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Torwart-Dilemma auf Schalke: Fehler von David Wagner

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Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Eigentlich sollten seine Spieler vom 2. bis 14. Februar ein bissc
 

Fever Pit’ch

28. Januar · Ausgabe #329 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Eigentlich sollten seine Spieler vom 2. bis 14. Februar ein bisschen Urlaub bekommen. Der FC Liverpool hat Erholung bitter nötig: Seit dem Sommer kickt die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp ohne Pause durch - eine Weihnachtspause haben sie in der Premier League in England nicht.
Aber die Programmmacher auf der Insel kennen kein Erbarmen. Das Pokal-Rückspiel gegen Shrewsbury Town soll am 4. Februar stattfinden. Klopp reagierte, wie man es vermuten konnte: Er war außer sich. Er hatte seinen Stars die Auszeit versprochen. Die irre Siegesserie raubte alle Kräfte.
In der Not greift Klopp zum letzten Mittel, das einem Trainer bleibt: Aus Trotz will er eine B-Elf aufs Feld schicken, auch auf die Gefahr hin, dass dem 2:2 aus dem Hinspiel eine Pleite mit Häme folgt und damit das Aus im FA Cup. Klopp ist gnadenlos: Er zettelt mit dem Widerstand einen Aufstand an.
Und er hat recht. Natürlich kann man argumentieren, dass Fußballer für ihren Dienst in kurzen Hosen fürstlich entlohnt werden und resistent gegen Strapazen sein sollten. Aber Fußballer sind auch das: Menschen, die nicht ständig Grenzen überschreiten können, nur weil sie einen Traumjob haben.
Die englische Liga hat bei 20 Mannschaften eh schon vier Spieltage mehr, zusätzliche Wettbewerbe und internationale Verpflichtungen. Während die Deutschen im Januar pausieren, startet die Premier League am zweiten Weihnachtstag durch. The show must go on.
Wie der Fußball aus kommerziellen Gründen ausgequetscht wird, ist das eine. Das andere, wie mit der Gesundheit von Spielern umgegangen wird. Es gibt ja einen Grund, warum die Liga Anfang Februar ruhen wollte. Dass der FC Liverpool jetzt trotzdem nachsitzen soll, ist eine Frechheit.
Man kann es international überall beobachten: immer mehr Spiele, immer mehr Wettbewerbe - bald weiß man nicht mehr, worauf man sich als Fan freuen soll. Eine EM-Vorfreude zum Beispiel hat sich noch nicht eingestellt. Man ahnt jetzt schon: Die Spieler werden ausgelaugt dorthin kommen.
Jürgen Klopp wird der Aufstand wenig nutzen. Bestenfalls kommt sein B-Team doch weiter, schlimmstenfalls darf er den FA Pokal abhaken und die Meisterschaft samt Champions League anpeilen. Aber sein Signal ist gesetzt. Spätestens jetzt weiß man, warum die Spieler für ihn durchs Feuer gehen.
Einen erholsamen Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Torwart-Dilemma auf Schalke: Fehler von David Wagner
Der Schalke-Trainer hätte Alexander Nübel stärken müssen Der Schalke-Trainer hätte Alexander Nübel stärken müssen
Von Tobias Holtkamp
Ich bin ziemlich verwundert darüber, wie Schalke 04 das Thema Alexander Nübel behandelt - und in die Länge zieht. Der Verein, an vorderster Front Trainer David Wagner, hat in meinen Augen komplett unnötig ein Torwart-Theater eröffnet, das sowohl Schalke, als auch, und das wiegt in dem Fall schwerer, seine beiden jungen Torhüter keinen Millimeter voranbringt. 
Dadurch, dass Wagner sich nicht klar zu einer Nummer eins bekannte, die nach Einschätzung fast aller direkt oder indirekt Beteiligten hätte Nübel heißen müssen, hat er eben diesen sogar geschwächt.
Das Gegenteil wäre die weitaus bessere Lösung gewesen: Wagner hätte Nübel, auf den seit einigen Wochen mehr hereinprasselt als auf jeden anderen Spieler der Liga, stärken müssen. Vielleicht aus menschlichen, ganz sicher aber aus sportlichen Gründen - denn sowohl Wagner als auch Schalke brauchen in den kommenden Monaten einen selbstsicheren Torhüter, um ihre Ziele zu erreichen. Doch Wagner hat Nübel verunsichert.
Eine Debatte, die alle verrückt macht Eine Debatte, die alle verrückt macht
Der Fußballprofi Alexander Nübel hat sich zu keinem Zeitpunkt daneben benommen, er hat weder über seinen Arbeitgeber geklagt, noch hat er versucht sich wegzustreiken. Nübel, im Juli vertragslos, hat sich für einen nächsten Karriere-Schritt bei einem größeren Verein entschieden. Ob der Wechsel zum FC Bayern eine kluge Maßnahme ist, darüber darf jeder seine Meinung haben - allein entscheidend ist die von Alexander Nübel. Es ist seine Karriere, sein Plan, den er verfolgt, er muss ihn verantworten.
Es gibt weitaus Schlimmeres als einen hochdotierten Fünf-Jahres-Vertrag bei einem der absoluten Top-Vereine Europas zu unterschreiben. Nübel wäre nicht mit 23 Jahren Kapitän des FC Schalke, wenn er nicht maximal von sich überzeugt wäre. Er ist zu 100 Prozent sicher, in absehbarer Zeit Stammtorwart des FC Bayern zu sein.
T-Frage auf Schalke: Huub Stevens vertraut David Wagner T-Frage auf Schalke: Huub Stevens vertraut David Wagner
Dass Wagner ihm die Kapitänsbinde nahm, erinnerte selbst Verantwortliche auf Schalke mehr an die Handlung eines beleidigten Schuljungen.
Plötzlich sprießen die Spekulationen: War Nübel gar nicht der ideale Spielführer, sondern die Binde nur ein Köder, ihn vom Bleiben zu überzeugen? Es wäre relativ ärmlich. Oder beugte sich Wagner mit der Entscheidung den enttäuschten und wütenden Fans? Auch das wäre mindestens ungeschickt.
Laut Wagner war es “das Beste für die Mannschaft, wenn er das Amt abgibt, da es immer wieder zu Unruhen führen würde”. Mag glaubhaft formuliert sein - doch die Unruhe haben Wagner und Schalke jetzt. Zwei Torhüter wissen nicht, woran sie sind. Markus Schubert, der eigentliche Ersatzmann, wirkt verunsichert, macht Fehler. Und Nübel, die unangefochtene Nummer eins der Hinrunde, ist geschwächt, zudem zur öffentlichen Beanstandung freigegeben.
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Die bessere Entscheidung auf Schalke wäre gewesen, das Nübel-Fass gar nicht zu öffnen. Sondern direkt klare Kante zu zeigen. Warum soll Nübel plötzlich ein schwächerer Torwart sein? Natürlich bleibt er der Mann, auf den Schalke setzt. Und ab Sommer beginnt eine neue Zeitrechnung - mit allen Chancen für Markus Schubert. Den Mann der Zukunft.
Wagner hat anders entschieden. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass das Torwart-Theater auf Schalke die gesamte Rückrunde geöffnet bleibt.
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