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Welche 18 Vereine gehören in eine Traum-Bundesliga?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Der Sportjournalist Thomas Nowag und Drei90 haben mir bei Twitter
 

Fever Pit’ch

26. Januar · Ausgabe #62 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Der Sportjournalist Thomas Nowag und Drei90 haben mir bei Twitter eine so fiese Frage in den Kopf gepflanzt, dass wenig Raum für andere Fragen zum Spieltag blieb. Die Frage lautete: Wenn man die Bundesliga-Besetzung bestimmen dürfte - welche 18 Klubs würde man aussuchen?
Das erste Drittel habe ich flott beisammen. Die sechs Großkaliber: Bayern München, Borussia Dortmund, Schalke 04, Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach und 1. FC Köln. Dann Werder Bremen, VfB Stuttgart, natürlich die Hauptstadt mit Hertha BSC, Eintracht Frankfurt.
Plötzlich beginne ich zu grübeln. Acht Klubs fehlen in der Traum-Bundesliga noch. Bayer Leverkusen - oder doch VfL Wolfsburg? Beide Vereine sind seit ewigen Zeiten dabei. Aber sind sie Traditionsklubs im Vergleich mit dem 1. FC Nürnberg oder TSV 1860 München? 
Beim Club in Nürnberg habe ich die leeren Zuschauerränge vor Augen, bei den Löwen die ständigen Skandale. Haben die zwei den Platz in meiner Traum-Bundesliga verdient? Der SC Freiburg genießt alle Sympathien. Aber reicht das für die Wunsch-Liga? Wolfsburg war immerhin mal Meister.
Was ist mit dem Osten? Dynamo Dresden, klar. Sicherlich Hansa Rostock. Bei Leipzig wird’s kniffliger. RB Leipzig ist erst ein paar Semester alt, Lok Leipzig eine unendlich traurige Geschichte. Vielleicht Chemie Leipzig…? Man verheddert sich schnell.
Klangvolle Vereinsnamen schießen mir durch den Kopf. Arminia Bielefeld, Waldhof Mannheim, sogar der 1. FC Saarbrücken sowie irgendwann Rot-Weiss Essen und MSV Duisburg. Wer fünfzig ist, wuchs mit diesen Vereinen auf. Ach ja, Kickers Offenbach und Darmstadt 98 und Hannover 96.
Inzwischen umfasst die Liste 28 Namen und ist längst nicht am Ende. Das Abwägen beginnt. Mainz 05 eher als TSG Hoffenheim? Oder eher als FC Augsburg? Oh Gott, Fortuna Düsseldorf fehlt noch. Und der VfL Bochum. Und Eintracht Braunschweig. Und der FC St. Pauli.
Für jeden Verein fallen mir tausend Gründe ein. Meine Liste findet kein Ende. Das ist der beste Moment, die Frage einfach weiterzureichen: Wie sähe eure eigene Wunschliste aus? 18 Klubs nennen. Achtzehn - keinen mehr, keinen weniger. Es ist zum Verrücktwerden.
Der kleine Aufruf unter https://www.surveymonkey.de/r/18Klubs führte dazu, dass innerhalb von Stunden über 200 Traum-Bundesligen eingereicht wurden. Die Zahl der nominierten Vereine: mindestens 107. Von A wie Alemannia Aachen bis W wie Würzburger Kickers.
In der Kandidatenliste für die Traum-Bundesliga häufig erwähnt: Union Berlin. Nicht so oft: RB Leipzig. Man bekommt plötzlich eine Ahnung, warum der Aufstieg des Redbull-Klubs so umstritten war und ist. Für die Traum-Bundesliga gelten selten sportliche Gründe. Eher emotionale.
Dieses Abwägen von Tradition und Finanzkraft, Verbundenheit und Leistungsstärke, wer in die Bundesliga gehört, kann nur auf dem Rasen entschieden werden. Die Liste mit der Traum-Bundesliga ist eine charmante Spielerei. Etwas fürs Kopfkino, immerhin. Wären dann alle Stadien voll?
Ein rätselhaftes Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Leere Zuschauerränge: Zu viele Klubs sind selbst schuld
Die Bayern spielen in der Allianz-Arena immer vor vollen Zuschauerrängen.
Stadionauslastung: Nur der FC Bayern restlos ausverkauft
Am Mittwoch und Donnerstag trifft sich in Düsseldorf, wer im deutschen Fußball etwas zu sagen oder zumindest etwas Geld auszugeben hat. Die Spobis, wie die jährliche Zusammenkunft in den Messehallen heißt, sucht gemeinsam mit Experten Antworten auf Zukunftsfragen des Sports.
Bis zu 2490 Euro kosten die besten Tickets für die zwei Tage, was allein einen Rückschluss darauf zulässt, wie bedeutend und gewinnbringend die Vorträge, Diskussionen und Hintergrundgespräche fürs zahlende Publikum sein müssen. Die Bundesliga ist zahlreich und prominent vertreten.
