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Wende beim DFB? Ton gegen Joachim Löw wird rauer

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Nächste Woche Freitag wissen wir, wie es mit dem deutschen Fußbal
 

Fever Pit’ch

24. November · Ausgabe #465 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Nächste Woche Freitag wissen wir, wie es mit dem deutschen Fußball 2021 weitergeht. Der Countdown läuft! Nationalelf-Direktor Oliver Bierhoff bereitet daheim am Starnberger See seinen Bericht zur Lage der Nation vor, das DFB-Präsidium verlangt Aufklärung: Wie konnte es so weit kommen, dass Deutschland eine historische Pleite gegen Spanien erleiden musste?
Die Diskussion um Bundestrainer Joachim Löw kaschiert das Grundproblem beim Verband. Die Zuständigkeit wird so oft delegiert, dass am Ende Bierhoff Kader und Aufstellung erklären soll und nicht der verantwortliche Trainer. Bild-Kollege Alfred Draxler brachte es in seiner Schlagzeile auf den Punkt: “DFB nur noch chaotisch und führungsschwach”.
Beim DFB darf man sich deswegen nicht wundern, wenn die Unterstützung der Profivereine bei Fragen der Nationalelf überschaubar bleibt. Kein Klub mit Ambitionen vertraut einem wackeligen Haus sein teuerstes Personal aus Überzeugung an. Zu oft schwänzen die Nationalspieler Länderspiele, weil es um nicht viel mehr geht als Zeitvertreib und TV-Honorar.
Lieber setzt man die Spieler in der Champions League ein, wo ein Mindestmaß an Professionalität gewährleistet ist. Längst ist das DFB-Team nicht mehr der Höhepunkt der Karriere, sondern ein Ausflug vom Alltag. Darüber müsste das Präsidium reden: Wie kehrt die Begeisterung zurück? Aber wo jeder meint, dass er alles richtig macht, hört ja keiner mehr zu.
Mich würde es nicht wundern, wenn Joachim Löw zurückträte.
Einen abgezählten Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Wende beim DFB? Ton gegen Joachim Löw wird rauer
Joachim Löw
Joachim Löw
Der Verband befeuert öffentliche Debatte um den Bundestrainer
Von Marco Mader
Es ist ja auch vertrackt. Einen verdienten Weltmeistertrainer wie Joachim Löw einfach rausschmeißen? Das wäre stillos, selbst nach einer historischen Schmach wie dem 0:6 der Fußball-Nationalmannschaft in Spanien.
Und wer sollte es auch tun? DFB-Präsident Fritz Keller wurde zum Amtsantritt die sogenannte Richtlinienkompetenz samt Verantwortlichkeit “für die Belange der Nationalmannschaft” aus der Satzung gestrichen - er darf es also gar nicht. Auch Oliver Bierhoff, als Direktor für die Belange der Nationalmannschaften und Akademie zuständig, kann es nicht allein - selbst wenn er wollte. Was nicht der Fall ist.
Die Uhr für Joachim Löw tickt
Ultimatum kurz vor Nikolaus
Zuständig für “die Personalauswahl hinsichtlich des Bundestrainers”, wie es in Paragraph 34 der Satzung heißt, ist das Präsidium als Ganzes. 18 Männer und eine Frau. Mit Keller an der Spitze, mit Bierhoff, Löws WM-Kapitän Philipp Lahm und DFL-Boss Christian Seifert, und mit weniger Bekannten wie Steffen Schneekloth, Erwin Bugar oder Hannelore Ratzeburg.
All diese Funktionäre muss Bierhoff im Auftrage Löws am 4. Dezember davon überzeugen, dass der Bundestrainer weitermachen darf. Dass sich Löw selbst an seinem vermeintlichen Schicksalstag nicht persönlich verteidigen soll, mutet seltsam an und lässt Kritiker von einer “Alibi-Veranstaltung” sprechen. Zumindest der Eindruck eines ehrabschneidenden Tribunals wird so allerdings wie gewünscht vermieden.
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Die Frage bleibt, ob es diesen “D-Day” für Löw überhaupt braucht. Die Erklärung des Präsidiums dazu eröffnet ihm die große Chance, sich unter Wahrung von Gesicht, Anstand und Würde selbst zurückzuziehen. Ein ehrenhafter Abschied statt eines Rauswurfs mit Schimpf und Schande, der bei einem nicht unwahrscheinlichen Aus in der EM-Vorrunde doch unausweichlich wäre.
Löw ist zu wünschen, dass er die Kraft zu diesem Schritt aufbringt. Denn dass er das Ruder noch einmal rumreißen, die “dunklen Wolken” über der DFB-Auswahl vertreiben und als Europameister im Sommer in die Abendsonne reiten wird, scheint sehr schwer vorstellbar.
Marco Mader ist Redakteur beim Sport-Informationsdienst (SID)
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