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Warum Liverpool der perfekte Gegner für Bayern ist

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! In einer Woche ist Weihnachten. Höchste Zeit, dass wir uns um Büc
 

Fever Pit’ch

18. Dezember · Ausgabe #39 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
In einer Woche ist Weihnachten. Höchste Zeit, dass wir uns um Bücher kümmern, die unser Leben mit dem Fußball verändert haben oder verändern werden. Vorige Woche habe ich euch um Vorschläge gebeten, um eine Top Ten zu erstellen, was man gelesen haben muss. Daraus ist eine Top 15 geworden. Ich selbst bestelle noch heute zwei Bücher aus dieser Liste, nämlich “Das Wunder von Castel di Sangro” und “Der Traumtorhüter”.
Hier ist unser gemeinsamer Kanon von Fußballliteratur:
Ich bin mir ziemlich sicher: Es werden jetzt Leseempfehlungen nachgereicht, die wir in der Liste nicht berücksichtigt haben. Die dürfen gerne per E-Mail kommen! Gegebenenfalls werde ich eine zweite Liste veröffentlichen. Und noch etwas: Die Bücher sind jeweils mit einem Amazon-Link hinterlegt. Natürlich steht es jedem frei, zum Buchhändler seines Vertrauens zu gehen und das Buch vor Ort in einer Bücherei zu bestellen.
Euer Pit Gottschalk

