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TV-Vertrag: Rummenigge schimpft auf Bundesliga-Klubs

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Am Mittwochmorgen, bevor seine Vorstellungsrunde bei den Regional
 

Fever Pit’ch

22. August · Ausgabe #214 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Am Mittwochmorgen, bevor seine Vorstellungsrunde bei den Regional- und Landesverbänden losging, saß der designierte DFB-Präsident Fritz Keller im Frühstücksaal des Maritim-Hotels in Berlin - und gönnte sich ein Gläschen Sekt zur Stärkung. Er tat dies so selbstverständlich und unbeeindruckt von den vielen Hotelgästen, die um ihn herumsaßen, dass ich dachte: Der Mann ist mit sich im Reinen und unabhängig von dem, was andere Leute über ihn denken. So handeln Überzeugungstäter.
Am Nachmittag, als er die zweite Vorstellungsrunde bei den Profiklubs beendet hatte, verfestigte sich das Bild. Fritz Keller, ganz Unternehmer, will beim DFB aufräumen. Aber nicht als Alleinherrscher, wie es sein glückloser Vorgänger versuchte, sondern mit Analyse und Teamwork. Ausdrücklich nannte er sein Motto: “Nur gemeinsam geht’s”. Er möchte Lobbyarbeit für die ehrenamtliche Arbeit in den Amateurvereinen betreiben, den Frauenanteil in DFB-Gremien erhöhen, ein gutes Verhältnis zu den Profiklubs pflegen.
Am Ende hinterließ er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Kandidat einen so glaubwürdigen und vertrauenserweckenden Eindruck, dass man ihm erstens den Umbau des größten Sportfachverbandes der Welt zutraut und zweitens hinterher das gewünschte Bier zur Bratwurst im Stadion gönnt. Man weiß noch zu wenig vom Winzer aus dem Breisgau, um seine Erfolgsaussichten einschätzen zu können. Nur so viel ist sicher: Es war ein guter Start. Das Gläschen Sekt hat sich gelohnt.
Einen trinkfesten Donnerstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

TV-Vertrag: Rummenigge schimpft auf Bundesliga-Klubs
DFL-Generalversammlung: Es brodelt im deutschen Fußball DFL-Generalversammlung: Es brodelt im deutschen Fußball
Als Oke Göttlich, der Präsident des Zweitligisten FC St. Pauli, ins Präsidium der Deutschen Fußball-Liga (DFL) gewählt war, versammelte er draußen vor den Saaltüren eine kleine Gruppe von Journalisten um sich. Er redete und stichelte, deutete an und erklärte, wie sich die Verhältnisse im deutschen Fußball mit dieser DFL-Generalversammlung verändern.
Seine Botschaften fanden Gehör. Und als jede Aussage notiert war, beendete er die Runde mit dem Satz: “Aber nicht zum Schreiben.” So geht das neuerdings im Bundesliga-Fußball ständig: Andeutungen hinterlegen und hinterher nicht dafür verantwortlich gemacht werden können. Hauptsache, die Lunte ist gelegt.
Formen von Hinterzimmer-Politik wurden zuletzt Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt und Klaus Filbry von Werder Bremen nachgesagt. Die zwei Klubbosse führen eine Allianz an, die den Namen “Team Mittelstand” trägt und die Interessen mittelgroßer Klubs vertritt. Dazu gehören Hertha BSC, 1. FC Köln, VfB Stuttgart und der Hamburger SV.
Das gemeinsame Ziel: ein möglichst großes Stück von einem Kuchen, der erst in zwei Jahren gebacken sein wird - der neue Milliardenvertrag für die Medienrechte. Man will verhindern, dass die beiden Zugpferde der Liga, Bayern München und Borussia Dortmund, bei den TV-Geldern ein aus ihrer Sicht zu großes Stück abbekommen.
Die Stimmung in der Bundesliga ist gereizt. „Uns allen ist auf die Nerven gegangen, dass sich 16 Klubs getroffen haben. Noch nie seit Gründung der DFL habe ich es erlebt, dass es so eine Separierung der Interessenlagen gab und dass das Fell des Bären vorzeitig verteilt werden sollte“, schimpfte Karl-Heinz Rummenigge. “Das ist absolut nicht okay.”
Karl-Heinz Rummenigge warnt vor Spaltung der Bundesliga Karl-Heinz Rummenigge warnt vor Spaltung der Bundesliga
Der Vorstandschef des FC Bayern weiter: “Ich rate ihnen, schnellstens in den Kreis aller Vereine zurückzukehren und sich nicht zu separieren. Es gab natürlich auch Überlegungen großer Klubs, sich mal zu treffen und darüber zu befinden. Das haben wir dann ganz zielbewusst nicht gemacht, weil wir keine Gegenposition beziehen wollten.”
Der fast schon destruktive Widerstand vor den Präsidiumswahlen erschien BVB-Chef Hans-Joachim Watzke aber so wegweisend, dass er seine Kandidatur vorzeitig zurückzog und der Generalversammlung bei wichtigen Tagesordnungspunkten fernblieb. Schon tauchte die Frage auf: Provoziert das “Team Mittelstand” einen Riss im Profifußball?
“So wie es in den letzten Wochen war, kann es nicht weitergehen”, mahnte DFL-Chef Christian Seifert, bevor die Wahlen vollzogen wurden. Im Präsidium sitzt jetzt den beiden Großklubs Schalke 04 (Peter Peters) und FC Bayern München (Jan-Christian Dreesen) eine Mehrheit von kleinens Klub von Freiburg und Kiel gegenüber.
Seifert bestritt zwar auf Nachfrage von Fever Pit’ch vehement, dass ein Riss durch die Liga geht, und verwies auf den demokratischen Prozess, der zu diesem Ergebnis geführt habe. Nur zu gut weiß er aber auch: Ohne Bayern und BVB wird die Bundesliga international kaum bestehen können. Bei Auswärtsspielen bringen Großklubs die meisten Fans mit.
“Alle drei Jahre vor der Generalversammlung wird komischerweise viel über Miteinander und Solidarität gesprochen, und dann geht’s irgendwie immer gegeneinander. Aber das ist normal”, so Seifert. Der TV-Poker 2020 setzt eben Gier frei. Seifert: “Es geht um sehr viel Geld, um Zukunftsperspektiven. Und da fragt sich jeder Klub: Wo bleibe ich denn da?” 
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