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Wie viel Macht bekommen Fußballprofis noch?

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Zwei Rezensionen hat mein Buch "Kabinengeflüster" jetzt bei Amazo
 

Fever Pit’ch

26. Februar · Ausgabe #88 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Zwei Rezensionen hat mein Buch “Kabinengeflüster” jetzt bei Amazon.
“Man ist so fasziniert von diesem sehr gut geschriebenen Blick hinter die Kulissen des Sports, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann”, schreibt Wolfgang Stock. “Unbedingt empfehlenswert!”
Und Matthias Thomas legt nach: “Insgesamt ergibt dies ein faszinierendes Werk, das ich an einem Wochenende verschlungen habe. Wer es gelesen hat, wird die Arbeit und die Leistung der Sportjournalisten danach mit Sicherheit anders einschätzen als vorher.”
Sicherlich versteht hier jeder, dass ich mich über die Beurteilung gefreut habe. Beide gaben dem Buch fünf Sterne. Wer eine Ausgabe für 14,95 Euro haben will, schickt mir bitte seine Email-Adresse an info@pitgottschalk.de. Auf Wunsch gibt es eine persönliche Widmung.
Einen verkaufsoffenen Dienstag wünscht
Euer Pit Gottschalk

Wie viel Macht bekommen Fußballprofis noch?
Hilft alles nichts, da können David Luiz und Schiedsrichter Jon Moss noch so sehr auf Kepa Arrizabalaga einreden: Der Torwart des FC Chelsea will nicht vom Spielfeld gehen. Foto: Imago/PA
„Bei der U12 wäre Kepa von der Mutter vom Platz geführt worden“
Nach dem Spiel traute man seinen Ohren nicht. Maurizio Sarri, Trainer des FC Chelsea, erklärte den Wechsel-Skandal um Torhüter Kepa Arrizabalaga zu einem “großen Irrtum”. Alles halb so wild. Der Spieler selbst beteuerte seine Unschuld: Gewiss sei es nie Absicht gewesen, sich den Anweisungen seines Trainers zu widersetzen und die Auswechslung zu verweigern.
Das Finale im Liga-Pokal und die unfassbaren Szenen vor der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Manchester City waren erst ein paar Minuten alt. Jeder im Stadion konnte es sehen: Wie der Trainer fuchsteufelswild wurde, seine Jacke aufriss, fluchte und fast das Stadion verlassen hätte, als sein Torwart meuterte und mit beiden Händen winkend auf dem Rasen blieb.
Nicht mal das Zureden des Schiedsrichters und des Mitspielers David Luiz konnte Kepa Arrizabalaga, seit Sommer teuerster Torhüter der Welt, zur Auswechslung bewegen. Der 24-Jährige weigerte sich und demütigte seinen 36 Jahre älteren Trainer vor aller Augen. Die Botschaft: Der Trainer hat mir gar nichts zu sagen. Nicht mir, Kepa Arrizabalaga.
Und das sagen die Regeln
Die beschwichtigenden Worte hinterher verwundern eigentlich sehr. Der Menschenverstand sagt: Schmeißt diesen Torwart raus! Und dann ist man doch nicht überrascht. Die kühlen Rechner im Klub sagen: “Kommt runter! Sonst vernichtet Ihr ein Vermögen!” Die Macht der Spieler ist inzwischen so grenzenlos gewachsen, dass sie die Spielregeln bestimmen.
Kepa Arrizabalaga wird ein Marktwert von 55 Mio. Euro zugemessen. Chelsea soll Mitte 2018 rund 80 Mio. Euro für ihn bezahlt haben. Wenn man den Spanier plötzlich rauswerfen würde, wie man jeden anderen Angestellten für einen ähnlichen Vorfall entließe, sagt der Spieler Danke: Einen Teil der nicht zu zahlende Ablöse bekäme er als Handgeld.
Das wäre: eine Millionensumme. Deshalb schaltete Chelsea sofort den Modus auf Schadensbegrenzung. Der Trainer, ohnehin umstritten, muss mitspielen, obwohl er vor aller Welt sein Gesicht verliert. So ist der Fußball heute: Die Vereine müssen ihre Spieler bei Laune halten, solange ihnen in der Bilanz ein Millionenwert zugeschrieben wird.
So peinlich redet sich der Verweigerer raus
Für den Fußball ist das eine gefährliche Entwicklung. Die Trainer müssen nicht nur Diplomaten sein, um die Mannschaft mit ihren Egomanen in die richtige Richtung zu lenken. Die Spieler bekommen kein ehrliches Feedback mehr, wenn die Leistung schwankt. Jeder Starspieler hat ein halbes Dutzend Klubs an der Hand, die ihn wollen, wenn der eigene Klub nicht mehr will.
In den USA würden die Profiligen den Fall sehr eindeutig klären: Der Spieler wäre für alle Klubs gesperrt, bis er Reue zeigt und Respekt. In Europa ist die Solidarität begrenzt. Barcelona soll Ousmane Dembélé sogar ermuntert haben, den Streik in Dortmund durchzuziehen. Nicht jeder Klub hat das Geschick, 150 Mio. Euro Schmerzensgeld zu kassieren. Der BVB schon.
Die Erpressbarkeit der Klubs ist nicht nur, aber auch dadurch zu verhindern, wenn die Uefa einen Verhaltenskodex durchsetzte, der auch außerhalb des Spielfelds gilt. Doch die Uefa überlässt den Klubs die Option zu Sanktionen. Und die werden den Teufel tun und ihre besten Spieler gängeln. Die Leidtragenden sind am Ende die Trainer. Siehe Maurizio Sarri bei Chelsea.
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Pit Gottschalk
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9:01 AM - 25 Feb 2019
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