Hinspiele am 12./13. und 19./20. Februar. Rückspiele am 5./6. und 12./13. März
Warum Liverpool der perfekte Bayern-Gegner ist
An seinen Worten wird sich Didi Hamann messen lassen müssen. Vor der Achtelfinal-Auslosung der Champions League behauptete der Sky-Experte noch: “Auf Klopp und sein Team würde ich als allerletztes treffen wollen. Also wenn Bayern die im Achtelfinale bekommt, sehe ich wenige Chancen.“
Nun, Bayern bekommt’s mit Liverpool zu tun. Zuerst im Hinspiel am 19. Februar in Liverpool. Dann im Rückspiel am 13. März in München. Das wird, so viel ist sicher, das größte und heißeste Duell im Achtelfinale. Die Bayern gegen Jürgen Klopp: Da prallen Welten aufeinander.
Heavy-Metal-Fußball nennen sie den Klopp-Stil auf der Insel. Dagegen wirkt die Bayern-Spielweise wie die Aufführung einer Trachtenkapelle: stampfend und schwerfällig, eher gemütlich als mitreißend. Bei einem Konterangriff verrenkt sich kein Zuschauer auf der Haupttribüne den Nackenmuskel.
"Liverpool ist die Mannschaft der Stunde”, kommentiert Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamdzic das Los. “Sie sind Tabellenführer in England, spielen guten Fußball, sehr körperbetont, geben Gas.” Oder wie es Jose Mourinho ausdrückte: Die rasen mit 200 Sachen an dir vorbei.
Mit 200 Meilen pro Stunde über den Rasen
Für den FC Bayern ist der FC Liverpool der perfekte Gegner. Und nicht, weil Trainer Niko Kovac zur Motivation seiner Spieler nur den Hamann-Satz an die Kabinenwand hängen muss. Nach den zwei Liverpool-Spielen werden die Bayern-Bosse endlich wissen, wo ihre Mannschaft wirklich steht.
Bisher konterten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge jede Kritik an ihrer Kaderplanung mit dem Hinweis, dass nach sechs Meisterschaften in Folge eine Kunstpause nichts Schlimmes ist. Der Kader sei gut. Nun wird ihnen der Realitätsverlust wenig helfen. Die Wahrheit liegt auf dem Platz.
Die dringendste Frage: Können die Bayern mit dem Tempofußball von der Insel mithalten? Für den deutschen Meister gibt es keine Ausreden. Mitte Februar läuft die Bundesliga-Rückrunde schon vier Wochen; genügend Zeit hat der Trainer, um seine Mannschaft in Schuss zu bringen.
Jürgen Klopp hat’s Bayern vorgemacht, wie man eine müde Elf aufpoliert. 450 Mio. Euro hat er in den Kader gesteckt, um zum Beispiel aus einer Wackelabwehr die beste Verteidigung der Premier League zu bauen (nur sieben Gegentore in 17 Liga-Spielen). Spektakulär lässt er immer spielen.
51% für Liverpool-Sieg gegen Bayern München
Zugegeben, die Premier League mit ihren aberwitzigen TV-Milliarden gewinnt lächelnd jedes Feilbieten um die meisten Starspieler der Welt. Aber die Auslosung zum Achtelfinale hat es so gewollt, dass es für die Bundesliga gleich dreimal zum Leistungsvergleich mit den Engländern kommt.
FC Bayern gegen FC Liverpool sowie Borussia Dortmund gegen Tottenham Hotspur und Schalke 04 gegen Manchester City: Soll bloß keiner glauben, dass Deutschland chancenlos ist. Im Saison-Ranking der Uefa liegt die Bundesliga aktuell hinter Spanien - aber vor der Premier League.
Wenn die Bayern gegen Klopp verlieren, können Hoeneß und Rummenigge nicht mehr wegsehen. Eine Pleite öffnet ihnen die Augen. Dann sind sie wie 2012 gezwungen, nicht nur radikal zu reden, sondern radikal zu handeln. Der Abschied von Arjen Robben und Franck Ribéry wäre erst der Anfang.
Darum ist der FC Liverpool, siehe These oben, der perfekte Gegner. Denn gewinnen die Bayern, wäre das ständige Genörgel, seit diesem Herbst unüberhörbar, endgültig beendet. Da steckt der BVB mit seinem englischen Gegner in einer bedeutend kniffligeren Situation.
„Ein Spiel auf Augenhöhe“
Von Borussia Dortmund, der deutschen Mannschaft der Stunde, wird quasi erwartet, dass der Einzug ins Viertelfinale gelingt. Die zwei Niederlagen vorige Saison in der Champions League seien der verfahrenen Situation unter dem damaligen Trainer Peter Bosz geschuldet gewesen.
Wenn man sich da mal nicht täuscht. Weil so viele Fans auf Manchester City und FC Liverpool blicken, steht Tottenham in deren Schatten. Dabei haben die Spurs einen fast doppelt so wertvollen Kader wie Dortmund. Mit 837 Mio. Euro Marktwert sogar einen teueren als der FC Bayern.
Beim BVB sieht man zuerst, dass in der Hinrunde alle drei Top-Spiele (gegen Atletico Madrid, Bayern München und Schalke 04) gewonnen wurden. Nicht aber, dass Spiele gegen schwächere Teams (zum Beispiel gegen Mainz 05) auf Messers Schneide standen. Stabil ist anders.
Nicht zu vergessen: Die Mannschaft ist mit dem Durchschnittsalter von 24,8 Jahren jung, Tottenham Hotspur mit 27 Jahren dagegen erfahren. Schon öfter hat man beim BVB diese Saison von einer Reifeprüfung geredet, bevor es in die großen Spiele ging. Das hier ist wieder so eine Reifeprüfung.
"Können gegen ManCity für Überraschung sorgen"
Der Leistungsvergleich mit den Engländern gibt der Bundesliga nicht nur Aufschluss darüber, wo die Spitzenklubs tatsächlich stehen. Der Werbe-Effekt ist nicht zu unterschätzen. Alle Spiele der Premier-League-Klubs werden weltweit live geschaut. Besonders die von Manchester City.
Wenn Schalke einen guten Job macht (und niemand erwartet wirklich das Weiterkommen), bringt das eine größere Aufmerksamkeit im Mittleren und Fernen Osten als so manche Asien- oder USA-Tour. Günstiger kann eine Promotion nicht sein.
Dreimal zwei Spiele gegen Englands Top-Klubs: Für die Deutsche Fußball-Liga (DFL) eröffnet sich hier im Frühjahr die Chance, auf der ganzen Erde Werbung für Europas torreichste Top-Liga zu betreiben. Die Champions League verspricht zumindest eine weltweite TV-Übertragung.
Wenn die Bundesliga auch womöglich nicht den schnellsten Fußball vorträgt (die Werte lassen sich eh schlecht vergleichen), dann könnte das Selbstbewusstsein aus einer anderen Ecke kommen: dass man nicht den flotteren Fußball spielt, aber den klügeren. Bayern wäre sofort dabei.
Spiegel Online: Video-Analyse zur Champions-League-Auslosung Spiegel Online: Video-Analyse zur Champions-League-Auslosung
Heute im Fernsehen
Was sonst noch so los ist
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Pit Gottschalk
Dass ich die #Ultras mal als Gewinner der Hinrunde würdige, irritiert mich selbst. Ach ja, außerdem gibt’s Lob für einen, der beim @VfL_Wolfsburg arbeitet. Ich sehe ein, dass dies zwei Leute aus meiner TL verstört. #wölfe https://t.co/Jw5Tj4a0VF
11:07 AM - 17 Dec 2018
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Pit Gottschalk -- 20249 Hamburg