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Transferbilanz: Nur vier Bundesliga-Klubs machen plus

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Das Wortkonstrukt "Deadline Day", ich kann's nicht mehr hören. Se
 

Fever Pit’ch

3. September · Ausgabe #224 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Das Wortkonstrukt “Deadline Day”, ich kann’s nicht mehr hören. Seit der TV-Sender Sky den letzten Tag der Transferperiode zum Event hochgejazzt und den Namen ins deutsche Vokabular geprügelt hat, übernehmen Jahr für Jahr immer mehr Zeitungsredaktionen diesen scheußlichen Marketing-Begriff. Deadline Day - das klingt, korrekt ausgesprochen, nach begrenztem Vatertag oder, vernuschelt, nach der verkorksten Parfümserie von Doris Day. Es reicht ja schon, wenn uns Patrick Esume demnächst wieder beim American Football die Englisch-Vokabeln um die Ohren haut. Aber beim Fußball? Ich habe diese Frage hier schon einmal gestellt: Bin ich altmodisch, nur weil ich hören will, dass der Ball “in den Strafraum” fliegt und nicht “in die Box”? Deadline Day - kennt denn niemand einen deutschen Begriff dafür? Her damit!
Einen linierten Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Transferbilanz: Nur vier Bundesliga-Klubs machen plus
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Von Pit Gottschalk
Ob nun Bayern München das meiste Geld in neue Spieler investiert hat, wie der Sport-Informations-Dienst schrieb (143,5 Mio. Euro), oder doch Borussia Dortmund, wie die Deutsche Presse-Agentur zu wissen glaubt (137 Mio. Euro), kann dem Fußballfan gleichgültig sein. Die Rekordsumme von 700 Mio. Euro für 159 neue Bundesliga-Profis in diesem Sommer übersteigt eh das Fassbare.
Am letzten Tag der Transferperiode schaut jeder auf seine Mannschaft und sucht einen Anhaltspunkt, warum die neue Saison besser als die alte laufen sollte. Am Ende nutzen die Prognosen wenig. Noch kann niemand die Vorhersage wagen, ob der Rekordtransfer Lucas Hernandez beim FC Bayern die 80 Mio. Euro wert ist oder Frankfurt Eintracht beim Spielertausch mit dem AC Mailand ein gutes Geschäft gemacht hat.
Transfer für Transfer: Hier sind die exakten Zahlen Transfer für Transfer: Hier sind die exakten Zahlen
Viel interessanter waren die Transfers, die nicht stattgefunden haben. Neymar nicht zum FC Barcelona. Bale nicht weg von Real Madrid. Boateng nicht zu Juventus. Werner nicht weg von RB Leipzig. Das wäre ja mal was Neues: Wenn die Herren Fußballprofis ihren Abgang regelmäßig nicht forcieren, sondern ihren Arbeitsvertrag einhalten könnten. Vereinstreue bleibt aber ein frommer Wunsch. Nicht wenige Klubs leben vom Verkauf.
106 Mio. Euro nahm Eintracht Frankfurt dafür ein, dass Fredi Bobic seine Hurra-Truppe aus der Europa League entzaubern musste. Rebic, Jovic, Haller - alle weg. Allein Jovic brachte von Real Madrid 60 Mio. Euro ein. Für die Bundesliga-Klubs, die ständig über eine ungerechte TV-Geldverteilung innerhalb der Liga jammern, müssten gerade die Zahlen von Eintracht Frankfurt Maßstab und Ansporn sein.
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Wer eine gute Jugendarbeit betreibt, seine erste Mannschaft klug mit hungrigen Spielern aufpeppt und ein bisschen Geschick in den Verkaufsgesprächen beweist, wird seinen Etat mit der Wertsteigerung von Spielern sanieren und seine Optionen bei Verstärkungen ausbauen. Allein der Jovic-Transfer übersteigt bei der Eintracht die Europacup-Einnahmen um das Fünffache. Das vor allem ist der Verdienst von Vorstand Fredi Bobic.
Blöderweise finden sich noch immer zu viele Vereine in einem Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben wieder. Schalke 04 ist das schlechteste Beispiel: Der Schweizer Breel Embolo brachte nach drei Jahren die Hälfte von dem ein, was er damals gekostet hat. Borussia Mönchengladbach freut sich über das Schnäppchen. Der BVB hatte Glück: Der überteuerte Abdou Diallo erwirtschaftete beim Abgang zu PSG ein Plus von 5 Mio. Euro.
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So bleibt die Zahl von 700 Mio. Euro ohne Aussagekraft, wenn man nicht in die Details geht. Nur vier der 18 Bundesliga-Vereine können eine positive Transferbilanz vorweisen. Neben Eintracht Frankfurt (plus 42,3 Mio. Euro) sind das TSG Hoffenheim (plus 86 Mio. Euro), Fortuna Düsseldorf (plus 10,75 Mio. Euro) und überraschenderweise Aufsteiger SC Paderborn (plus 4,9 Mio. Euro). Alle anderen zahlen drauf. Auch mit TV-Geld.
Auf Dauer ist das Lotterie. Erstens: Ablösesummen und Spielergehälter steigen weiter - nicht aber die Medienerlöse. Aus dem TV-Vertrag, der Anfang 2020 verhandelt wird, ist nur ein moderater Anstieg zu erwarten. Zweitens: Klumpenrisiko ist nie gut. Wer seine Strategie allein auf TV-Geld ausrichtet, kann sich keine zwei schwache Spielzeiten ohne Substanzverlust im Kader leisten. Dann lieber ein bisschen bei Eintracht Frankfurt abgucken.
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