An guten Ideen und gutem Willen mangelt es nicht. Umso erstaunlicher sind die Zahlen, die der Dienstleister “web netz sports” vorab veröffentlicht hat. Nicht wenige Bundesliga-Klubs haben ein Zuschauerproblem: Sie bekommen ihr Stadien nicht restlos voll und verschenken bares Geld.
* verringerte Stadionkapazität wegen Umbaumaßnahmen im Stadion
Die Studie kommt zu dem Schluss: “Gleich elf Klubs stehen vor der Herausforderung, ein Wachstumspotenzial von 25 bis 50 und mehr Prozent zu heben. Schmerzhaft, weil es direkte Umsatzeinbußen darstellt.” Je nach Rechnung zwischen fünf und acht Mio. Euro pro Klub.
Es sind nicht nur die Lücken im Gästeblock, wenn Fernsehkameras beim 1. FC Nürnberg oder bei Fortuna Düsseldorf verwaiste Sitzplätze zeigen. Die Aufsteiger bekommen ihre eigene Stadt nicht mobilisiert. Stadionauslastung in Nürnberg: 74,95 Prozent. In Düsseldorf: 77,25 Prozent.
“Ich kann es nicht akzeptieren, dass unser Stadion nicht ausverkauft ist. Ich kann es nicht akzeptieren, dass ich im TV leere Ränge sehe. Das ist natürlich auch Gift für die Vermarktung.” Nils Rossow, Finanzchef 1. FC Nürnberg
Wenn gleichzeitig die Zweitligisten FC St. Pauli (99,79 Prozent) und 1. FC Köln (98,54 Prozent) trotz maximaler Konkurrenz in der Nachbarschaft und Tristesse im Unterhaus rekordverdächtige Zuschauerzahlen präsentieren, reizt das Zahlenwerk zur Ursachenforschung. Problemfelder sind:
  • Die Höhe der Eintrittspreise. Die Fankurve ist nichts für einen Familienvater mit zwei Kindern. Die Sitzplätze auf den Geraden kosten bei Fortuna Düsseldorf in Summe schnell einen Hunderter. Viel Geld für einen Samstagnachmittag.
  • Die Konkurrenz durchs Fernsehen. Strittige Spielszenen sieht man im TV live aus allen Perspektiven - und mehrfach erklärt - besser als zum Beispiel im Berliner Olympiastadion, wo die Laufbahn Distanz schafft und jedes Live-Erlebnis raubt.
  • Die Spielweise der eigenen Mannschaft. Vorige Saison spielten zwei Drittel der Mannschaften mit einem Ballbesitz unter 50 Prozent, was spektakuläre Konter provozieren kann, aber meistens Passivität ausdrückt. Wer aber will für Langeweile bezahlen?
  • Das Image des Vereins. Eintracht Frankfurt hat’s vorgemacht: Seit der Klub Ambitionen äußert und Titel gewinnt, ist die Stadt elektrisiert und aktiviert Massen an Zuschauern. Auch auswärts. Graue Mäuse dagegen will man nicht sehen; es gibt zu viele davon.
  • Die Tabellensituation. Heimspiele gegen BVB und Bayern: ausverkauft. Die Heimspiele gegen Teams wie Mainz 05 oder Hannover 96 oft nur, wenn’s um was geht. Wer im Niemandsland der Bundesliga-Tabelle steckt, muss Besseres als Spannung bieten.
  • Die Größe und Attraktivität des Stadions. Hertha BSC hat in Berlin auch deshalb nur 66,88 Prozent Auslastung, weil das Olympiastadion mit fast 75.000 Plätzen überdimensioniert ist. Schlechte gefüllte Stadien öden an.
  • Die Dauerkarten. Vereine und ihre Vertriebspartner subventionieren den Dauerkartenverkauf, um 17 Heimspiele auf einen Schlag abzusetzen. Der Käufer hat die Garantie, dass er großn Spiele nicht verpasst - geht aber nicht zu jedem Spiel hin. Sein Platz bleibt leer.
  • Die Verfügbarkeit der Tickets. Bewerbung und Verkauf von Tickets sind noch längst nicht so komfortabel digital wie in den US-Profiligen. Dort reicht man Dauerkarten online weiter. Mit der Eintrittskarte auf dem Handy, auf Knopfdruck bezahlt: Das muss Standard sein.
Mit einem Zuschauerschnitt von rund 41.000 ist die Bundesliga die am besten besuchte Fußball-Liga der Welt. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass Verbesserungen auf hohem Niveau nicht möglich und sogar notwendig sind. Die Bundesliga will “die beliebteste Liga der Welt” werden.
Die Unternehmensberatung McKinsey&Company schlägt den Klubs zwei Wege für höhere Stadioneinnahmen vor. Erhöhung der Ticketpreise - und Erhöhung der Stadionauslastung. Bei der Spobis in Düsseldorf sollten sie nächste Woche zuerst über den zweiten Lösungsweg diskutieren.
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