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Virologe sagt: Kein Profifußball mehr in diesem Jahr

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Fever Pit'ch macht ein paar Tage Pause. Die wichtigsten Sport-New
 

Fever Pit’ch

20. März · Ausgabe #367 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Fever Pit'ch macht ein paar Tage Pause. Die wichtigsten Sport-News zur Coronakrise sind berichtet, nun ist das Land damit beschäftigt, die Krise zu überwinden. Um Sport geht es schon lang nicht mehr. Auf SPORT1 halten wir alle Sportfans auf dem Laufenden. Wie schwierig das manchmal ist, habe ich in unserem neuen Fever Pit'ch Podcast erzählt. Die Situation ist gespenstisch. Darum zeigt hoffentlich jeder Verständnis, dass der Newsletter den Osterurlaub etwas früher als geplant beginnt. Aber keine Sorge: Wenn Wichtiges passiert, melde ich mich zwischendurch. Und heute ist nicht aller Tage Abend - ich komme wieder, keine Frage.
Ein besonnenes Wochenende
Euer Pit Gottschalk

Virologe sagt: Kein Profifußball mehr in diesem Jahr
Der Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit
Der Virologe Professor Jonas Schmidt-Chanasit
"Fußball würde zu einer deutlichen Verschärfung führen"
Von Alex Steudel
Wie viele andere Menschen bin auch ich im Home Office. Es gibt dort für freischaffende Journalisten, die sich mit Fußball beschäftigen, nicht wahnsinnig viel zu tun. Am Mittwoch habe ich mir “Papillon” angesehen. Das ist einer der Lieblingsfilme von Oliver Kahn, wie er mir mal gesagt hat, weil er von einem zu Unrecht eingesperrten Menschen handelt, der an Gerechtigkeit und Freiheit glaubt und deshalb nie aufgibt. Immer weitermachen und so.
Was den Film für mich so aktuell macht: Papillon sitzt alleine im Knast und langweilt sich zu Tode. Zwischen den Mahlzeiten, die aus wässriger Suppe und Kakerlaken bestehen, schreitet er seine Zelle ab und zählt die Meter, um nicht verrückt zu werden. Es schafft nur wenige Schritte bis zur Wand, weil die Zelle sehr klein ist. Dann dreht er sich um und geht in die andere Richtung. Er tut das jahrelang.
Das hat mich getröstet. Ich habe gutes Essen und noch fünfeinhalb Rollen Klopapier, und wenn ich in meiner Wohnung vom Arbeits- zum Wohnzimmer schreite, dann den Flur kreuze, die Küche betrete und dort bis zum Fenster gehe, schaffe ich 16 Schritte. 16 Schritte sind ein Strafraum im Fußball. Mir geht’s besser als Papillon, dachte ich, noch werde ich nicht verrückt.
Nach Papillon habe ich mir aktuellere Sachen angesehen. Das war nur bedingt hilfreich, denn ich hasse Panik und Hysterie. Ich stieß zuerst auf Joachim Löw, der über eine Erde philosophierte, die sich gegen uns auflehnt.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Ich traute meinen Ohren und Augen nicht. Löw wirkte völlig konsterniert und war kurz davor zu heulen. Ich dachte: Welche Erde meint er, doch wohl nicht meine? Ich hatte erst am Dienstag beim Frühstück zu meiner Freundin gesagt, dass ich gespannt sei, wer in der Corona-Krise wohl der Erste sein werde, der mit Verschwörungstheorien um die Ecke kommt. Die Erde lehnt sich gegen SUV-Fahrer auf? Corona ist die Antwort auf Geldgier und Kapitalismus? Echt jetzt? Nun weiß ich es: Ausgerechnet unser Bundestrainer war der Erste. Bitter.
Zum Glück sah ich dann Toni Kroos. Der Auftritt des Weltmeisters bei Bild-TV gefiel mir. Kroos ist die personifizierte Vernunft, der fußballspielende Merkel. Er verfällt nicht in Panik, lässt sich nicht zu abstrusen Verschwörungstheorien hinreißen. Er lebt schlicht und ergreifend und vernünftig in den nächsten Tag hinein und verhält sich so, wie es richtig ist: Er bleibt daheim und spielt mit den Kindern. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass er kein Klopapier hamstert.
Klar weiß ich, dass der Mittelfeldspieler bei Real Madrid sogar in Kurzarbeit Millionen verdient und die Dinge entspannter sehen kann als die meisten Mitmenschen in diesen Tagen. Aber sein Auftritt hat mir gezeigt, dass er begriffen hat, worauf es jetzt ankommt: Vorbild sein. Nicht in Panik ausbrechen. Auch mal lachen. Den Leuten zeigen: Hey, es geht schon. Immer weitermachen und so.
Kroos war vor der Kamera, was er als Fußballer schon immer ist: die Ruhe selbst. Wenn er spielt, ist ja auch der nächste Pass immer der wichtigste. Er geht lieber auf Nummer sicher als voll ins Risiko. Brüllt nicht rum. Schauspielert nicht. Er ist als Fußballer unspektakulär erfolgreich. Und jetzt auch als Vorbild.
Solche Typen helfen uns, dachte ich.
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Im Griff der Corona-Krise - heute im Fever Pit'ch Podcast
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