Profil anzeigen

Zwangspause Lewandowski: Bayern hat noch Glück

Revue
 
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde! Es wird spannend zu sehen sein, wie die Fußballprofis von Hertha
 

Fever Pit’ch

28. Februar · Ausgabe #352 · Im Browser ansehen
Das Fußballthema des Tages

Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Es wird spannend zu sehen sein, wie die Fußballprofis von Hertha BSC heute beim Abstiegsduell mit Fortuna Düsseldorf auftreten. Von ihrem ehemaligen Trainer Jürgen Klinsmann hatten sie unter der Woche in Sport-Bild lesen dürfen, wie ihre Aktien stehen: Zu vielen wurde bei fallendem Kursverlauf die Bundesliga-Tauglichkeit abgesprochen. Diese Spieler brennen auf Wiedergutmachung heute Abend. Man möchte ihnen auf den Weg mitgeben: “Hättet Ihr das mal früher getan!”
Denn bei aller Kritik, die Klinsmann für seine Sprachwahl und überstürzte Flucht aus Berlin kassiert hat, bleibt doch genauso festzuhalten: Unberechtigt war nicht jeder Vorwurf. Hätte Klinsmann eine sachliche Ebene gefunden, um seinen Befund vorzutragen, wäre ihm Applaus sicher gewesen. So aber: “Zuerst kommt Jürgen, dann Jürgen, dann nochmal Jürgen und dann der Rest. Er sucht keine Schuld bei sich, sondern nur bei den anderen”, wirft ihm Rekordnationalspieler Lothar Matthäus jetzt vor. Das ist schon ulkig.
Jeder Nationalspieler profitiert von einem ausgeprägten Egoismus, wenn er sich beim Kampf um die begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen in einer Mannschaft durchsetzen will. Niemand weiß das besser als Matthäus. Diesen Durchsetzungswillen bekommst du nach der Karriere nicht aus deiner DNA. Auch Klinsi nicht. Er hat bei Hertha Fehler gemacht, sicher. Aber ist es richtig, dass er “für alle Zeit verbrannt” ist, wie man lesen durfte? Zur Erinnerung: Matthäus hat auch schon mal ein offenherziges Tagebuch veröffentlicht.
Ein echtes Skandalbuch war das damals. Es ging, viele Jahre her, um das Innenleben beim FC Bayern. Matthäus wurde trotzdem nicht für alle Zeiten verbannt und darf heute sein Fußballwissen bei Sky vortragen. Warum ich das erwähne: Bei RTL führt man jetzt im Hintergrund Gespräche, ob die Zusammenarbeit mit Klinsmann als TV-Experten fortgesetzt werden kann. Warum denn nicht? Entscheidend sollte doch die Frage sein: Ist er ein guter TV-Experte bei Länderspielen? Und nicht: War das Hertha-Kapitel peinlich?
Ein skandalfreies Wochenende wünscht
Euer Pit Gottschalk

