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Wegen Bayern: Braucht die Bundesliga doch Play-offs?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Den Wutausbruch von Chris Löwe kann ich gut verstehen. Natürlich
 

Fever Pit’ch

19. Juni · Ausgabe #395 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Den Wutausbruch von Chris Löwe kann ich gut verstehen. Natürlich leidet Dynamo Dresden darunter, dass die Coronakrise zuerst eine Zwangspause und danach einen Kräfteverschleiß erzwang. Das ist unfair, weil kein anderer Klub von den Auswirkungen des Coronavirus so heftig heimgesucht wurde. Vermutlich wird sein Verein deshalb aus der 2. Liga absteigen.
Aber was wäre die Alternative gewesen? Dass alle Konkurrenten freiwillig auf den Spielbetrieb verzichten? Dass die Saison verlängert wird, um mehr Ruhephasen zu gönnen? Dass Dynamo Dresden einen Sonderstatus genießt und nicht absteigen muss? Man kann es drehen und wenden, wie man will: Keine Lösung bekäme hundert Prozent Zustimmung.
Bei Chris Löwe brachen sich Verzweiflung und Zorn Bahn. Seine Wortwahl Richtung DFL-Spitze, die den Re-Start ermöglicht hatte, war so ziemlich das Härteste, was ein Fußballprofi seit Jahren in aller Öffentlichkeit geäußert hat. Wahrscheinlich gibt es dazu einen Strafenkatalog in einer Schublade. Aber bestrafen sollte man Chris Löwe nicht.
Er war emotional, vielleicht verbittert, jedenfalls: grundehrlich mit jeder Faser seines Körpers. Tränen lügen nicht: Da stand ein erwachsener Mann vor der TV-Kamera, der sein Herz auf der Zunge trug. Seine Kritik muss die Liga aushalten können. Wer gute Argumente hat, und das hat die DFL ja, sucht das Gespräch mit ihm und nicht die Sanktion.
Ein Gespräch wird nicht die Wunde heilen, die der wahrscheinliche Abstieg in die 3. Liga verursacht. Aber Verständnis und Nachsichtigkeit können ein Pflaster sein. Gefühlsausbrüche sind in der glatt lackierten Profiwelt so selten geworden, dass schwere Gründe dafür vorliegen müssen. Bei Chris Löwe sind die Gründe tonnenschwer. Man wird ihm verzeihen können.
Ein großherziges Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Wegen Bayern: Braucht die Bundesliga doch Play-offs?
Die Bayern-Dominanz
Die Bayern-Dominanz
Das Meister-Zeugnis für Lewandowski, Müller und Co.
Von Alex Steudel
Wenn im Sommer 2019 jemand zu mir gesagt hätte, dass Düsseldorf-Augsburg und Mainz-Bremen die Höhepunkte des 33. Bundesliga-Spieltages sein würden, hätte ich vermutlich von meinem Widerspruchsrecht Gebrauch gemacht und der DFL die Saison unausgepackt zurückgeschickt.
Es ist, wie es ist, wir müssen damit leben lernen: Bundesliga ist das neue Langeweile. Oben entscheidet das Geld (die Reihenfolge der ersten Fünf der Tabelle ist identisch mit der der Marktwerte der Teams), und unten tobt ein eher hochstilisierter Vierkampf um den Klassenverbleib – eigentlich sind ja nur noch Düsseldorf und Bremen gefährdet.
Ist das gut so? Nö.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Am Donnerstag hat mich Malte Asmus im Fever-Pit'ch-Podcast gefragt, welches Ereignis mich denn am weitesten aus der Bahn werfen würde. Da musste ich ein bisschen nachdenken, denn eigentlich ist die Saison für mich schon abgehakt. Ich antwortete: Wenn Bremen den Klassenerhalt schafft.
Werder hat es eigentlich am wenigsten verdient, die Klasse zu halten. Der Klub hat diese Saison nichts aus seinen Möglichkeiten gemacht, und dafür wurde mir zu oft schlau dahergeredet. Das hat mir nicht gefallen. Düsseldorf zeigte zumindest klare Kante, als es darauf ankam: Die Mannschaft von Uwe Rösler leierte dem Champions-League-Klub Leipzig binnen Sekunden zwei Punkte aus dem Kreuz. Das wird viel Rückenwind geben. Verdient hätte Düsseldorf den Klassenverbleib schon wegen dieser Endphase.
Natürlich freue ich mich aufs Spannungsmethadon-Programm Abstiegskampf am Samstag. Trotzdem: Ich werde am 33. und 34. Spieltag Phantomschmerz spüren. Ich werde das Drama vermissen, das ich schon so lange vermisse: das des Titelkampfes. Das Bangen der letzten Sekunden. Blut, Schweiß und Tränen und so.
Einfach mal reinhören!
Einfach mal reinhören!
Bayern-Dominanz und fehlendes BVB-Testosteron
Ich werde vermissen, dass am 34. Spieltag ganz Deutschland die Luft anhält. Zum Beispiel so wie bei der Last-Second-Meisterschaft des FC Bayern in Hamburg. 19 Jahre her. Die Aussichten, dass irgendwann wieder etwas Ähnliches passiert, sind gering.
Was ist die Lösung? Eine Europaliga, wie sie Marcel Reif angeregt hat? Klar, wir leben in Europa, da wäre das nur konsequent. Aber schwer umsetzbar.
Ich habe nachgedacht: Wenn ich das Sagen hätte, würde ich Play-offs einführen. Zugegeben, sie sind nicht ganz gerecht und ein etwas künstlicher Versuch, Spannung zu schaffen. Aber sie haben sich in vielen Sportarten bewährt. Man stelle sich das mal vor: Nach heutigem Stand würde der Höhepunkt des Saisonfinales nicht Mainz gegen Bremen lauten, und man bräuchte auch nicht dauernd herumrechnen. Wir würden uns auf die Abstiegs-Play-offs freuen. Und der Titelkampf wäre auch bis zum allerletzten Spiel spannend.
Und zwar jedes Jahr. Immer.
Der nächste Programmpunkt würde also demnächst lauten: Halbfinale! Drei bis fünf Mal FC Bayern gegen Leverkusen und Dortmund gegen Leipzig .
Jetzt mal ganz ehrlich: Das wäre schon gut, oder?
Termin-Chaos droht: Bundesliga-Start ohne Bayern? Termin-Chaos droht: Bundesliga-Start ohne Bayern?
eppel5
Emotionale Debatte im @SPORT1_Dopa über die Dominanz des @FCBayern. #Basler #Effenberg und @Sky_Uli liegen richtig: #FCBayern Vorherrschaft ist hart erarbeitet, @BVB hätte in vergangenen 2 Jahren durchaus Meister werden können u.a. 9 Punkte Vorsprung verspielt. #Dopa #Bundesliga
Samstag im Fernsehen
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