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Wegen Handspiel-Regel: Wutausbruch am TV-Mikrofon

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Vermutlich wird Rouwen Hennings für die folgenden Sätze eine saft
 

Fever Pit’ch

5. Oktober · Ausgabe #251 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Vermutlich wird Rouwen Hennings für die folgenden Sätze eine saftige Strafe beim DFB kassieren. Der Stürmer von Fortuna Düsseldorf sagte gestern Abend, als ihn nach dem 1:3 bei Hertha BSC der Frust überwältigte, bei DAZN: “Die mogeln sich das zurecht. Das geht mir völlig auf den Keks. Da wird mir schlecht.” Ja, richtig geraten: Es geht um ein Handspiel.
Niemand, der nicht zufällig Schiedsrichter ist, kann mit maximaler Präzision erklären, wann ein Handspiel vorliegt oder nicht. Nicht einmal Hennings, der immerhin Bundesliga-Profi ist und vor Saisonstart in den Genuss von Regelschulungen kam. Nach den gelernten Regelauslegungen, so Hennings, sei es Hand gewesen und folglich Elfmeter.
Doch der Abwehrversuch von Gegenspieler Per Ciljan Skjelbred kurz vor Abpfiff blieb folgenlos. Der Video-Assistent schritt nicht ein, die Szene wurde am Spielfeldrand nicht gecheckt. Warum eigentlich nicht? Fast jede Woche ist das Vakuum zu erleben, das die neue Handspielregel hinterlässt. Nicht so oft wie früher und befürchtet - aber immer noch zu häufig.
Das darf nicht sein. Der Fußball lebt davon, dass er eindeutige Regeln hat. (Übrigens nicht nur auf dem Rasen.) Die Regelkommission bei der Fifa verbringt viel zu viel Zeit damit, Nebensächlichkeiten wie Abstoß oder Mauerbildung zu reformieren. Kernpunkte wie Handspiel bleiben merkwürdigerweise ungeklärt.
Niemand unterstellt dem Fifa-Gremium IFAB bei Regelreformen böse Absichten, im Gegenteil. Die Regelhüter meinen es gut mit dem Fußball. Aber offenbar: zu gut. Eine Handspiel-Regel, die von den Protagonisten bei der Auslegung auf dem Rasen nicht zweifelsfrei erklärt werden kann, ist keine gute Regel.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) darf und kann sich nicht über die Vorgaben hinwegsetzen, sondern ist verpflichtet, das vorgegebene Regelwerk eins zu eins umzusetzen. Was der DFB aber kann: einem Rouwen Hennings nachzusehen, dass er in einer spontanen Reaktion seinen Frust zu formulieren versteht.
Einen nachsichtigen Samstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

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Türkei: Auch für Präsident Erdogan gilt "Nein zu Diskriminierung"
Von Pit Gottschalk
Es ist ein Jahr her, dass Präsident Recep Tayyip Erdogan die Türkei zum Mittelpunkt des europäischen Fußballs erheben wollte. Für die türkische Bewerbung um die EM 2024 verlangte er von der Uefa “eine faire Beurteilung”. Die erfuhr seine Türkei auch. Den Zuschlag für die Europameisterschaft in fünf Jahren bekam Deutschland.
Heute muss man froh über die Abstimmung zugunsten des DFB sein. Was die Fans von Borussia Mönchengladbach bei ihrem Europacup-Spiel am Donnerstag in Istanbul erlebten, ist weder mit den Werten der Uefa noch mit den Werten des Islam zu vereinbaren. Völlig zu Recht fordert der Gladbacher Vereinsmanager Max Eberl eine Uefa-Untersuchung.
Die Polizei verbot alle Fanplakate, die das Wappen der Stadt Mönchengladbach trugen. Denn darauf war zu sehen: ein Kreuz als Zeichen des christlichen Glaubens. Nur zur Klarstellung: Hier geht es nicht um eine unnötige Provokation, die im Stadion nichts verloren hat, sondern um den Stolz auf eine Stadt, die deutsche Fußballgeschichte geschrieben hat.
Man muss Max Eberl (“Polizei-Diktatur”) nicht zitieren, um die Empörung über den Eklat beim 1:1 gegen der Erdogan-Klub Başakşehir in Worte fassen zu können und von der Uefa Konsequenzen zu fordern. Die Uefa selbst gibt die Richtung in ihrem eigenen Wertekanon unter Punkt 10 vor: “Null Toleranz gegenüber Rassismus”.
Um dieses Wappen geht's
“Fußball eint die Völker und überkommt Unterschiede. Für die UEFA ist nur die Farbe des Trikots wichtig und so wird es auch immer bleiben. Rassismus und Diskriminierung werden in keinerlei Weise toleriert, genauso wenig wie Gewalt auf dem Spielfeld oder in den Zuschauerrängen. Der Fußball muss mit gutem Beispiel vorangehen.” Aus dem Uefa-Wertekanon von 2009
Wer den Fußball und seine Bedeutung so offensichtlich mit Füßen tritt, muss die Folgen seiner Intoleranz vor aller Welt spüren. Nächstes Jahr im Mai soll erstmals seit 2005 wieder das Finale der Champions League in Istanbul stattfinden. Wenn die Uefa einen Rest an Aufrichtigkeit spürt, sollte sie den Austragungsort infrage stellen.
Man darf der Türkei die Entgleisung in der Europa League nicht durchgehen lassen. Die Uefa steht eh am Scheideweg. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin kuschelt mit den falschen Leuten. Dieses Jahr fand ein Europacup-Finale in Baku, Aserbaidschan, statt, nächstes Jahr eins in Istanbul, Türkei, und im Jahr danach in St. Petersburg, Russland. 
Alijew, Erdogan, Putin - die Menschenrechtsverletzungen im Namen dieser Präsidenten sind nicht dadurch zu rechtfertigen, dass dort das große Geld wartet. Die Uefa kann und muss ihr Verhältnis zu diesen Herrschern erklären. Gute Worte und der Willen zur Nähe reichen nicht mehr. Warum nicht das Champions-League-Finale wegnehmen? Es gibt bessere Gastgeber.
Alle mal herschauen!
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