptstadt passt er perfekt, denn er lächelt immer, und der typische Berliner lächelt auch immer, also zwischen dem ganzen Gemecker. Das ergänzt sich gut, der Veränderer Klinsmann wird es allen zeigen im kalten Big City Club, da bin ich sicher.
Und dann Jürgen Klopp! Eigentlich reine Zeilenverschwendung, die Bedeutung dieses Schwaben für den Weltfußball hier noch mal hervorzuheben, der Mann ist in England eine Art Gott, die ersten Schulkinder auf der Insel wissen schon nicht mehr, dass der Fußball in England erfunden wurde. Sie glauben, Klopp hätte ihn aus Stuttgart mitgebracht.
Hoffnung! Gisdol punktet gegen Augsburg
Oder Thomas, der Paris-Tuchel. Er gilt zwar als bayerischer Schwabe, hat aber in Stuttgart studiert und gelebt und bei den Stuttgarter Kickers gespielt. Ich war mal in Mainz mit ihm Mittagessen und erkläre hiermit an Eides statt, dass er grundsolider Dauerschwabe ist und vermutlich irgendwann Nationaltrainer. DFB-Sportdirektor Fredi Bobic wird ihn dann zum DFB geholt haben. Tradition verpflichtet eben.
Man könnte das Namedropping jetzt ewig weiterführen, aber ich beschränke mich auf einen einzigen weiteren aktuellen Erfolgsfall, und das ist Kölns neuer Trainer Markus Gisdol. Der kommt wie Klinsmann aus Geislingen an der Steige, und er hat wirklich etwas ganz und gar Einzigartiges geschafft, das nicht mal Klinsmann hinbekommen hat: Gisdol war beim HSV und ist jetzt trotzdem wieder in der ersten Liga.
Sowas schafft nur ein Schwabe.
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Alle mal herschauen!
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Florian Niederlechner vom FC Augsburg ist ein Profi, der den ganz besonderen Werdegang genommen hat. Statt in ein Nachwuchszentrum zu gehen, machte Niederlechner eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Wie er es doch noch in die Bundesliga geschafft hat, erklärt Niederlechner hier im Video. Außerdem spricht Manu Thiele über sein Vorbild, seine Trefferquote im Vergleich zu Cristiano Ronaldo. Und das Thema “Mentaler Druck” spielt auch eine ganz entscheidende Rolle.
Was fürs Herz
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