Zwangspause Lewandowski: Bayern hat noch Glück
Da hilft nur Beten
Da hilft nur Beten
Wer stürmt nun für Robert Lewandowski?
Von Alex Steudel
Aufatmen beim FC Bayern: Robert Lewandowski fällt für vier Wochen aus. Klingt komisch, ist aber so. Er verpasst ja quasi nur ein Spiel: das Pokalviertelfinale gegen Schalke. Die anderen Begegnungen in nächster Zeit sind, wie man in München so schön sagt: “A gmahde Wiesn”. Da kann fast nichts schiefgehen, weil es fast nur gegen Klubs wie Hoffenheim oder Union oder Augsburg geht. Und die Wiese an der Stamford Bridge ist ja von den Bayern vorsorglich doppelt gemäht worden am Dienstag, als sie 3:0 gegen Chelsea gewannen.
Ich finde, die Leistung von Lewandowski in diesem Achtelfinal-Hinspiel ist bei den meisten Analysen zu kurz gekommen. Der mir zu hochgelobte Alphonso Davies spielte natürlich stark, aber seine Schnelligkeit überdeckt andere Schwächen, was völlig normal ist mit 19 Jahren. Und klar: Serge Gnabry schoss zwei Tore.
Was aber Lewandowski gegen Chelsea gezeigt hat, das habe ich selten vorher gesehen, und schon gar nicht von einem Mittelstürmer. Der Pole war überall. Er holte sich die Bälle an der Mittellinie, er zog nach rechts und nach links, er spielte vor dem und im Strafraum, er schoss ein Tor und bereitete zwei vor. Er begleitete nebenbei quasi Thomas Müller als Spielmacher.
Ich glaube, dass das Schicksal der Bayern mehr denn je an diesem manchmal so unscheinbar wirkenden Mann aus Polen hängt.
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
Illustration: Jens Uwe Meyer / bergfest.at
So gesehen, ist Lewandowskis Schienbeinkanten-Anbruch (!) ein echter Glücksmoment. Perfekt getimt. Aber auch ein ziemlich lauter Warnschuss. Womöglich der letzte, was diese Position angeht. Denn es hätte schlimmer kommen können. Wäre jetzt Mitte März, an der Säbener Straße müssten sie den Notstand ausrufen, und alle würden Hasan Salihamidzic vorwurfsvoll angucken. Noch zwei Wochen später, und es wäre eine Katastrophe.
Ich glaube, ohne Lewandowski können die Bayern nix gewinnen.
Ich sehe Salihamidzic genau vor mir, als er die Verletzungsnachricht übermittelt bekommt. Der Sportdirektor der Bayern ist bestimmt ganz bleich geworden: Der einzige echte Stürmer fällt aus, und Erling Haaland schießt in Dortmund seine Tore und Timo Werner in Leipzig. Ja, irgendwie spielt jeder, der irgendwas trifft in Europa und nicht Lewandowski heißt, woanders. Dabei müsste längst ein Topmann beim FC Bayern gelandet sein, da gibt es kein Vertun. Und was macht Salihamidzic? Hat zuletzt Haaland UND Werner verpasst, und die Uhr tickt und tickt. Vielleicht seine, ganz sicher die von Lewandowski. Der Mann wird im August 32.
Womöglich liegt es an Brazzos Mangel an Erfahrung, dass er gerade keine Asse im Ärmel hat, was die wichtigste Personalie der Zukunft des FC Bayern angeht: die des Tormachers. Vielleicht ist sein Netzwerk nicht groß genug. Wie auch immer, es würde mich schwer wundern, wenn sie das an der Säbener Straße gerade nicht als große Baustelle sähen.
Der FC Bayern darf sich keinen zweiten Fall Haaland leisten Der FC Bayern darf sich keinen zweiten Fall Haaland leisten
Heute im Fernsehen
"Beste der schlechtesten Lösungen" "Beste der schlechtesten Lösungen"
Der SPORTBUZZER
Paderborn-Boss schimpft über kurzfristige Verlegung von Frankfurt-Partie: "Wettbewerbsverzerrung" #SCP #SGE #SVWSGE #SALSGE

➡️ https://t.co/llpaQEGuHT https://t.co/HkBotaioj3
9:51 PM - 27 Feb 2020
Was sonst noch so los ist
Rassismus in der Bundesliga: Nazis raus! Rassismus in der Bundesliga: Nazis raus!
Gladbach will radikal reagieren
Schockmomente für den englischen Fußball
Schalke: Hans Sarpei kandidiert für Aufsichtsrat (€)
Brennpunkt Berlin: Fünf Fragen, fünf Antworten
Wer mündig ist, bestimmt der Verein
Leverkusen und Wolfsburg souverän weiter
Manchester City: Der Durchbruch
15 Minuten des Exorzismus
Hendrik Niebuhr
Fantastische Szene gerade im (sehr sehenswerten) Mülheimer Ruhrstadion. Weil Bezirksliga, stellten die beiden Teams die Linienrichter, wobei sich derjenige des Heimteams so stark aufregte, dass der Schiedsrichter seinem eigenen Assistenten die Rote Karte zeigte #Groundhopping https://t.co/RxeW1zkqyd
10:10 PM - 27 Feb 2020
Alle mal herhören!
Neymar ist kein Teufel! Neymar ist kein Teufel!
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Wenn Du keine weiteren Ausgaben mehr erhalten möchtest, kannst Du den Newsletter hier abbestellen.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue
https://pitgottschalk.de/impressum-disclaimer/